Falsche Händehygiene hat Folgen: Wie Sie die Übertragungschancen vom Coronavirus senken ohne Ihrer Haut zu schaden
Was jetzt wichtig ist

Handhygiene bei Coronavirus: Was wirklich wichtig ist

Das Coronavirus hat im Herbst 2020 Österreich weiter im Griff: Infektionsexperte Prof. Dr. Ojan Assadian sagt, auch welche Hygienemaßnahmen wir weiterhin achten sollten, um die Übertragung zu verhindern (und ja, Franzbranntwein kann helfen!).

Noch lange haben wir das Coronavirus nicht besiegt und im Herbst und Winter werden die Zahlen der Neuinfektionen weiter steigen. Dass Handhygiene wichtig ist, um die Übertragung des Virus zu verhindern, haben wir mittlerweile verinnerlicht. Was sich viele dennoch fragen: Sind auch Ersatzpräparate wie Franzbranntwein zum Desinfizieren der Hände einsetzbar? Tipp: Wenn Sie einen Corona-Selbsttest für zuhause suchen, werden Sie bei dm mit einem Gurgeltest fündig (nur online bestellbar)!

Coronavirus: Mit Handhygiene die Übertragung stoppen

  • Eine gute Handhygiene: gründliches Händewaschen mit Seife, gegebenenfalls auch Desinfizieren.
  • Niesen und Husten nur in die Armbeuge, nicht in die Hand.
  • Ein bis zwei Meter Abstand halten von hustenden, niesenden Menschen.

Was Sie darüberhinaus bei Desinfektionsmitteln beachten sollten, haben wir den Infektionsexperten und ärztlichen Direktor des Landesklinikums Neunkirchen, Prof. Dr. Ojan Assadian, gefragt:

Desinfektionsmittel: Muss das sein und gibt es Alternativen?

Herr Prof. Dr. Assadian, sollten wir wegen der weiterhin steigenden Covid-19-Neuinfektionen auch im privaten Umfeld auf zu engen Kontakt verzichten?

Prof. Dr. Ojan Assadian: Es gelten die gleichen sozialen Regeln wie auch unabhängig vom Coronavirus. Wenn jemand Husten hat, sollten Sie generell auf engen Kontakt verzichten. Grundsätzlich gilt: All das, was ich tun würde bei jemandem mit einem schweren Schnupfen, sollte ich auch beim Coronavirus einhalten – und bin geschützt.

Muss ich mir im privaten Umfeld auch die Hände desinfizieren? Wann reicht Hände waschen allein nicht aus?

Da wir das Virus auch auf den Händen haben können, gilt die grundsätzliche Anleitung: Wenn die Hände sichtbar schmutzig sind, zum Beispiel ein Nasensekret auf den Händen ist, auf jeden Fall waschen! Die Desinfektion mit einem alkoholischen Präparat macht dazwischen auch Sinn, sollte aber nicht übertrieben sein. Alle zehn Minuten zu desinfizieren ist weit überzogen. Wenn ich aber Kontakt mit vielen Menschen habe, etwa während einer U-Bahn-Fahrt, ist danach einmaliges Händedesinfizieren durchaus sinnvoll.

Nur Hände desinfizieren – ohne zuvor Hände waschen – bringt aber nichts, oder?

Händehygiene beinhaltet alle Maßnahmen zu ergreifen, damit die Erreger nicht über die Hände übertragen werden. Erstens heißt das: Nicht mit den Händen überall hingreifen. Das ist schon wahnsinnig schwierig für Menschen, weil wir dazu neigen, alles anfassen zu wollen. Zweitens: Hände waschen! Wasser und Seife sind besonders gut in der Lage, Schmutz von den Händen zu entfernen. Die antibakterielle Wirkung ist aber nur mäßig im Vergleich zur Händedesinfektion.

Mit Händedesinfektion können wir aber wiederum schmutzige Hände nicht sauber machen. Allerdings kann Desinfektionsmittel die Anzahl von Erregern sehr stark reduzieren. Fragen Sie sich also: Will ich eine sichtbar saubere Hand, die Hand von Mikroorganismen befreien oder eine schmutzige Hand sauber machen?

Für den Fall, dass wir gerade kein Desinfektionsmittel zur Verfügung haben: Wie können wir uns da behelfen – reicht nicht auch ein Franzbranntwein mit seinem hohen Alkoholgehalt?

Ja, Tatsache ist, dass generell jedes alkoholische Präparat in der Lage ist, eine desinfizierende Wirkung zu haben. Allerdings müssen mindestens 38 Vol. -% Alkohol enthalten sein, darunter erzielen Sie kaum eine Wirkung. Tatsächlich gibt es Produkte mit hohem Alkoholanteil, die sich zur Desinfektion eignen; italienischer Grappa wäre mit 40 Vol. -% auch machbar.

Aber: Händedesinfektionsmittel enthalten zusätzlich zur desinfizierten Wirkung des Alkohols auch pflegende, rückfettende Stoffe, die in Ersatzprodukten fehlen. Das heißt, wenn ich mit Ersatzpräparaten wie Franzbranntwein mehrmals am Tag desinfiziere, dann zerstöre ich mir die Haut, weil diese Präparate eben nicht zur Händedesinfektion gedacht sind. Nur ein paar Mal ist also machbar. Aber ich würde es nicht über mehr als drei Tage hinweg empfehlen oder etwa zehn Mal am Tag. Über einen längeren Zeitraum lieber mit Händedesinfektionsmittel arbeiten.

Eignet sich Franzbranntwein zur Flächendesinfektion, etwa bei Türklinken oder anderen abwischbaren Flächen?

Ja, das kann man tun. Achten Sie dabei nur auf die Materialverträglichkeit und dass die Produkte keine Schlieren machen bzw. die Oberfläche sichtbar schmutzig machen.

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