Digital Detox: Abschalten mal anders

Veröffentlicht am 17. Dezember 2018

Wer ständig unter Strom steht, muss irgendwann den Stecker ziehen – und das ganz wörtlich. In Zeiten digitaler Reizüberflutung hilft oft nur der Aus-Knopf. Wie der digitale Entzug zu neuer Entspannung führen kann.

Frauenhand mit Smartphone am Ladekabel vor gelben Hintergrund
Frauenhand mit Smartphone am Ladekabel vor gelben Hintergrund

Echt entspannt ohne Bildschirm

You’ve got mail! Vorbei sind die Zeiten, in denen diese Nachricht die „Early Adopters“ des Internets in Ekstase versetzte. Heute löst sie hingegen meist nur Stress aus, reiht sie sich schließlich in eine schier unendliche Anzahl von SMS, WhatsApp-Chats und E-Mails ein. Das Smartphone: ein ständiger Begleiter. Wenn wir damit nicht gerade kommunizieren, haben wir so stets einen willigen Alleinunterhalter zur Hand. Instagram, YouTube, Facebook – das Leben da draußen und immer öfter auch unser eigenes erleben wir mehr und mehr gefiltert durch einen Bildschirm. In vielen wächst dadurch die Sehnsucht zurück zur „Echtheit“, zu Ursprünglichkeit und Entschleunigung. Kein Wunder also, dass eine Rückbesinnung auf das Leben vor der digitalen Revolution stattfindet. Auch die Urlaubsbranche hat das erkannt, wo über Generationen überlieferte Kur- und Entspannungsmethoden boomen. Zahlreiche Wellnesshotels bieten Fußreflexwege, Kräutersaunen und Kneippkuren wie anno dazumal an. Die neueste Strategie, um diese neue alte Art der Entspannung zu vermarkten: Digital Detox.

„Ist zurzeit nicht erreichbar“: Digital Detox im Alltag

Achtsamkeit zu lehren und die abgestumpften Sinne wiederzubeleben ist auch das Ziel von Digital-Detox-Urlaub. Doch ein Wochenende in einem auf den digitalen Entzug spezialisierten Hotel allein genügt kaum, um für immer tiefenentspannt in die Hektik der modernen Welt zurückzukehren. Vielmehr sollte es Anstoß sein dafür, auch im Alltag ab und zu auf die Elektronik zu verzichten.

Mit diesen 10 Tipps klappt der digitale Entzug im Alltag

  1. sich seines Nutzungsverhaltens bewusst werden (z. B. mit Digital-Detox-Apps wie Quality Time, Menthal oder Offtime)
  2. Apps mit Push-Nachrichten deinstallieren
  3. das Smartphone auf lautlos oder in den Flugmodus schalten
  4. das Smartphone mal ganz ausschalten
  5. Smartphone-freie Zeiten festlegen (z. B. während des Essens)
  6. Smartphone-freie Räume schaffen (z. B. das Schlafzimmer)
  7. Nachrichten nicht sofort beantworten
  8. die Mailbox deaktivieren
  9. sich vom Wecker statt vom Smartphone wecken lassen
  10. den Smartphone-Bildschirm in Schwarz-Weiß anzeigen lassen (bunte Instagram-Stories verlieren so schnell ihren Reiz!)

Ob man ein entspannendes Schaumbad nimmt, wieder einmal ein „echtes“ Buch liest oder sich mit Freunden persönlich trifft: Die durch den digitalen Entzug gewonnene Zeit kann man ganz vielseitig nutzen. Oder auch einfach mal nichts tun, nur dasitzen und in sich hineinhorchen – nicht auf den nächsten Nachrichtenton.


17 Dezember 2018 | TEXT: Elisabeth Schmiedjell | FOTOS: Stocksy

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