Schöne Haare mit der richtigen Farbe - was Sie beim Färben beachten müssen.
Wir klären auf!

Haare färben: Diese Risiken müssen Sie beachten

Kaputtes Haar, irritierte Kopfhaut oder ein unansehnlicher Grünstich: Sich die Haare zu färben wirft Fragen auf und birgt Risiken. Wir klären auf!

Haare färben birgt Risiken – ob man selber färbt oder es beim Friseur machen lässt. Wir klären, worauf Sie beim Haare färben achten müssen.

Sind Haarfärbemittel heute überhaupt noch schädlich fürs Haar?

Grundsätzlich ja, allerdings muss man zwischen einer Tönung und einer Coloration bzw. Blondierung unterscheiden. Colorationen enthalten sogenannte Oxidationsfärbemittel aus den Komponenten Ammoniak sowie Wasserstoffperoxid. Sie brechen beim Färben der Haare die obere Schutzschicht des Haares auf, um Farbpigmente einzuschleusen. Selbst Colorationen „mit natürlichen Pflanzenstoffen“ kommen dabei nicht ohne haarschädigende Chemie aus. Blondierungen brechen ebenfalls zunächst die Haarstruktur auf. Anders als beim Färben werden anschließend die natürlichen Farbpigmente des Haares mit Bleichmitteln zerstört. Das raut die Schuppenschicht des Haares auf und wirkt austrocknend. Die Haare werden spröde und brechen leichter.

Tönungen enthalten ebenfalls chemische Inhaltsstoffe, sind jedoch insgesamt sanfter als dauerhafte Colorationen. Direkttönungen (Stufe 1) lagern ihre Farbstoffe lediglich an der äußeren Schuppenschicht der Haare an, ohne in die Haarstruktur einzudringen. Dadurch halten sie nur etwa 6 bis 8 Haarwäschen und verblassen zunehmend. Intensivtönungen (Stufe 2) halten hingegen 6 bis 8 Wochen. Sie sind ein Kompromiss zwischen Direkttönung und Coloration. Im Vergleich zu Colorationen brechen sie die Haarstruktur mit einer schwächeren Konzentration an Wasserstoffperoxid auf. Für eine Grauabdeckung oder Aufhellung ist der Gehalt an Wasserstoffperoxid jedoch nicht ausreichend. Hier hilft nur der Griff zu dauerhaften Colorationen bzw. Blondierungen.

Wie gesundheitsschädigend ist es, sich die Haare zu färben?

Vor allem das enthaltene Ammoniak riecht sehr unangenehm und kann die Schleimhäute reizen. Über die Kopfhaut können zudem chemische Inhaltsstoffe in den Körper gelangen. Bedenklich ist dies, da manche Inhaltsstoffe als Allergieauslöser gelten. Sie können zu Schuppenbildung, Juckreiz, Ausschlag und Ekzemen führen. Weitere Inhaltsstoffe stehen sogar in Verdacht, krebserregend zu sein.

Was kann man gegen die schädliche Wirkung von Colorationen tun?

Den Hautkontakt mit der Coloration meiden! Dazu während des Farbauftrags unbedingt Handschuhe anziehen und die Farbe nach der Einwirkzeit gründlich auswaschen. Vor dem Färben sollte man hingegen aufs Haarewaschen verzichten. Denn Fett und Hautschuppen bilden einen natürlichen Schutzschild, der verhindert, dass chemische Substanzen ungehindert in die Kopfhaut eindringen. Um der Schädigung der Haarstruktur nach dem Färben zu begegnen, sollte man Pflegeprodukte für coloriertes Haar verwenden.

Wer Allergien vorab ausschließen möchte, trägt am besten einen Tag vor dem Färben einen kleinen Klecks Farbe probeweise in der Armbeuge oder dem Nacken auf. Reagiert die Haut mit Rötungen oder Juckreiz, ist dringend von einer Anwendung abzuraten.

Haare färben: Wann ist generell abzuraten?

Generell ist bei Allergieneigung, Schuppenflechten, Neurodermitis oder Kopfhautverletzungen vom Färben der Haare abzuraten. Aber auch Schwangeren und stillenden Müttern wird abgeraten, da bislang nicht geklärt ist, ob chemische Stoffe in Blut bzw. Muttermilch übergehen können. Bei bereits brüchigem Haar sollte man zudem aufs Färben verzichten, um weiteren Haarbruch zu vermeiden.

Gibt es Haarfarben, die bedenkenlos angewendet werden können?

Reine Pflanzenfarben wie Henna, Kurkuma (das sich auch für weitere Beauty-Hacks super eignet), Walnussschalen oder Rote Bete schädigen die Haare nicht, weil sie nur in die äußere Haarschicht eindringen. Ihre Anwendung ist jedoch langwierig und erfordert jede Menge Geduld, denn sie müssen mehrere Stunden einwirken und währenddessen permanent feucht gehalten werden. Farbauswahl und Farbintensität ist unter den Pflanzenfarben ebenso begrenzt und der gewünschte Farbton nur schwer zu erzielen. Geht etwas schief, ist das Farbergebnis weder auswaschbar noch mit konventionellen Färbemitteln korrigierbar.

Können sich Colorationen nachträglich verändern?

Ja, vor allem Sonneneinstrahlung kann die Haarfarbe nachträglich verändern. Optimalen Schutz bieten Kopfbedeckungen oder Pflegeprodukte mit UV-Filter. Chlorwasser kann speziell bei blondierten Haaren zum gefürchteten Grünstich führen. Nach dem Bad im Pool sollte man das Haar daher gleich mit klarem Wasser ausspülen.

Lässt sich eine braune Tönung rückstandslos aus blondem Haar auswaschen?

Direkttönungen (Stufe 1) sollten sich gänzlich auswaschen lassen. Intensivtönungen (Stufe 2) können hingegen eine leichte Verfärbung hinterlassen.

Lässt sich dunkel gefärbtes Haar problemlos aufhellen?

Hier gilt: Farbe kann Farbe nicht aufhellen. Um gefärbtes Haar aufzuhellen, ist eine Blondierung notwendig. Da sie das Haar stark beansprucht, wird empfohlen, nie um mehr als 5 bis 6 Töne auf einmal aufzuhellen. Ein weiteres Risiko: Bleiben bei der Blondierung zu viele Pigmente im Haar zurück, riskiert man einen Rotstich. Also besser den Profi ranlassen!

Kann man blondierte Haare bedenkenlos dunkel färben?

Auch hier lauern Tücken. Braune Farbe kann auf blondierten Haaren unter Umständen zu einem Grünstich führen. Dann hilft möglicherweise nur noch eine Repigmentierung beim Profi, bevor wieder gefärbt werden kann.

Neigt coloriertes Haar eher zu Haarausfall?

Nein, die Ursache für Haarausfall liegt tiefer, nämlich in den Haarwurzeln. Colorationen schädigen in erster Linie die Haarstruktur. In Folge einer Coloration bricht das Haar jedoch leichter und kann dadurch schließlich ebenfalls dünner wirken.

 

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