Sonnenschutz für Babys und Kinder ist wichtig: Diese Fakten sollten Sie kennen.
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Sonnencreme für Baby & Kind: 8 Fakten, die jeder wissen muss

Kinder von klein auf an Sonnenschutz zu gewöhnen, ist lebensnotwendig, ebenso wie Sonne wichtig für uns alle ist. Aber wie viel Sonne und wie viel Sonnencreme braucht ein Baby denn nun? Eine Expertin gibt Antworten.

Eigentlich darf ein Kind in den ersten zwölf Lebensmonaten keine direkte Sonnenstrahlung abbekommen. Wie das gehen soll und warum es dennoch (natürlich auch bei dm) Sonnencreme fürs Baby gibt? Dr. Verena Beck, Dermatologin in Wien, gibt Tipps, wie man schon kleine Kinder an den achtsamen Umgang mit UV-Strahlen und Sonnenschutz gewöhnt.

Sonnenschutz & Sonnencreme fürs Baby: 8 Fakten

  1. Sonnenschutz für Kinder: Was muss man da wissen?

    Kinderhaut besitzt nur ein Fünftel der Dicke von Erwachsenenhaut und ist daher besonders empfindlich. Wenn möglich, sollte man die sonnenintensivsten Stunden von der Mittagszeit bis circa 16 Uhr generell meiden. Bei Sonnencreme für Baby und Kind empfehle ich Produkte mit einem hohen Lichtschutzfaktor, also 50+. Mineralische Filter haben den großen Vorteil, dass sie nach dem Auftragen sofort wirken und nicht über die Haut in den Körper gelangen. Eine optimale Ergänzung sind T-Shirts und Hosen, die durch spezielle Webtechniken oder Imprägnierungen einen besonderen UV-Schutz bieten.

  2. Wie lange dürfen Babys in die Sonne?

    In den ersten zwölf Lebensmonaten sollte ein Kleinkind gar keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Das lässt sich bei Familienausflügen oder Urlauben nicht immer verhindern. Deshalb:

    • Kleinkinder im Kinderwagen immer mit einem Sonnenschirm und Verdeck (bewahrt auch vor Überhitzung!) versehen und zusätzlich mit Kleidung schützen.
    • Der Kopf, insbesondere Nacken und Ohren sind extrem empfindlich. Daher sollten Kinder einen Hut oder eine Kappe mit Nackenschutz tragen.
    • Sonnenschutzmittel sollten im ersten Lebensjahr nur bedingt eingesetzt werden, Babyöl ist dafür ungeeignet!
  1. Wie lässt sich Kinderhaut auf die Sonne vorbereiten?

    Langsam und mit hohem Lichtschutzfaktor. Zusätzlich sollte das Sonnenschutzmittel an die Hautstruktur des Kindes angepasst sein. Kinder mit atopischem Ekzem oder sehr trockener Haut benötigen spezielle pflegende Inhaltsstoffe. Zusätzlich sollte man Kinder schon frühzeitig daran gewöhnen, Sonnenbrillen zu tragen, um die Augen zu schützen.

  1. Was ist wichtig bei Aktivitäten im Freien?

    Cremen Sie Ihre Kinder bei längeren Aufenthalten im Freien wiederholt mit einem hohen Lichtschutzfaktor ein. Sonnenschutzmittel werden auch durch Schweiß und Abrieb abgetragen – das gilt auch für wasserfeste Formulierungen. Beim Planschen am Wasser schützt ein T-Shirt mit einem UV-Schutzfaktor und eine Kopfbedeckung. Hier werden auch die Strahlen in alle Richtungen reflektiert. Das führt dazu, dass Kinder sogar im Schatten unter einem Sonnenschirm nicht ausreichend geschützt sind. Im Gebirge gilt Ähnliches: Die Strahlung ist dort besonders stark, vor allem, wenn noch Schnee liegt. Bei Ausflügen in höheren Lagen rate ich ohnehin dazu, Kälte- und Sonnenschutz in einem entsprechenden Produkt zu kombinieren.

  2. Wieso ist ein Sonnenbrand in den ersten Lebensjahren besonders heikel?

    Kinderhaut kann noch nicht schnell und ausreichend Pigmente produzieren, die als natürlicher Eigenschutz gelten, und sie kann UV-Schäden auch nur unzureichend reparieren. Dadurch kommt es schneller zu tieferen Verbrennungen. Zudem erhöht jeder Sonnenbrand das spätere Risiko für das Entstehen von weißem und schwarzem Hautkrebs. In den Sommerurlaub kann man sicherheitshalber ein medizinisches Akutset mitnehmen. Im Fall von großflächigen Rötungen sollte ein Kind aber auf jeden Fall von einer Ärztin oder einem Arzt behandelt werden.

  3. Benötigt Kinderhaut nach dem Spielen in der Sonne Extrapflege?

    Weniger ist mehr bei Sonnencreme fürs Baby und Kind. Das gilt vor allem für die Inhaltsstoffe bei Kinderprodukten. Verzichten Sie bestmöglich auf Duftstoffe oder ätherische Öle. Ansonsten kommt auch bei Kindern sehr häufig Aloe vera zum Einsatz. Bei sehr empfindlicher Kinderhaut empfehle ich, nach dem Sonnenbad die gewohnten Pflegeprodukte zu verwenden.

  4. Ab welchem Alter sollte man Muttermale regelmäßig kontrollieren?

    Prinzipiell wäre es wichtig, dass die Eltern auf Veränderungen von Muttermalen bei ihren Kindern und sich selbst achten. Eine regelmäßige Kontrolle bei Hautärztinnen und Hautärzten ist angeraten, wenn viele Muttermale vorhanden oder bereits Fälle von Hautkrebs in der Familie aufgetreten sind.

  5. Welche Mythen halten sich besonders hartnäckig?

    Ein wirklich gefährlicher Irrglaube ist: Ein Sonnenbrand beim Kind sei nicht so schlimm, weil er die Haut gegen UV-Strahlung abhärtet. Das stimmt nicht. Viele glauben auch, dass sie mit Sonnenschutz gar nicht braun werden. Wahr ist: Die Haut bildet trotzdem das Pigment Melanin, der Prozess dauert etwas länger, ist aber definitiv gesünder. Babyöl schützt Kinderhaut übrigens nicht vor Sonnenbrand und ist daher als Sonnenschutz nicht geeignet.

Dr. Verena Beck ist Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Baby- und Kinderdermatologie: http://www.verenabeck.at/

Unser Tipp

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