Greta Thunberg und die Friday for Future-Demonstrationen schaffen nicht nur bei jungen Menschen ein größeres Bewusstsein dafür, dass wir unseren Lebenswandel schleunigst ändern müssen. Um das Klima zu schützen, gehört besonders ein Umdenken beim Reisen dazu: Der gesamte Tourismus verursacht rund acht Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen. Das  schlechte Gewissen reist also bei jedem Urlaub mit, wenn Sie nicht gerade ohne Auto in den Urlaub fahren. Ja, Nachhaltigkeit ist DAS Thema der Stunde – so schaffen Sie es, nachhaltig zu reisen:

5 Tipps, um nachhaltig zu reisen

  1. Möglichst nachhaltig fliegen

    Vor allem Billigreisen mit häufigem Umsteigen oder Kurzflüge haben mittlerweile einen schlechten Ruf – die höchsten Emissionen verbrauchen Flugzeuge bei Start und Landung. Flugreisen, auf die man wirklich nicht verzichten kann oder will, sollte man laut dem Landschaftsökologen Christian Baumgartner, der „Response and Ability“ gegründet hat – eine global vernetzte Wissensdrehscheibe in Sachen Nachhaltigkeit – zumindest kompensieren. Hier hilft atmosfair.de weiter. Die deutsche Organisation berechnet, wie viel Kohlendioxid der jeweilige Flug verursacht und mit Geld kompensiert werden kann. Mit diesem Geld finanziert atmosfair.de weltweit Projekte, mit deren Hilfe CO2 eingespart werden kann. Ein Beispiel: eine Flugreis von Wien in die Karibik und zurück erzeugt ca. 4.000 kg CO2 – das ergibt einen Kompensationsbeitrag von etwa 90 Euro. Zum Vergleich: Wer ein Jahr lang mit einem Mittelklassewagen fährt und dabei 12.000 Kilometer zurücklegt, kommt gerade mal auf die Hälfte.

  2. Am Reiseziel nachhaltig urlauben

    Aber nicht nur bei der Reise, auch am Ziel sind die ökologischen Fußstapfen, die man hinterlässt, unterschiedlich groß. Das beginnt bereits am Ankunftsflughafen oder -bahnhof. Wer statt eines Taxis zum Hotel den Bus nimmt, reduziert seine CO2-Spur deutlich. Wird die Reise mit einem Mietauto fortgesetzt, empfiehlt sich ein E-Car, ein Hybridmodell oder wenigstens ein relativ neuer Wagen mit Öko-Modus. Wirklich Umweltbewusste, die außerdem noch etwas für ihre Fitness tun wollen, buchen statt eines Autos gleich ein Leihfahrrad mit Lastenanhänger. Hat man die Unterkunft bewusst in guter Erreichbarkeit gewählt und ist – ebenfalls umweltfreundlich – mit leichtem Gepäck gereist, kann das eine ausgezeichnete Alternative sein.

  3. Umweltfreundlich übernachten

    Soll es ein tonnenweise Plastikmüll produzierendes All-inclusive-Resort für die Massen sein, in dem außerdem noch jeder Gast täglich fünfmal sein Strandtuch wechselt, nur weil es nass geworden ist? Oder darf es ein Öko- oder Bio-Hotel sein, das besonderen Wert auf Kriterien wie einen niedrigen Energieverbrauch, nachhaltige Baumaterialien, gezieltes Recycling, die Nutzung lokaler Produkte oder die faire Behandlung örtlicher Arbeitskräfte legt? Für grünen Tourismus werden weltweit Zertifikate wie Biosphere Responsible Tourism, Green Globe oder Green Key vergeben, in Europa sind unter anderem Blaue Schwalbe, European Ecolabel, imbex fairstay oder Nordic Swan eine Orientierungshilfe. Auf viele Details kann man als Tourist aber auch selbst achten: Läuft ständig die Klimaanlage im Hotelzimmer – oder gibt es auch Moskitoschutzgitter, sodass nachts die Fenster offen bleiben können? Muss man endlos duschen und Handtücher und Hotelbettwäsche öfter wecheln in wasserarmen Regionen? Ist es wirklich nötig, die Kleiderreinigung im Hotel zu nutzen? Denn dieser Service schadet oft dem globalen Klima, wenn die Wäsche für jeden Gast extra gewaschen wird.

  4. Strom sparen

    Zu sinnlosem Stromverbrauch führen aber auch unnötige Putzvorgänge im Zimmer. Hier entscheidet der Gast mit: Das „Bitte nicht stören“-Schild wird dabei zum Öko-Tool. Und das vielleicht ohnehin nicht so gut bezahlte Putzpersonal freut sich über eine Viertelstunde Verschnaufpause. Ein weiterer praktischer Trend sind Schlüsselkarten in Hotels. Zieht man sie beim Verlassen des Zimmers aus dem Slot neben der Tür, schalten sich automatisch alle elektrischen Geräte ab. Unterkünfte, die auf solche Systeme setzen, helfen sich selbst und dem Gast beim Strom sparen. Darüber hinaus kann man darauf achten, dass man möglichst wenig Müll am Strand oder bei Ausflügen erzeugt und ihn keinesfalls liegen lässt. Man kann sogar mithelfen, ihn zu reduzieren: Lokale Umweltorganisationen veranstalten immer wieder Beach Clean-ups, an denen sich auch Touristen beteiligen können. Nicht zuletzt lässt sich Müll aber auch dadurch vermeiden, dass man möglichst wenige Dinge dabeihat, die während des Urlaubs als Abfall enden. Produkte mit wenig Verpackung, wiederbefüllbare Flaschen oder Beutel, die man öfter verwenden kann, sind ohnehin trendy – und ein guter Anfang.

  5. Lokale Betriebe bevorzugen

    Wer die lokale Wirtschaft einer Region noch mehr unterstützen möchte, steigt in kleinen, familiär geführten Betrieben ab, die möglichst fair und nachhaltig agieren. Das Schöne bei solchen Aufenthalten ist: Man taucht dabei viel tiefer ins Land ein, als  man es in einem abgeschotteten Hotelresort je könnte. Und auch der unberührten Natur ist man meist viel näher – etwa beim Urlaub im Gasthof des kleinen Fischerdorfs oder beim Agriturismo in den Bergen. Und wer weiß, vielleicht kommt man dabei ja auch auf den Geschmack und verbringt seinen nächsten Urlaub auf einem Bauernhof unweit des eigenen Wohnorts? Das reduziert den CO2-Fußabdruck auf ein echtes Minimum, bringt trotzdem den Luxus von frischen, regionalen Lebensmitteln mit sich, bietet gesunde Luft und neue Eindrücke.