Manche schlafen besser alleine - und das sollten sie auch tun.
Ein Neuanfang im eigenen Bett?

Getrennt schlafen: Nicht das Ende der Beziehung!

Getrennte Betten sind für viele Paare ein Alptraum. Doch es gibt Gründe, warum besonders Frauen darauf pochen sollten.

Der Partner sägt mit seinem Geschnarche jede Nacht gefühlt einen ganzen Wald ab, die Partnerin wälzt sich im Bett ununterbrochen von einer Seite auf die andere: Es gibt viele Auslöser, wie uns unser Lieblingsmensch im Schlaf um den Verstand bringen kann (und am Ende handfeste Schlafstörungen daraus werden können).

Manchmal würden wir ihn oder sie deshalb gerne mit einem sanften Fußtritt aus dem Bett befördern. Das tun wir natürlich nicht. Schließlich lieben wir den Menschen, der mit uns das Bett teilt. Aber: Einige von uns haben schon mit dem Gedanken gespielt, lieber getrennt zu schlafen. Und das ist gar keine schlechte Idee, meint Paarcoach Linda Syllaba.

Warum schlafen Paare eigentlich in einem Bett?

1. Die Gewohnheit

Wer erinnert sich nicht an die erste Verliebtheit in der Beziehung, als wir am liebsten jede freie Minute mit unserem Schatz verbringen wollten und selig in seinen Armen eingeschlummert sind? Genau das ist der Grund, warum wir heute noch mit ihm das Bett teilen, sagt Linda Syllaba: „In der anfänglichen Verliebtheitsphase suchen wir ganz viel Nähe, auch in Form von Sex. Man schläft ein und bleibt liegen – eine rein praktische Geschichte.“ Und so gewöhnt man sich an das gemeinsame Schlafen und praktiziert es auch noch Monate und Jahre später.

2. Die Meinung der anderen

Mit hinein spielt wohl auch die Gesellschaft bzw. die Meinung der anderen. Denn was würden die Freunde oder die Familie denken, wenn wir ihnen erzählen, dass wir nicht mehr im selben Bett mit unserem Liebling schlafen? Bestimmt nicht: „Ach, bei denen läuft’s aber gut.“ Laut Syllaba sollten Sie sich darüber aber keinen Kopf zerbrechen: „Es zeugt von großer Eigenverantwortung, wenn man nach der Lösung sucht, die für einen passt. Ohne darauf zu achten, was die anderen sagen.“

3. Die Angst vor Entfremdung

Sie brauchen sich auch keine Gedanken machen, dass Sie sich emotional von Ihrem Partner entfernen, wenn Sie getrennt schlafen. Oder gar dass der Sex weniger wird: „Diese Gefahr besteht auch, wenn man im selben Bett schläft. Das ist also kein Indikator dafür, wie die Beziehung in puncto Nähe aufgestellt ist. Manche Paare schlafen schon lange getrennt und denen geht es gut. Sie finden das sehr reizvoll, wenn sie sich mal besuchen gehen.“ Laut Syllaba sei es viel tragischer wenn man im selben Bett schläft, es aber verabscheut.

Wann sollten wir auf getrennte Betten bestehen?

Die kurze und einleuchtende Antwort vom Paarcoach: „Wenn zumindest einer von beiden ein Problem damit hat gemeinsam zu schlafen.“ Der Grund dafür spiele laut Syllaba dabei keine Rolle. Also egal, ob Sie das Schnarchen stört, Sie mehr Platz brauchen, Sie alleine einfach tiefer und besser schlafen, …

Problematisch wird es dann, wenn der Partner ein Kuschler ist, der mit Ihnen viel besser schläft als ohne Sie. Laut einer Studie der Universität Wien ist das bei vielen Männern der Fall. Die Forscher fanden heraus: Frauen schlafen besser alleine, während Männer lieber neben ihrer Partnerin einschlummern. Die Gründe liegen laut der Studie in unserer Vergangenheit: Früher war das Schlafen in Gruppen die Regel. Erst vor einigen Jahrzehnten entwickelte sich daraus der Paarschlaf. Während der Mann sich in beiden Konstellationen gleich sicher fühlt, reagieren Frauen viel sensibler auf Geräusche und Reize in ihrer Umgebung.

Sowohl die Herausgeber der Studie als auch Paarcoach Syllaba sind der Meinung: Das liegt an ihrem Mutterinstinkt. „Mit dem Kinder kriegen entwickeln Frauen einen leichteren Schlaf, damit sie mitbekommen, wenn das Baby etwas braucht. Viele Frauen trainieren sich dadurch leider auch Schlafstörungen an.“

Getrennt schlafen: So sagen wir es dem Partner

Das ist wohl der heikelste Punkt und viele trauen sich nicht, diesen Schritt zu gehen. Selbst wenn sie bereits wissen, dass sie alleine besser schlafen. Linda Syllaba rät: „Sagen Sie es Ihrem Partner einfach! Und zwar nicht in kindlicher Unterwürfigkeit oder indem Sie sich selbst oder den anderen als Opfer darstellen.“

Formulieren Sie Ihren Wunsch stattdessen klar, aber liebevoll. Zum Beispiel so: ‚Ich liebe dich sehr und will weiter mein Leben mit dir verbringen, aber ich kann einfach nicht schlafen neben dir.‘ Klar, auch dann kann der Partner anfangs irritiert sein – einfach, weil er das bisher gar nicht mitbekommen hat. Doch wenn Zuneigung da ist, dann wird unser Lieblingsmensch über kurz oder lang Verständnis zeigen und mitfühlen – und dem erholsamen Schlaf im eigenen Bett steht nichts mehr im Weg.

 

Linda Syllaba ist Familien-, Paar- und Elterncoach aus Leidenschaft, wie sie selbst auf Ihrer Website schreibt. Die geborene Wienerin ist Mutter von zwei Buben und unterstützt Menschen auf ihrem Weg zu einem erfüllten Leben.

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