Aufklärung schützt Kinder vor sexuellem Missbrauch

Was Aufklärung damit zu tun hat, dass Kinder sexuellem Missbrauch ausgeliefert sind? Viel. Sehr viel sogar. Denn Kinder, die Bescheid wissen, sind selbstbewusst. Sie trauen sich „Nein“ zu sagen.

Wir erklären, warum Kinder durch sexuelle Aufklärung geschützter vor Missbrauch sind.
Wir erklären, warum Kinder durch sexuelle Aufklärung geschützter vor Missbrauch sind.

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Darüber hinaus lassen sich in die Erziehung auch Grundsätze einbauen, die präventiv wirken.  Sie machen den Alltag mit kleinen Kindern zwar nicht immer einfacher und können ordentlich am Nervenkostüm zerren, sind aber effektiv.

1. Mein Körper gehört mir!

Kinder sollen mitentscheiden dürfen, was ihren Körper betrifft. Das ist nicht immer ganz leicht für Mama und Papa: Vor allem dann, wenn der Sohn ein halbes Jahr nur Nudeln „ohne alles“ essen will. Oder die Tochter jeden Morgen wieder in ihr „Hello Kitty“-Kleid schlüpft.

2. Ich darf Nein sagen!

Kinder sollen lernen, dass es nicht schlimm ist, etwas abzulehnen. Natürlich geht das nicht immer. Ein Besuch beim Zahnarzt beispielsweise muss sein. Hier sollte man dem Kind erklären, dass man für seine Gesundheit verantwortlich ist und das „Nein“ in dem Fall leider nicht gilt. Aber seine Meinung darf das Kind sagen.

3. Meine Gefühle sind richtig!

Kindern sollen wissen, dass ihre Gefühle wichtig und richtig sind und dass sie auf diese vertrauen dürfen.

4. Ich entscheide, welche Berührung ich haben mag!

Kinder dürfen Berührung ablehnen, die sie nicht wollen. Das birgt natürlich familiären Konfliktstoff. Denn nicht jedes Kind mag die (feuchten) Bussis von Omas oder Tanten. Ein Tipp: Gemeinsam mit dem Kind nach alternativen Lösungen zu suchen, um ihre Zuneigung auszudrücken.

5. Schlechte Geheimnisse gelten nicht, die darf ich weitererzählen!

Geheimnisse, die Bauchweh machen und erzwungen sind, sind keine guten Geheimnisse. Und die darf man auch weitererzählen. Das ist nicht petzen, sondern Hilfe holen.

6. Ich darf mir immer Hilfe holen!

Kindern kann man nicht oft genug sagen, dass sie mit allem kommen können, was sie belastet. Denn gemeinsam lässt sich für alles eine Lösung finden. Und sie sollen wissen, dass sie niemals Schuld an Handlungen von Erwachsenen haben.


13 März 2019 | Text: Julia Fischer-Colbrie | Fotos: Stocksy

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