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Was tun mit Altkleidern?
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Richtig entsorgen

Was tun mit Altkleidern?

Der Rock ist zu kurz, der helle Pullover lässt den Teint fahl wirken, der elegante Mantel wartet seit Jahren auf seinen Einsatz: Fast jeder Kleiderschrank hütet Stücke, die kaum getragen werden. Doch wohin mit Altkleidern, ohne die Umwelt weiter zu belasten? Ein Überblick über sinnvolle Wege – und warum bewusster Konsum die beste Lösung bleibt.

Warum Altkleidung zum Problem geworden ist

Mit dem Siegeszug der Fast Fashion mit bis zu 52 Kollektionen pro Jahr haben sich Textilien zu einem Wegwerfprodukt entwickelt. Kaum ein Konsumgut hat in den vergangenen 30 Jahren so viel an Wertigkeit verloren wie Kleidung. Wir besitzen heute viermal mehr als noch in den 1980er-Jahren und tragen meist nur einen Bruchteil davon. Kleidung, die aussortiert wird – in Österreich sind das ca. 20.000 Tonnen pro Jahr –, übersteigt den Bedarf an Second-Hand-Ware bei Weitem. Daher landet ein Teil davon in Osteuropa, hauptsächlich aber in Afrika. Dort können die Altkleider oft gar nicht verwendet werden, weil sie ungeeignet für die lokalen Klimabedingungen, kaputt oder verschmutzt sind. Die Folge: Altkleider landen auf riesigen Müllbergen, in der Umwelt oder werden verbrannt.

Wie kann ich Altkleider vermeiden?

Die Überproduktion und der Überkonsum von Bekleidung sind ein strukturelles Problem. Aber auch jede und jeder Einzelne kann gegensteuern, am besten durch bewussten Konsum. Denn: Das ökologischste Kleidungsstück ist das, das gar nicht erst produziert wird.

  • Kleidung lange tragen: Die Garderobe so lange wie möglich nutzen und sich Neuanschaffungen gut überlegen. Die Tragedauer ist die wirksamste Methode, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
  • Pfleglicher behandeln: Kleidungsstücke öfter auslüften und seltener sowie bei niedrigerer Temperatur waschen. Das schont die Fasern und reduziert den Energieverbrauch.
  • Reparieren statt aussortieren: Ein angenähter Knopf, ein gestopftes Loch oder eine Änderung beim Schneider können die Lebensdauer von Kleidungsstücken erheblich verlängern.

Manchmal wird aus einem Makel sogar ein Highlight – etwa, wenn ein Flicken die Jeans mit einem individuellen Hingucker verziert.

Wohin mit Altkleidern?

Wenn Klamotten nicht mehr passen oder schlicht nicht mehr gefallen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Qualität der Altkleider einwandfrei ist und sie nicht verschmutzt oder kaputt sind. Das verursacht nämlich hohe Sortierkosten und die zerschlissene Kleidung landet letztlich in der Abfallverbrennung.

  • Weitergeben: Im Freundes- oder Familienkreis finden sich oft dankbare Abnehmer. Besonders bei Kinderkleidung funktioniert das gut.
  • Weiterverkaufen: Flohmärkte, Second-Hand-Läden und Online-Plattformen wie willhaben.at oder vinted.at ermöglichen es, Kleidung in Umlauf zu halten und einen Teil der Ausgaben zurückzubekommen.
  • Tauschen: Nicht mehr Getragenes gegen neue Garderobe eintauschen kann man bei sogenannten Kleidertausch-Partys, die Nachhaltigkeit mit einem sozialen Erlebnis verbinden. Solche Events finden regelmäßig statt, z. B. zweimal pro Monat im MARK Salzburg oder in Wien. Im kleineren Stil wäre ein Kleidertausch-Abend im Freundeskreis vielleicht mal ein lustiges Incentive.
  • Spenden: Soziale Einrichtungen und Sozialmärkte freuen sich über gut erhaltene, saubere Kleidung. Wichtig ist, sich vorab zu informieren, ob aktuell Bedarf besteht. Am besten, man sucht sich eine Institution oder einen Sozialmarkt in der Nähe. Passende Einrichtungen lassen sich in Suchmaschinen mit „Kleiderspende in Stadt/PLZ“ finden. Über die Caritas beispielsweise können in ganz Österreich Altkleider abgegeben werden.
    Auch bei Altkleidercontainern lohnt ein genauer Blick: Statt die Kleiderspenden an Bedürftige weiterzugeben, verkaufen sie manche Anbieter an Profi-Verwerter weiter. Seriöse Organisationen geben transparent Auskunft über die Verwendung der Spenden.
  • Shwopping: Es gibt Modeketten, die alte Kleidung gegen Einkaufsgutscheine und Rabatte zurücknehmen. Problematisch dabei ist, dass mit der Rückgabe ein Anreiz für erneuten Konsum verknüpft ist und die Umwelt damit weiter belastet wird.

Und was ist mit kaputter Kleidung?

Nicht alles eignet sich zum Weitergeben. Stark abgetragene Kleidung gehört in Österreich in den Restmüll – zumindest noch. Textilien sind schwer zu recyceln, da sie häufig aus Mischfasern wie Baumwolle und Elasthan bestehen. Die Technologie, aus alten Stoffen neue zu gewinnen, steckt noch in den Anfängen.

Bis spätestens 2028 soll es EU-weit eine verpflichtende getrennte Sammlung von Textilien geben. Hersteller werden dann stärker in die Verantwortung genommen, Recyclingstrukturen aufzubauen und zu finanzieren. Bis dahin bleibt Upcycling eine kreative Alternative: Aus einer ausgedienten Jeans wird eine Shorts, aus Stoffresten ein Beutel oder Putzlappen.

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