Citizen Science: 7 spannende Projekte, die zum Mitmachen einladen
Diese Zusammenfassung wurde mit KI erstellt und menschlich kontrolliert
„Teamwork makes the dream work“ – das ist das Konzept von Citizen-Science-Projekten, bei denen alle eingeladen sind, aktiv mitzuarbeiten. So kann man zum Beispiel einen wichtigen Beitrag zur Küstenforschung leisten, in die Tiefen des Weltalls eintauchen oder das Verhalten von Krähen beobachten und dokumentieren.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Citizen Science?
- Seit wann gibt es Citizen Science?
- Welche Arten von Citizen Science gibt es?
- 1. Galaxy Zoo: Die Geheimnisse des Universums lüften
- 2. KraMobil: Freilebende Krähen beobachten
- 3. Pilzfinder: In das spannende Reich der Mykologie eintauchen
- 4. CrowdWater: Den Wasserstand von Flüssen und Seen beobachten
- 5. CoastSnap: Die Veränderung der Küsten dokumentieren
- 6. Wettermelden.at: Zur Wettervorhersage beitragen
- 7. Naturbeobachtung.at: Heimische Tiere und Pflanzen beobachten
Was ist Citizen Science?
Morgens vor dem Frühstück kurz eine Galaxie kategorisieren, beim Spaziergang zur Pilzforschung beitragen oder im Urlaub den Wandel der Küstenlinien beobachten – dafür braucht man kein Labor, kein Studium und auch keine Ausbildung. Bei Citizen Science (dt.: Bürgerforschung) können sich alle, die Lust darauf haben, unter Anleitung von professionellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Forschungsprojekten beteiligen. Die einzige Voraussetzung? Interesse an der Thematik.
Seit wann gibt es Citizen Science?
Dass Amateurinnen oder Amateure (von lat. amator, das Liebhaber bedeutet) in einem Bereich forschen, in dem sie keine akademische Ausbildung haben, hat übrigens eine sehr lange Geschichte. Vor der Entstehung des modernen Wissenschaftsbetriebs im 18. Jahrhundert war dies sogar eher die Regel. In den Reihen der Quereinsteiger finden sich Forschungs-Superstars wie Isaac Newton (Gravitationsgesetz), Gregor Mendel (Grundgesetze der Vererbung) und Charles Darwin (Evolutionstheorie).
Welche Arten von Citizen Science gibt es?
Ohne Citizen Science wären heute viele Projekte viel zu kostspielig oder aufgrund der Menge an benötigten Daten schlichtweg nicht umsetzbar. Bürgerforscherinnen und -forscher können auf vielen verschiedenen Wegen mitwirken.- Bei Digital Crowdsourcing helfen Menschen große Datenmengen abzuarbeiten und beispielsweise Fotos auszuwerten.
- Bei beitragsbasiertem Crowdfunding werden Daten gesammelt. Dazu gehören etwa Vogelzählung oder die Bestimmung von Pflanzenarten.
- Bei der sogenannten Extreme Citizen Science sind Bürgerforscher an allen Forschungsschritten – von Problemstellung über Datensammlung bis zur Analyse – mit dabei.
1. Galaxy Zoo: Die Geheimnisse des Universums lüften
Bereits seit 2007 bittet Galaxy Zoo seine Mitglieder, hoch zu den Sternen zu blicken. „Allein durch ihre Form können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits viel über eine individuelle Galaxie erfahren – zum Beispiel ihre Entstehungsgeschichte und wie sie mit ihren Nachbarn interagiert“, erklärt Brooke Simmons, Professorin für Astrophysik an der Lancaster University in England und Teil des „Zooniverse“-Teams. Seit dem Start des Projekts haben Citizen Scienctist über zwei Millionen Bilder analysiert. Aktuell arbeitet die Community an Fotos von sehr weit entfernten Galaxien, aufgenommen vom James Webb Space Telescope – es ist bis dato das größte und leistungsstärkste Weltraumteleskop der Welt.
Übrigens: Niemand muss Angst haben, etwas falsch zu machen. Um die Qualität der Auswertungen zu gewährleisten, wird jede Galaxie von etwa 20 bis 30 Citizen Scientists kategorisiert.
„Die meisten Fragen, die wir uns zu Beginn des Projekts über Galaxien stellten, konnten durch die gesammelten Daten von Galaxy Zoo beantwortet werden“, erklärt Simmons. „Das Schöne an der Wissenschaft ist, dass sich aus einer Antwort meistens mindestens zwei neue, faszinierende Fragen ergeben! Aktuell finde ich persönlich die Forschung zu den supermassiven schwarzen Löchern in Scheibengalaxien besonders spannend. In diese Kategorie fällt auch unsere Milchstraße.“ Ein kleiner Klick für mich, ein großer Schritt für die Menschheit: Während des Kategorisierens kann es vorkommen, dass man die erste Person ist, die diesen Teil des Universums genauer betrachtet!
So funktioniert es:
Für dieses Citizen Science Astronomie Projekt unter galaxyzoo.org einsteigen, das kurze Tutorial absolvieren und mit dem Klassifizieren loslegen. Tipp: Wer einen Account erstellt, kann seine Lieblings-Galaxien speichern und an Diskussionen teilnehmen.
2. KraMobil: Freilebende Krähen beobachten
Sie sind fester Teil des Tiergarten Schönbrunns in Österreichs Hauptstadt Wien, haben aber kein fixes Gehänge: Die wilden Krähen sind beinahe überall auf dem Zoo-Gelände zu finden. Sie leisten den Pinguinen Gesellschaft und verbringen sogar Zeit mit den Eisbären. In Kooperation mit der Konrad Lorenz Forschungsstelle hat die Universität Wien ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem die Krähen beobachtet werden sollen. Bei der Datensammlung sind sämtliche Besucher herzlich eingeladen, mitzumachen.
Mit der KraMobil-App werden alle Arten erfasst, die sich derzeit im Tiergarten aufhalten und hier jeweiliges Verhalten beobachtet. Mit den gesammelten Informationen können Forscher Theorien über Gruppendynamiken aufstellen und wie sich diverse ökologischen Faktoren wie Nahrungsverfügbarkeit oder Anwesenheit von Zootieren auf das Verhalten der wildlebenden Krähen auswirkt.
So funktioniert es:
Die KraMobil-App ist im Google Play Store und im App Store gratis zum Download verfügbar. Hier können Besucherinnen und Besucher Informationen zu Art, Gruppengröße, Aufenthaltsort sowie Verhaltensweise wie Interaktion mit anderen Zootieren, Pflege des Gefieders oder Aggression festhalten.
3. Pilzfinder: In das spannende Reich der Mykologie eintauchen
Näher an der Tierwelt als an den Pflanzen – Pilze sind faszinierende Lebensformen, die uns viel über Veränderungen in der Natur sagen können. Bereits seit 1980 betreibt die Österreichische Mykologische Gesellschaft die Pilzkartierung – eine der ältesten Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerforschung. Allerdings war dieses Projekt für Artenkennerinnen und -kenner gedacht, die bereits viel Vorwissen mitbrachten. „Deshalb habe ich 2019 Pilzfinder gegründet. Die Web-App soll neu Interessierten, der jüngeren Generation sowie Lehrenden und Lernenden einen niederschwelligen Einstieg in die Thematik bieten“, erklärt Irmgard Greilhuber, Mykologin und Professorin an der Universität Wien im Fachbereich Botanik und Biodiversitätsforschung.
Das Projekt erfasst, welche Pilzarten auftreten, wo sie vorkommen, wann sie Fruchtkörper bilden und wie häufig und in welchen Höhenstufen sie wachsen. Citizen Scientists lernen hier viele Pilze kennen, erfahren, ob sie essbar sind, und gewinnen einen Überblick über die verschiedenen Arten in ihrer Umgebung. Pilzfinder ist zwar deutschsprachig, Funde kann man aber aus der ganzen Welt melden – Stand Anfang April dieses Jahres waren es 65.574 Bilder. Einreichungen kamen dabei auch aus weit entfernten Ländern wie Madagaskar. Die sicher bestimmten Pilze werden einmal jährlich in die Datensammlung der Österreichischen Mykologischen Datenbank aufgenommen und fließen damit in die Forschung und in wissenschaftliche Publikationen ein. „Dadurch können verschiedene Prognosen erstellt und verbessert werden – beispielsweise, wie Pilze auf den Klimawandel reagieren oder welche Arten gefährdet sind“, sagt Greilhuber. „Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie sich die Erscheinungszeit der Pilze verschiebt und wie manche Arten aus niedrigeren Höhenlagen weiter nach oben wandern.“
So funktioniert es:
Ein Foto von einem Pilz knipsen und auf spotteron.com/pilzfinder hochladen. Informationen zum Standort hinzufügen und gegebenenfalls die Art des Pilzes bestimmen.
4. CrowdWater: Den Wasserstand von Flüssen und Seen beobachten
Bei diesem Projekt der Universität Zürich werden mittels Hilfe der Öffentlichkeit Daten gesammelt, um die Vorhersage von hydrologischen Ereignissen wie Trockenheit oder Überschwemmung zu verbessern. Das Projekt hat seinen Standpunkt in der Schweiz, ist aber nicht nur auf ein Land beschränkt. Citizen Scientists auf der ganzen Welt können Bilder und weitere Informationen in der CrowdWater-App hochladen. Dabei gibt es folgende Kategorien:
- Wasserstand
- Bodenfeuchte
- Dynamik von trockenfallenden Bächen
- Plastikverschmutzung in und an Gewässern
- Allgemeine Daten zu verschiedenen Fließgewässern
So funktioniert es:
Zunächst die CrowdWater-App im Appstore oder Google Playstore herunterladen. Einen geeigneten Standort suchen, ein Foto knipsen und weitere relevante Daten festhalten.
5. CoastSnap: Die Veränderung der Küsten dokumentieren
Alles begann mit einfachen Handy-Halterungen aus Edelstahl. Diese wurden 2017 entlang des nördlichen Meeresufers von Sydney, Australien, im Zuge eines Küstenforschungsprojekts der University of New South Wales aufgestellt. Mittlerweile gibt es die CoastSnap-Stationen auf der ganzen Welt – zum Beispiel in Italien, Brasilien und den Philippinen. Diese finden bei Touristinnen und Touristen, aber auch der lokalen Bevölkerung großen Anklang. Die Handy-Halterungen werden entlang von Spazierwegen aufgestellt und sind mit einer einfachen Anleitung für die Handhabung ausgestattet. Der Aufsetzer gewährleistet, dass die Fotos immer die gleiche Perspektive haben – das hilft bei der Datenauswertung. Die Bilder werden pro Station zu einem Zeitraffer-Video zusammengefügt. Forscherinnen und Forscher können so in Echtzeit, aber auch längerfristig Küstenerosion und Strandveränderungen beobachten.
Länderübergreifend soll CoastSnap zukünftig dazu beitragen, Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs zu verstehen sowie Schäden durch Extremwetterlagen zu bewerten. Dies soll Behörden weltweit bei Entscheidungen im Küstenmanagement sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Entwicklung wirksamer Küstenschutzmaßnahmen unterstützen.
So funktioniert es:
In der CoastSnap-App (im App Store oder Google Playstore) oder auf der Website der Organisation findet man ganz einfach die Standorte heraus. Dann das Handy auf der Halterung platzieren, ein Foto knipsen und anschließend mit dem Vermerk des Standorts und Informationen wie Uhrzeit etc. hochladen.
6. Wettermelden.at: Zur Wettervorhersage beitragen
Der österreichische nationale Wetterdienst, Geosphere Austria, hat zahlreiche automatische Wetterstationen, die auf das ganze Land verteilt sind. Diese können mit hoher Genauigkeit Temperatur, Luftdruck sowie Windrichtung und -stärke messen. Tatsächliche Auswirkungen auf dem Boden, wie Hagelsteine, Tornados, Glatteis, Lawinen, Sturmschäden oder Waldbrände können diese Wetterstationen allerdings nicht wahrnehmen. Hier braucht es nach wie vor menschliche Beobachtung. Dafür wurde die Web-App Wettermelden.at ins Leben gerufen.
Übrigens: Für besonders Wetterinteressierte gibt es das Trusted Spotter Network Austria. Bei diesem Programm können sich Wetterenthusiastinnen und Wetterenthusiasten bei der GeoSphere Austria zu einem Trusted Spotter – also einer fortgeschrittenen Wettermelderin oder Wettermelder – ausbilden lassen.
So funktioniert es:
Zunächst auf der Web-App Wettermelden.at anmelden. Dabei immer die Lokalisierung und Ortungsdienste des Mobilgeräts aktivieren. Der kurzen Anleitung folgen, eventuell ein Foto machen und die Wettermeldung hochladen.
7. Naturbeobachtung.at: Heimische Tiere und Pflanzen beobachten
Der Naturschutzbund Österreich hat die Plattform gegründet, um vielfältige Informationen über die Natur Österreichs zu sammeln. Dies verhilft Forscherinnen und Forscher einen aktuellen Überblick über die Flora und Fauna in Österreich zu bekommen. Gemeldet werden können Sichtungen von:
Dabei können Citizen Scientists die unterschiedlichen Arten bestimmen oder auch eine „unbestimmte Art“ melden. Expertinnen und Experten versuchen dann die Funde identifizieren. In dem Forum auf der Website besteht außerdem die Möglichkeit, sich über die Bilder auszutauschen.
So funktioniert es:
Neben der Web-App gibt es auch eine klassische App für das Handy – im Google Playstore oder im App Store. Dort können neben den Fotos auch Wetterdaten und eine detaillierte Beschreibung zum Fundort hochgeladen werden.