Welche Pflege ist für unsere Lippen unbedenklich?

Wir nehmen uns den Winter zum Anlass, unseren täglichen Begleiter einmal genauer unter die Lupe zu nehmen: unseren Lippenbalsam. Macht Lippenpflege wirklich süchtig? Was genau cremen wir uns so fleißig auf unsere Lippen?

Lohnt sich Lippenpflege und macht sie süchtig?
Lohnt sich Lippenpflege und macht sie süchtig?

Lippenbalsam ist eines der beliebtesten Beautyprodukte weltweit, mehr als neun Millionen Menschen nutzen täglich einen Lippenpflegestift. Besonders im Winter gehen wir ungern ohne Lippenbalsam aus dem Haus, denn eisige Temperaturen draußen und trockene Heizungsluft drinnen stellen für unsere Lippen und deren trockene Haut eine besondere Herausforderung dar. Was bei trockenen Lippen hilft, lesen Sie übrigens hier.

Warum sind unsere Lippen so empfindlich?

Anders als der Rest der Haut haben unsere Lippen nur eine dünne Hornschicht und keine selbstfettenden Talgdrüsen. Dadurch fehlt ihnen die natürliche Fettschutzschicht und sie sind durch Umwelteinflüsse wie Nässe, Wind, Kälte, Sonneneinstrahlung und Heizungsluft einer ständigen Belastung ausgesetzt. Die schöne rote Farbe unserer Lippen ist übrigens jener dünnen Hornschicht geschuldet, welche die darunterliegenden Blutgefäße sichtbar macht. Besonders im Winter strapazieren die extremen Temperaturunterschiede die wenigen Schutz-Ressourcen der Lippen. Die Haut trocknet aus, spannt, wird spröde und rissig.

Stimmt das: Lippenpflege lässt die Lippen austrocknen?

Die meisten Lippenpflegestifte versprechen schnelle Linderung, doch aus Erfahrung wissen wir: Nicht alle halten dieses Versprechen. Wieso? Manche Lippenpflegen enthalten künstliche Mineralöl-Bestandteile und Kohlenwasserstoffe. Diese chemischen Verbindungen gelten als gesundheitsgefährdend, sind obendrein sogar kontraproduktiv, da sich das enthaltene Mineralöl wie ein Film auf die Haut legt. Die Folge: Die Lippe quillt auf und sie wirkt glatt und prall, jedoch trocknet sie mit der Zeit noch mehr aus. Diese Inhaltsstoffe haben somit nichts auf unseren Lippen verloren! Anders ist das etwa bei Lippenpflege auf Basis pflanzlicher Öle und Fette: In zertifizierter Naturkosmetik ist Mineralöl nicht erlaubt, sie ist also immer eine sichere Alternative. Produkte mit Sheabutter, Kokosöl, Jojobaöl oder Bienenwachs können unbedenklich in unserer Einkaufstasche landen.

Stimmt das: Lippenpflege macht süchtig?

Wir kennen es alle: Haben wir einmal begonnen die Lippen zu behandeln, fällt es schwer aufzuhören. Die Lippen schreien nur so nach „Mehr!“ und fühlen sich im Laufe der Zeit ohne zusätzliche Pflege immer trockener an. Hat uns der Lippenbalsam nun süchtig gemacht? Nein, wir können Entwarnung geben: Es handelt sich hierbei mehr um einen Gewöhnungseffekt als um eine Sucht. Dennoch macht Lippenbalsam mit enthaltenem Mineralöl – wie oben beschrieben – die Haut noch trockener. Doch auch ohne Mineralöl kann es passieren, dass wir ohne die zusätzliche Fettschicht die Haut im Vergleich einfach als trockener und gespannt wahrnehmen. Unser Tipp: hin und wieder auf Pflege-Diät gehen. In der Regel hat man sich nach drei Wochen Abstinenz wieder an den Normalzustand der Lippenhaut gewöhnt.


29 Oktober 2019 | Text: Elisabeth Sas | Fotos: Stocksy

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