Was ist Heilerde?

Bei Heilerde handelt es sich nicht wirklich um Erde, wie wir sie aus dem Blumentopf kennen. Vielmehr ist Heilerde ein feines Gesteinspulver, sogenannter Löss, der während der letzten Eiszeit als mineralischer Staub entstanden ist. Dort, wo sich besonders viel Löss im Boden befindet, ist die Erde reich an Mineralien und dadurch fruchtbar.

Eine Eigenschaft, die sich die Menschen seit jeher auch für ihre Gesundheit zunutze machen. So gilt Heilerde als reinigend, entschlackend, gesundheitsfördernd und pflegend für die Haut. Und es ist ein zugelassenes Arzneimittel. Daher darf Heilerde auch eingenommen werden.

Wofür wird Heilerde verwendet?

Heilerde ist vor allem wegen ihrer entgiftenden Wirkung beliebt. Das sehr feine Pulver saugt Giftstoffe wie ein Schwamm auf und erleichtert ihre Ausscheidung. Je feiner die Erde vermahlen ist, desto größer ist ihr Bindungsvermögen. Egal, ob innerlich oder äußerlich angewendet, kann Heilerde so Talg und Schmutz von Haut und Haaren, aber auch Schadstoffe aus Magen und Darm abtransportieren.

Innerliche Anwendung
Heilerde eignet sich innerlich eingenommen – in Form von Pulver oder Kapseln – zur Linderung von Durchfall, bei Sodbrennen und Völlegefühl. Auch ein Reizdarmsyndrom kann mit Heilerde gelindert werden. Dafür sollte die Heilerde-Kur über einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen eingenommen werden. Heilerde ist aber nicht nur reich an Mineralien wie Magnesium-, Kalzium- und Natriumsalzen sowie Kieselsäure, Manganverbindungen und Phosphaten, sondern hat auch eine antibakterielle Wirkung, etwa zur Unterstützung bei leichten Durchfallerkrankungen.

Äußerliche Anwendung

Heilerde entfernt von der Haut überschüssigen Talg und Schmutz und regt die Durchblutung an. Das Hautbild wird verfeinert und Poren verkleinert. Der hohe Mineralstoffgehalt wirkt zudem wie ein sanftes Peeling. Die oberste verhornte Hautschicht wird schonend entfernt, ohne die Haut dabei zu irritieren. Ein zusätzliches Reiben mit den Händen ist bei einer Maske mit Heilerde daher nicht notwendig.

Welche unterschiedlichen Heilerden gibt es?

Wenn von Heilerde die Rede ist, handelt es sich meist um Löss, Lehm-, Ton- oder Moorerde. Je nach Abbaugebiet hat die Heilerde dank ihrer Beschaffenheit bestimmte Eigenschaften. So weist Löss eine besonders hohe Bindungsfähigkeit auf und eignet sich hervorragend zum Entgiften und Entschlacken.

Lehmerde dagegen ist bereits seit der Antike für seine schmerzlindernde Wirkung bei Gelenkbeschwerden und Verstauchungen bekannt. Eine Wirkung, die sich die Menschen übrigens von wilden Tieren abgeschaut haben. Es wurde beobachtet, wie sich verletzte Tiere in bestimmten Lehmlöchern suhlten und dadurch schneller wieder gesund wurden.

Tonerde eignet sich dagegen hervorragend zur Gesichts- und Körperpflege und versorgt die Haut mit wertvollen Mineralien. Moorerde wiederum wird aufgrund ihrer thermophysikalischen Wirkung seit Jahrzehnten in der Physiotherapie geschätzt. Seit neuestem gibt es auch Heilmoor-Getränke.