Nach der Trennung Haare ab? Darum machen wir das.
Vom Liebeskummer zur Kurzhaarfrisur

#breakuphair: Warum wir Haare nach Trennungen abschneiden

Nach der Trennung ab zum Friseur und Haare schneiden? Warum wir es tun und wann man es besser lassen sollte.

Veränderung beginnt in mir. Doch was, wenn wir diese Veränderung auch nach außen tragen wollen um damit zu zeigen, dass wir bereit für Neues sind? Das funktioniert beispielsweise mit einer neuen Frisur. Aber verabschieden wir uns mit ein paar Zentimetern Haarlänge tatsächlich auch von Teilen unserer Persönlichkeit? Psychologin Dunja Radler sieht die Art, wie wir unsere Haare tragen, durchaus als Teil und Ausdruck der Persönlichkeit. „Die Beschaffenheit unserer Haare, ob sie gepflegt sind, modisch geschnitten sind oder natürlich getragen werden, lässt viele Rückschlüsse auf die Eigenschaften und die Befindlichkeit der Träger zu. Und: Bei vielen Menschen entscheidet der Sitz der Haare darüber, ob sie sich attraktiv fühlen oder nicht, denken Sie etwa an den sogenannten ‚Bad Hair Day‘.“

Natürlich senden wir zudem über unseren Haarschnitt und die Gepflegtheit unserer Haare psychologische Signale aus. Diese können bei unserem Gegenüber Sympathie oder Antipathie auslösen. Für dm Qualitätstrainer Christian Wilhelmstötter ist in diesem Fall eine Frage essenziell: „Die Haare machen nicht unsere Persönlichkeit aus. Aber sie spiegeln sie wieder! Deshalb sollten Sie sich immer fragen: Bin das wirklich ich?“

Darum schneiden wir uns nach einer Trennung die Haare ab

Dass der sogenannte „Trennungshaarschnitt“ nicht nur ein Phänomen der sozialen Medien ist (#breakuphair) sondern durchaus einen psychologischen Hintergrund hat, bestätigt auch Psychologin Radler. „Nach einem einschneidenden Erlebnis wie einer Trennung verlieren wir erst einmal zumindest einen Teil unserer gewohnten Identität. Häufig entsteht daraus das Bedürfnis, diese gravierende, gefühlte Veränderung auch äußerlich sichtbar zu machen.“ Eine extreme Typveränderung kann somit ein sichtbarer Weg sein, um anderen zu zeigen, dass man neu anfangen möchte.

Coco Chanel hat einst gesagt: „Eine Frau, die ihre Haare schneiden lässt, ist dabei ihr Leben zu verändern.“ Aber warum fällt es uns gerade nach einer Trennung leichter, einen Teil unserer Haare zu verabschieden? „Wir sind nach einschneidenden Erlebnissen eher dazu bereit, auch äußerliche Veränderungen vorzunehmen, um die innere Diskrepanz zu verringern: Mein Leben hat sich verändert, ich fühle anders, das möchte ich auch im Äußeren zum Ausdruck bringen“, sagt Radler. „Außerdem ist eine Trennung in der Regel ein massiver Angriff auf das Selbstbewusstsein. Ein Friseurbesuch würde in diesem Fall bedeuten, etwas für sich und sein angeschlagenes Selbstwertgefühl zu tun. Im besten Fall fühlt man sich mit neuem, modischem Haarschnitt wieder selbstbewusster.“

Ist es eine gute Idee, sich nach einer Trennung die Haare abzuschneiden?

Christian Wilhelmstötter hat für alle Frauen, die eine drastische Veränderung nach einer Trennung anstreben, einen guten Tipp: „Fällen Sie die Entscheidung über eine neue Frisur lieber nicht an einem Bad Hair Day. Warten Sie besser auf einen Tag, an dem die Frisur eigentlich gut sitzt! Besteht dann immer noch der Wunsch nach einer Veränderung, sollten Sie es wagen.“

Allerdings bitte nicht vergessen: Ein neuer Haarschnitt kann zwar für den nötigen Selbstbewusstseinsschub sorgen. Doch dadurch ändert sich nichts an dem emotionalen Trennungsstress, den Sie trotzdem verarbeiten müssen – ob mit oder ohne neuem Haarschnitt. Eine äußerliche Veränderung kann allerdings für den wichtigen Schubser und neue Energie in Richtung neue Lebensphase sorgen. Und es muss schließlich nicht immer gleich der Pixie Cut sein, manchmal reichen auch schon ein paar Zentimeter um sich freier zu fühlen.

Mag. rer. nat. Dunja Radler ist Klinische- und Gesundheitspsychologin, Arbeits- u. Organisationspsychologin, Mentaltrainerin und bietet psychologisches Coaching an. Ihr Fokus liegt dabei auf der Bewältigung von Lebenskrisen, psychischen Erkrankungen, Liebeskummer, Partnerschaftsproblemen (www.liebeskummerpraxis.wien) sowie schwierigen und belastenden Situationen in Beruf, Ausbildung, Familie, Freundeskreis und Freizeit.

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