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Elektrische Zahnbürste: Welche ist meine?

Saubere Sache

Elektrische Zahnbürste: Welche ist meine?

Elektrische Zahnbürsten erobern die Badezimmerregale. Aber putzen sie wirklich gründlicher? Und welche Technologie passt zu mir am besten? Der große Guide durch den Zahnbürsten-Dschungel.
Bei den einen ist sie bereits fixer Bestandteil des morgendlichen Mundhygiene-Rituals, andere überlegen noch: Macht eine elektrische Zahnbürste meine Zähne wirklich sauberer? 


Was ist besser: Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste? 

Tatsächlich scheint die E-Variante positive Effekte zu haben: Laut einer Studie der Universität Greifswald, die im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht wurde, schützt die elektrische Zahnbürste vor Zahnfleischentzündungen und dem Verlust von Zähnen.
 
Für die Untersuchung wurden Daten von rund 2.800 Erwachsenen ausgewertet, deren Zahngesundheit über einen Zeitraum von elf Jahren beobachtet wurde. Dabei stellte sich heraus: Elektrische Putzerinnen hatten seltener mit sogenannten „Zahnfleischtaschen“ zu kämpfen. Außerdem verloren Nutzerinnen elektrischer Zahnbürsten im Schnitt 0,4 Zähne weniger als Menschen, die mit einer mechanischen Zahnbürste putzten.
 
Allerdings: Dass elektrische Zahnbürsten besser sind als Handzahnbürsten, stellte sich bei einem anderen wichtigen Faktor nicht heraus: Einen Zusammenhang zwischen der Verwendung elektrischer Zahnbürsten und Karies fanden die Forscherinnen und Forscher nicht. Wahrscheinlich spielt dabei das Fluorid in Zahnpasten eine wichtigere Rolle.

Elektrische Zahnbürste: Welche passt zu mir? 

Elektrische Zahnbürsten lassen sich in drei Technologien einteilen. Aber welche ist für wen geeignet? Ob elektrische Zahnbürsten für Kinder geeignet sind, beantworten wir übrigens hier.


Rotationszahnbürste: Günstige elektrische Zahnbürste gegen Plaque

Erkennbar ist sie an ihrem runden Bürstenkopf (der in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist) Der bewährte und kostengünstige Klassiker wird über einen elektrischen Motor angetrieben, der die kreisenden Putzbewegungen einer Handzahnbürste imitiert. Der Bürstenkopf schwingt mit 4.000 bis 8.800 Bewegungen pro Minute halbkreisförmig hin und her. Dadurch wird ein sehr gutes Ergebnis bei der Entfernung von Plaque erzielt. Manche Modelle sind durch zusätzliche Impulse bzw. Schwingungen (bis zu 40.000 pro Minute) noch gründlicher.
 
Im Vergleich zu Schallzahnbürsten muss der runde Bürstenkopf häufiger ausgetauscht werden und der mechanische Druck kann für empfindliche Zähne zu hoch sein. Modelle mit Andruckkontrolle sind daher empfehlenswert.


Schallzahnbürste: Elektrische Zahnbürste bei Zahnspange und sensiblen Zahnhälsen

Optisch ähnelt sie mit ihrem länglichen Bürstenkopf der Handzahnbürste, wobei es auch hier eine Vielzahl verschiedener Bürstchen gibt. Betrieben wird sie über einen eingebauten Schallwandler – ein Gerät, das akustische in elektrische Signale umwandelt. Die Zähne werden durch hoch schwingende Vibrationen exzellent gereinigt, wobei auch Zahnzwischenräume gut erreicht werden. Die Leistung sollte bei rund 62.000 Vibrationen bzw. 31.000 Schwingungen pro Minute liegen und idealerweise variierbar sein: Zur Eingewöhnung eignen sich niedrige Frequenzen, höhere sind effektiver.
 
Durch das sanftere Auflegen ist die Schallzahnbürste sehr schonend und für Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen, Zahnspangen oder Implantaten gut geeignet, allerdings kann sie durch den geringeren Druck bei besonders hartnäckigem Plaque weniger wirkungsvoll sein. Ihr Anschaffungspreis ist höher als der einer Rotationszahnbürste.


Ultraschallzahnbürste: Elektrische Zahnbürste bei Zahnfleischbluten

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine Schallzahnbürste, allerdings hat sie eine deutlich höhere Frequenz von bis zu 2,4 Millionen Schwingungen pro Minute – und ist etwas gewöhnungsbedürftig. Der Bürstenkopf wird ganz ohne Druck für circa 10 Sekunden auf jeden Zahn einzeln aufgelegt, dadurch kann das Zähneputzen bis zu zehn Minuten dauern. Zusätzlich ist eine spezielle Zahnpasta nötig. Für Eilige ist die Ultraschallzahnbürste eine Geduldsprobe, für Menschen mit Zahnfleischproblemen kann sie ein Segen sein. Darüber hinaus ist das Reinigungsergebnis sehr gut.


Rotierend oder oszillierend?

Eine Rotationszahnbürste führt zumeist – wie der Name schon sagt – nur kreisende Putzbewegungen aus. Bei einer Schallzahnbürste sind sie schwingend, was auch „oszillierend“ genannt wird. Bei manchen Modellen sind beide Techniken vereint.

Wie verwende ich die elektrische Zahnbürste richtig?

Gleich vorweg: Zeit spart die E-Zahnbürste nicht. Jeder Zahn muss nach wie vor einzeln geputzt werden. Dabei darf nur wenig Druck ausgeübt werden – die Bürste soll auf den Zähnen „tanzen“. Dazu muss man sie nur aufsetzen, alle anderen Putzbewegungen macht sie von selbst.
 
Drückt man die elektrische Zahnbürste allerdings zu stark auf, kann das den Zähne und dem Zahnfleisch schaden: Lange Zahnhälse und empfindliche Zähne sind häufig die Folge einer falschen Putztechnik. Dieser Fehler kann allerdings auch mit einer Handzahnbürste passieren. Der Vorteil bei der elektrischen Variante: Viele Modelle verfügen über eine sogenannte Andruckkontrolle. Sie warnt mit einem optischen oder akustischen Signal, wenn der Druck zu hoch ist.


Welche Bürstchen für meine elektrische Zahnbürste?

Die meisten Hersteller bieten eine große Auswahl verschiedener kompatibler Bürstenköpfe in unterschiedlichen Härtegraden an, die spezielle Aufgaben erfüllen – zum Beispiel für Zahnzwischenräume oder zur Zahnfleischmassage. Welche Bürsten zu welchem Modell passen, steht auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung. Welche für die eigenen Zähne gut sind, kann am besten die Zahnärztin des Vertrauens beantworten. Wichtig ist, dass der Bürstenkopf weder zu groß noch zu klein ist. Aber auch der Preis spielt eine Rolle, denn die Bürstchen sollten einmal pro Quartal gewechselt werden. 


Coole Extras für die elektrische Zahnbürste 

Je nach Hersteller und Modell werden verschiedene Specials und weiteres Zubehör angeboten. Sehr nützlich sind etwa Timer-Funktionen, die signalisieren, wann die optimale Putzzeit erreicht ist. Ob Geräte zur UV-Desinfektion wirklich sinnvoll sind, ist hingegen noch umstritten. App-Fans freuen sich über personalisierte Zahnputzhilfen, die etwa Schwachstellen im Mund besonders berücksichtigen, das Putzverhalten analysieren oder daran erinnern, dass der Bürstenkopf gewechselt gehört.