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Ohrenschmerzen beim Kind: 9 Fakten für Eltern

Adé Ohrenweh!

Ohrenschmerzen beim Kind: 9 Fakten für Eltern

In der kalten Jahreszeit häufen sich lästige Beschwerden wie Ohrenschmerzen. Besonders (Klein-)Kinder leiden oft unter Ohrenweh. Dann hilft es, diese Informationen zu kennen.

Anfangs ist das Wickeln noch eine der größten Herausforderung für Jungeltern. Recht bald geht es aber um mehr – wie bleibt Baby gesund? Wie sehr sich Eltern auch bemühen, das Immunsystem der Sprösslinge zu stärken, um manche Krankheiten kommt man einfach nicht herum.

Ohrenschmerzen zum Beispiel: Sie sind eine klassische Kinderkrankheit. So erkranken etwa fast 70 Prozent aller Kinder bis zum sechsten Lebensjahr mindestens einmal an einer Mittelohrentzündung. Und weil Ohren besonders sensible Organe sind, kann auch schon eine kleine Entzündung unangenehm werden.

Ohrenschmerzen: Was tun bei kindlichem Ohrenweh?

1. Kinderohren sind besonders empfindlich

Kinder haben öfter Ohrenschmerzen als Erwachsene, weil die Verbindung zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr noch kürzer ist, so können Erreger schneller ins Mittelohr kommen und sich dort ausbreiten.

In Ohren befinden sich besonders viele Nervenenden, darum können schon kleine Störungen Ohrenweh auslösen. Das Ohrenweh selbst kann in vielen unterschiedlichen Formen auftreten (stechend, klopfend oder dumpf, anhaltend oder in Intervallen). Auch Begleiterscheinungen wie Schwindelgefühl, Hörprobleme und Ohrendruck sind normal.

Ohrenschmerzen beim Kind können viele unterschiedliche Ursachen haben, meistens handelt es sich allerdings um eine Entzündung oder einen Infekt, entweder von Bakterien ausgelöst oder von Viren.

2. Diese Anzeichen deuten auf Ohrenschmerzen hin

Wenn das Kind sich noch nicht gut verständigen kann, ist es manchmal gar nicht so einfach, Ohrenweh zu erkennen. Hinweise für Ohrenschmerzen können sein, dass sich Ihr Kind verstärkt ans Ohr greift, schlechter zu hören scheint, eventuell unter Schwindel leidet oder auch aus dem Ohr nässt.

3. In diesen Fällen sollten Kinder mit Ohrenweh sofort zum Arzt

Da das Hörvermögen speziell für kleine Kinder wichtig für die Entwicklung ist, sollten Sie mit Ihrem Kind bei Ohrenweh eigentlich immer zum Arzt gehen. Unbedingt zeitnah sollte dies geschehen, wenn:

  • Ihr Kind unter zwei Jahre alt ist
  • Ihr Kind zusätzlich Fieber hat
  • Blutungen auftreten
  • Ihr Kind energielos und müde wirkt

4. Was hilft bei Ohrenschmerzen von Kinder?

Die Behandlung erfolgt je nach Ursache für das Ohrenweh mit entsprechenden Medikamenten. Ist das Ohrenweh die Folge eines viralen Infekts und lediglich die Begleitung einer Erkältung, helfen abschwellende Nasentropfen, die Belüftung des Mittelohrs zu verbessern. Die Nasentropfen sollten allerdings nicht länger als fünf bis sechs Tage in Folge gegeben werden. Dieser Richtwert variiert je nach Produkt und Kindesalter, daher lesen Sie unbedingt immer die Packungsbeilage bzw. halten Sie Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.

Bei einer Mittelohrentzündung oder stärkeren Ohrenschmerzen bekommen Kinder ab einem halben Jahr auch Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol verschrieben.

Liegt allerdings ein bakterieller Infekt vor, werden vom Arzt oder der Ärztin Antibiotika verschrieben. Meist wird dann ein Breitbandantibiotkum verwendet, das gegen viele unterschiedliche Erreger wirkt. HNO-Ärzte aus Deutschland beobachten allerdings: Die Anzahl der Resistenzen bei bakteriellen Infektionen nimmt zu. Aufgrund aktueller Studien wird darum empfohlen „nur Kinder unter sechs Monaten sofort mit Antibiotika zu behandeln. Ältere Kinder sollten zwei Tage beobachtet und nur bei andauernden Symptomen oder Komplikationen ein Antibiotikum verabreicht werden.“ Hinzu kommt: Gegen eine virale Mittelohrentzündung helfen Antibiotika nicht!

5. Fiebersaft hilft auch bei Ohrenweh

Ein schmerzlindernder Fiebersaft wie Nureflex ist meist in jedem Haushalt mit Kindern vorhanden, da er vielseitig einsetzbar ist. Und auch bei Ohrenschmerzen kann es sinnvoll sein, ihn Ihrem Kind gleich von Anfang an zu verabreichen. Denn der Fiebersaft enthält den Wirkstoff Ibuprofen, dieser wirkt entzündungshemmend und tötet Bakterien.

6. Ohrenschmerzen sollten beim Kind genau beobachtet werden

Ohrenschmerzen klingen harmlos und sind es in den meisten Fällen auch. Es kann aber auch zu einer Mastoiditis kommen. Dies ist eine eitrige Entzündung des Schädelknochens hinter dem Ohr, sie entwickelt sich meistens, wenn eine Mittelohrentzündung nicht oder zu kurz behandelt wurde. Auslöser sind auch hier verschiedene Arten von Bakterien. Erkennbar ist die Entzündung an einer Schwellung hinter dem Ohr.

Wird die Mastoiditis rechtzeitig erkannt, kann sie im Normalfall gut behandelt werden und alles heilt gut ab. Unbehandelt können jedoch im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Beobachten Sie Ihr Kind also auf jeden Fall und schauen Sie bei Ohrenschmerzen auch einmal hinter die Ohren. Und im Zweifelsfall sollte Sie der Weg immer zum Kinderarzt oder Kinderärztin führen.

7. Diese Hausmittel können bei Ohrenschmerzen helfen

Zwiebelsäckchen sind ein traditionelles Hausmittel, das Kindern bei Ohrenschmerzen Linderung verschaffen kann. Die ätherischen Öle der Zwiebel helfen, die Entzündung abklingen zu lassen.

Und so geht’s: Schneiden Sie eine Zwiebel in Scheiben, und wärmen Sie die Zwiebelscheiben leicht an. Dann legen Sie die warmen Zwiebelscheiben zwischen Wattepads, diese kommen auf die Ohren Ihres Kindes. Fixiert werden die Wattepads zum Beispiel mit einem Stirnband um den Kopf.

Ebenfalls hilfreich ist es, die Ohren nur zu wärmen. Hier sind Wärmequellen wie Rotlichtlampe und Kirschkernkissen gut geeignet.

8. So können Sie Ohrenschmerzen beim Kind vorbeugen

Folgende Maßnahmen können dabei helfen, Ohrenweh vorzubeugen: Geben Sie Ihrem Kind beim Baden Ohrenstöpsel in die Ohren. Verzichten Sie bei der Ohrreinigung auf Wattestäbchen, diese sind für Kinder ungeeignet und übrigens auch für Erwachsene nicht empfehlenswert. Behandeln Sie Schnupfen und Husten frühzeitig mit schleimlösenden Medikamenten (zum Beispiel abschwellender Nasenspray).

9. Was tun, wenn Ohrenschmerzen beim Kind immer wiederkommen?

Wenn Ihr Kind immer wieder Ohrenschmerzen hat, sollten Sie das auf jeden Fall ernst nehmen und diese jedes Mal medizinisch abklären lassen. Ansonsten riskieren Sie, dass das Ohrenweh chronisch wird, wodurch das Trommelfell dauerhaft beschädigt werden kann. Wenn das Kind immer wieder an Mittelohrentzündungen leidet kann auch ein Schnitt im Ohr (Paukenröhrchen) notwendig werden, damit das angesammelte Sekret im Mittelohr abfließen kann. Die Sekretansammlung (Paukenerguss) kann nämlich zu Hör- und Sprachentwicklungsstörungen führen. Der Schnitt hilft, das Mittelohr zu belüften.