Welche Funktion erfüllen Proteine im Körper?

Eiweiße, auch Proteine genannt, stecken in jeder Zelle und gehören neben Kohlenhydraten und Fetten zu den drei Hauptnährstoffen, die der Körper braucht. Diätologin Carolina Reitmann, M. Sc., aus Luftenberg in Oberösterreich weiß, warum Proteine so wichtig sind, wie viel der Körper täglich benötigt und ob man zusätzliches Eiweiß durch Shakes oder Pulver braucht.
„Proteine übernehmen zahlreiche lebenswichtige Aufgaben. Sie sind der Hauptbaustoff für Zellen, Gewebe, Muskeln, Haut, Haare, Nägel und Organe“, erklärt die Ernährungsexpertin. Viele Proteine wirken als Enzyme und ermöglichen oder beschleunigen chemische Reaktionen wie die Verdauung und den Stoffwechsel. Sie fungieren als Transportmittel, indem sie Sauerstoff, Eisen und andere Stoffe durch den Körper befördern. Proteine speichern auch wichtige Substanzen wie Eisen und sind als Hormone an der Regulation zahlreicher Körperfunktionen beteiligt. Im Immunsystem bilden sie Antikörper und schützen so vor Krankheitserregern. Struktur-Proteine wie Kollagen und Keratin sorgen für Stabilität und Form von Geweben und ermöglichen die Kontraktion und Bewegung der Muskulatur. Bei Verletzungen sind sie an der Blutgerinnung beteiligt.

Wie viel Protein soll man täglich zu sich nehmen?

Der tägliche Proteinbedarf für gesunde Erwachsene liegt laut Empfehlungen des österreichischen Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz bei etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet, eine 70 Kilogramm schwere Person sollte rund 56 Gramm Proteine pro Tag aufnehmen. Für ältere Superkraft Proteine sind an fast allen biologischen Prozessen in unserem Körper beteiligt.

Menschen ab 65 Jahren steigt der Bedarf auf etwa 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, also etwa 70 Gramm bei 70 Kilogramm Körpergewicht. Schwangere und Stillende benötigen je nach Schwangerschaftsphase bis zu 23 Gramm täglich zusätzlich. Sportlich aktive Personen sollten je nach Trainingsintensität zwischen 1,4 und 2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, um Muskelaufbau und -erhalt zu unterstützen. Lassen Sie sich bei Ärztinnen und Ärzten oder anderen Ernährungsexpertinnen und -experten zum individuellen Bedarf in der jeweiligen Lebensphase beraten, denn: Zu viel Protein kann auf Dauer die Nieren belasten, daher sollte die empfohlene Menge nicht dauerhaft überschritten werden.

Welche Lebensmittel sind besonders proteinreich?


Proteine finden sich sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Quellen. Besonders hohe Proteinwerte bieten Sojagranulat (52 g/100 g), Parmesan (38 g/100 g), Hanfsamen (37 g/100 g) und Kürbiskerne (35 g/100 g). Seitan, Tempeh, Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Kichererbsen, Bohnen), mageres Rindfleisch, Hähnchen- und Putenbrust sowie Thunfisch und Lachs sind ebenfalls sehr eiweißreich (20–28 g/100 g).

Zu den pflanzlichen Top-Lieferanten zählen Mandeln, Erdnüsse, Weizenkeime und Quinoa. „Auch Vollkorngetreide wie Haferflocken liefern wertvolles Eiweiß“, erklärt die Expertin. Unter den Milchprodukten stechen Magertopfen, griechischer Joghurt und Mozzarella hervor. Auch Eier liefern hochwertiges Protein (ca. 6 g pro Stück). Die Liste wird durch proteinreiches Gemüse wie Brokkoli, Spinat und Brunnenkresse ergänzt.