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Kaiserschnittnarbe: So heilen Haut & Psyche

Tiefer Schnitt

Kaiserschnittnarbe: So heilen Haut & Psyche

Die Narbe vom Kaiserschnitt tut weh. Und zwar nicht nur körperlich. Manche Frauen haben bei der Geburt ein Trauma erlebt, an das sie der Schnitt auf der Haut lebenslang erinnert. Narbenpflege braucht daher zweierlei:

Auch wenn die Tendenz steigt: Es ist immer noch ein geringer Anteil an Frauen, der sich für einen Wunschkaiserschnitt entscheidet. In den meisten Fällen entsteht der Eingriff aus der Not heraus. Ist das Wohl des Kindes oder der Mutter gefährdet, übernehmen Ärzte und Ärztinnen das Zepter. Ein Kaiserschnitt kann Leben retten – und trotzdem erfüllt hinterher der Anblick der Narbe so viele Mütter mit Trauer, Verzweiflung, Schmerz und Scham.

Kaiserschnitt: Habe ich versagt?

Trauer, Vorwürfe, Enttäuschung: Die Angst, versagt zu haben oder zu schwach gewesen zu sein, ist eines der schlimmsten und häufigsten Gefühle nach einem Kaiserschnitt. Außerdem ist da immer wieder der Vergleich mit anderen Frauen: Warum haben sie es „geschafft“ und ich nicht? Bin ich etwa eine schlechte Mutter?

Neben solchen Vorwürfen kämpfen Betroffene mit einer tiefen Trauer. Die Enttäuschung darüber, die Geburt nicht auf natürliche Weise erlebt zu haben, ist enorm und belastet die Psyche selbst Jahre nach dem Kaiserschnitt.

Wut und Ohnmacht: Was hat man mit mir gemacht?

Es sind nicht nur Selbstzweifel, viele Frauen verspüren auch große Wut: Sie fühlen sich durch den Kaiserschnitt wie ausgeraubt und ohnmächtig. Ärzte und Ärztinnen, die man vielleicht zuvor noch nie gesehen hat, treffen teilweise in Sekundenschnelle die Entscheidung für einen Kaiserschnitt. Sämtliche weiteren Schritte der OP werden oft ebenso rasch eingeleitet. Gewiss handeln die Fachleute im Kreißsaal nach bestem Wissen und Gewissen. Dennoch bleibt für das Empfinden der betroffenen Frauen oft kein Platz.

Narbe nach dem Kaiserschnitt: Seele pflegen

Narbenpflege braucht daher zweierlei: Einen Balsam für Haut. Und für die Seele. Wir wollen den Schnitt nicht länger unter dem Bikinihöschen verstecken, sondern aufdecken und aufarbeiten, welche Spuren die OP außerdem noch hinterlassen hat. Dafür ist es nie zu spät – weder was die körperlichen, noch was die mentalen Folgen angeht. Letztere brauchen vielleicht sogar etwas mehr Fürsorge. Doch Fakt ist: Erinnerungen und Emotionen heilen nicht von allein.

Ein großer Schritt ist dann getan, wenn frau über das Erlebte spricht. Beim Austausch mit Gleichgesinnten (z.B. in Onlineforen oder Selbsthilfegruppen) treffen Betroffene auf Verständnis. Außerdem kann es helfen, mit einer Hebamme, Gynäkologin oder einem Psychologen zu reden.

Vielleicht lassen Sie sich sogar den Geburtsbericht aushändigen, um Gründe und Verlauf des Kaiserschnitts genau nachvollziehen zu können. Und natürlich hilft es auch, sich seinem Partner, der besten Freundin oder anderen nahestehenden Personen zu öffnen.

Manche Frauen fühlen sich auch dann erleichtert, wenn Sie das Erlebte niederschreiben. Formulieren Sie Ihre Empfindungen und vielleicht auch Vorwürfe an das Kreißsaal-Personal in einem Brief. Ob Sie diesen dann abschicken, können Sie später entscheiden.

Hauptsache, Sie bleiben nicht untätig. Kümmern Sie sich um sich selbst. Schenken Sie sich Trost und verschaffen Sie sich Gehör. So wie Sie es auch bei Ihrem Kind tun würden. Sie sind nämlich eine gute Mutter – für Ihr Kind sogar die beste der Welt.

Kaiserschnitt & Narbe: Haut richtig pflegen

  1. Bauchgurt kann helfen

    Sanitätshäuser bieten breite Elastikgurte an, die mit einem sehr leichten(!) Druck um den Körper gebunden werden. Sie wirken wie eine Schutzschicht für die frische Narbe, lassen sie gleichmäßiger heilen und geben ein angenehm stabiles Gefühl.

  2. Cremen und Ölen

    Spezielle Narbengels oder Salben arbeiten typischerweise mit Wirkstoffen wie Cepalin, Allantoin und Hyaluron. Während Cepalin vor Entzündungen schützt, verbessert Allantoin die Wundheilung und Hyaluron versorgt die Haut mit Feuchtigkeit.

    Zudem gibt es natürliche Lipide, wie z.B. Johanniskraut-, Traubenkern-, Ringelblumen- und Jojobaöl, die sich positiv auf die Narbenentwicklung auswirken. Wichtig bei der Anwendung: Cremes, Öle und Salben immer erst dann anwenden, wenn die Wundränder der Kaiserschnittnarbe vollständig verheilt sind.

  3. Gezielte Massagen

    Selbst alte Narben lassen sich sprichwörtlich wieder weichklopfen. Massagen regen die Durchblutung und Kollagenbildung an. Wird die Massage regelmäßig und am besten durch Expertinnen und Experten (z.B. Hebamme oder Dermatologen) durchgeführt, wird das Gewebe weich und elastisch.

    Führen Sie im Zweifel keine eigenmächtigen Versuche durch; falsche Stimulation kann nämlich auch zu einer ungleichmäßigen Gewebebildung und damit zu einer wulstigen Narbenbildung führen.

  4. Laser gegen Kaiserschnittnarbe

    Professionelle Laserbehandlungen bei Dermatologinnen oder einer spezialisierten Kosmetikerin tragen das Narbengewebe in winzigen Schichten ab. So wird die Stelle nicht nur glatter, sondern oft auch zu einer neuen Kollagenbildung angeregt, die die Narben elastischer werden lässt.