Active Beauty
Windelausschlag und Windeldermatitis: Das hilft laut Expertin
Lesedauer: min
Wunder Babypopo

Windelausschlag und Windeldermatitis: Das hilft laut Expertin

Rötungen, nässende Stellen und ein vor Schmerzen weinendes Baby: Ein wunder Po bereitet Eltern große Sorgen. Dabei zählen Windelausschlag und Windeldermatitis zu den häufigsten Hautproblemen im Säuglingsalter. Kinderdermatologin Frau Dr.in Christine Wagger beantwortet hier die wichtigsten Fragen und gibt praktische Tipps für die richtige Pflege.
Dr.in med. Christine Wagger ist Kinderdermatologin im Salzburger Landesklinikum. Für ACTIVE BEAUTY beantwortet sie die wichtigsten Fragen zum Thema Windeldermatitis.
Windelausschlag: Das hilft laut Expertin

Frau Dr.in Wagger, ein Windelausschlag bzw. eine Windeldermatitis ist ein Thema, mit dem fast alle Eltern früher oder später konfrontiert sind. Was genau versteht man darunter?

Windeldermatitis ist eine entzündliche Hautreaktion, die vor allem im Windelbereich von Babys auftritt. Die Windel spielt dabei eine tragende Rolle, da sie ein feuchtes, warmes Milieu schafft. Gerade die Haut von Neugeborenen ist noch unreif und kann mit dieser Feuchtigkeit nicht gut umgehen, sodass es leichter zu Reizungen und Entzündungen kommt.

Woran erkennt man eine klassische Windeldermatitis?

Typisch ist eine deutliche Rötung im Windelbereich. Häufig sieht man zusätzlich kleine Knötchen, sogenannte Papeln, manchmal auch oberflächliche offene Stellen. Die Hautfalten bleiben bei einer reinen Windeldermatitis in der Regel ausgespart. Für Babys ist so ein Windelausschlag meist schmerzhaft, vor allem durch den Kontakt mit Urin.

Ein wunder Babypo schmerzt und sollte schnell und richtig behandelt werden.
Babyschwimmen: Das müssen Sie vorher wissen!

Viele Eltern sprechen vom „wunden Po“. Ist das automatisch schon eine Windeldermatitis?

Babys haben sehr oft einen wunden Po. Hier gibt es einen fließenden Übergang zur Windeldermatitis. Ein wunder Po zeigt, dass die Hautbarriere bereits angegriffen ist. Handelt es sich nur um eine kleine Stelle, spricht man von einer sehr milden Form der Windeldermatitis. Bei größeren, stärker geröteten Arealen zeigt sich dann das klassische Bild.

Fragen sich Eltern zu Recht, ob sie bei der Babypo-Pflege etwas falsch gemacht haben?

Das ist ganz wichtig zu sagen: In den allermeisten Fällen tragen Eltern keine Schuld. Die Hauptursache ist die Unreife der Babyhaut. Man kann jedoch unterstützend wirken, indem man auf sanfte Pflege achtet. Zu häufiges oder aggressives Reinigen sowie übermäßiges Cremen können die Situation sogar verschlechtern.

Was raten Sie konkret bei der täglichen Popo-Pflege?

Weniger ist mehr. Lauwarmes Wasser reicht zur Reinigung meist völlig aus. Feuchttücher – insbesondere solche mit Pflegezusätzen – können das feuchte Milieu verlängern. Häufiges Windelwechseln ist sehr hilfreich, ebenso wie windelfreie Zeiten, wenn es möglich ist. Das ist im Sommer, wenn es warm ist, natürlich einfacher. Nach dem Waschen sollte die Haut sanft, aber gründlich abgetrocknet werden, vor allem in den Hautfalten.

Baby-Feuchttücher selber machen: So geht´s.

Wenn der Babypo schon wund ist: Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?

Bei offenen, schmerzhaften oder sehr ausgedehnten Stellen sollte man nicht zu lange warten. Wenn sich die Haut nicht rasch bessert, ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt sinnvoll. Denn dann steckt nicht selten eine andere Krankheit, etwa ein Pilz, dahinter.

Wie wird Windeldermatitis behandelt?

Die Basis ist immer: häufige Windelwechsel, windelfreie Phasen und Reinigung mit Wasser. Bei stärkeren Entzündungen haben sich Zinksalben bewährt, da sie entzündungshemmend wirken und die Hautbarriere unterstützen. Wenn Pilze beteiligt sind, kommen zusätzlich antimykotische Cremes zum Einsatz. Kortisonpräparate sind nur selten und dann auch nur kurzfristig notwendig.

Viele Eltern schwören für Babys Po auf Zinksalben. Kann man diese bedenkenlos verwenden?

Ja, Zinksalben sind eine sehr gute Wahl. Zink wirkt entzündungshemmend und wird seit Langem erfolgreich bei Hauterkrankungen eingesetzt. Auch im sensiblen Windelbereich ist die Anwendung unbedenklich. Verzichten sollte man auf Puder, da er die Poren verstopfen und die Haut zusätzlich reizen kann.


Darf ein Baby mit Windelausschlag baden?

Kurzes Baden mit lauwarmem Wasser – etwa zehn bis fünfzehn Minuten – ist völlig ausreichend. Bei Windeldermatitis sollte man auf zu häufiges Baden verzichten. Wenn Reinigungsprodukte verwendet werden, dann nur sehr milde. In den meisten Fällen ist klares Wasser die beste Wahl.

Babys richtig baden und eincremen: Hier erfahren Sie, was ein Baby wirklich braucht.

Welche Rolle spielt das richtige Abtrocknen nach dem Baden?

Eine sehr große. Gründliches, sanftes Abtrocknen ist essenziell. Bleibt Feuchtigkeit in Hautfalten zurück, kann die Haut aufweichen – man spricht von Mazeration. Dadurch wird die Hautbarriere weiter geschwächt und Bakterien oder Pilze haben leichteres Spiel.
Leider haben wir keine Ergebnisse für Ihre Suche gefunden. Bitte versuchen Sie es mit anderen Suchbegriffen.