Junkfood in Papier vor einem rosaroten Hintergrund.
Erziehen Sie Ihr Hirn um

Achtsam essen tut Körper und Seele gut

Bewusst essen und wahrnehmen kann vieles ändern. Wie Sie Ihr Gehirn umerziehen, um achtsam zu essen.

Essen ist ein Grundbedürfnis, bekommt in unserem hektischen Alltag aber viel zu wenig Aufmerksamkeit. Wir essen nebenbei, unbewusst und unkontrolliert. Achtsam essen tun wir aber selten. Achtlosigkeit beim Essen kann viele Ursachen haben.

Negatives Selbstbild hält vom bewussten Essen ab

Die Wiener Ernährungswissenschaftlerin und Psychotherapeutin Laura Milojevic hat die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen ein negatives Selbstbild haben. Das verhindert oft ein genussvolles, bewusstes Essen. „Gerade Frauen definieren einen großen Teil ihres Selbstwerts über das Äußere“, schreibt Milojevic in ihrem Buch „Achtsam essen und genießen“ (Scorpio Verlag). „Das beginnt teilweise schon im Volksschulalter.“

Essen als Belohnung

Zu hohe Ansprüche, Selbstentwertung, Leistungsdruck und Überforderung sowie negative Gefühle in schwierigen Situationen können zu Essattacken führen. Menschen sind nun einmal emotional und Gefühlen folgen oft Handlungen. Eine mögliche Handlung ist Essen als kurzfristige Belohnung. Aber genau das hält vom bewussten Essen ab. Denn: Je öfter man Essen einsetzt, um emotionale Belastungen zu bewältigen, umso stärker wird die Verknüpfung zwischen den beiden Faktoren und hinterlässt tiefe Spuren im Gehirn, so Milojevic. Kurz gesagt: Je öfter wir bestimmte Handlungen durchführen, desto gewohnter werden sie – und das Gehirn greift immer wieder auf dieselbe Strategie zurück. Es merkt sich, wenn auf negative Gefühle Schokolade oder Kuchen folgen, und wird auch in Zukunft dieselben Befehle erteilen.

Achtsamkeit beim Essen ist erlernbar

Gewohnheiten lassen sich aber durchbrechen und langfristig ändern. Das Hirn kann dazu umerzogen werden, mit negativen Gefühlen auf andere Weise umzugehen. Dasselbe gilt für negative Gedanken. Achtsam zu essen ist keine Diät. Denn Achtsamkeit beim Essen heißt, sich nicht nur auf Äußeres zu konzentrieren, sondern auch auf das Innere. Wer langsam lernt, bewusst zu essen, nimmt die Signale des Körpers wahr und hinterfragt Gewohnheiten rund ums Essen. Und zwar, ohne zu bewerten, zu kritisieren oder zu verurteilen. Es geht vielmehr darum, das zu akzeptieren, was gerade ist.

Wir funktioniert achtsam essen?

  1. Gebot

    Mit allen Sinnen anwesend sein und im Hier und Jetzt leben. Dies führt nicht nur dazu, dass wir uns und unseren Körper besser kennen lernen, sondern laut Studien auch zu einer verminderten Kalorienzufuhr.

  2. Gebot

    Auf den Körper hören. Er schickt uns ständig Informationen, ob er wirklich hungrig ist, oder ob wir nur „emotional hungrig“ sind.

  3. Gebot

    Genießen und alle Empfindungen bewusst wahrnehmen.

Beim achtsamen Essen geht es um das Bewusstmachen von Körperempfindungen, Gedanken und Gefühlen beim Essen, um angemessen darauf reagieren zu können. Denn wenn Sie wissen, wann, warum, wo und wie Sie essen, können Sie Ihr Essverhalten steuern. Ohne Diät, ohne Verbote. Aber mit Genuss. Essen wird dann zu etwas Freudvollem und Sinnlichem, das Körper, Geist und Herz gleichzeitig anspricht.

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