Sie kennen bestimmt den Ausspruch „Das liegt mir im Magen“ oder „Dieses Erlebnis hat mir auf den Magen geschlagen“ (und damit meinen wir nicht eine Magen-Darm-Grippe). Die Psyche kann den Darm tatsächlich beeinflussen – und umgekehrt: Wenn wir auf unser „Darmhirn“ hören, essen wir intuitiver. Übrigens: Nicht jedes Problem mit dem Darm ist gleich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit! Oft können wir bei Reizdarm-Symptomen wie Blähungen oder Durchfall mit Entspannungsübungen gegenwirken – weil eben die Psyche mitspielt. Wollen Sie genauer wissen, wie Darm und Psyche miteinander zusammenhängen? Und was hilft, wenn die Psyche auf den Darm schlägt? Bitte sehr:

Reizdarm: Wie die Psyche die Verdauung beeinflusst

Dass Darm und Psyche miteinander zusammenhängen, ist wissenschaftlich bestätigt: Unser Darm steht direkt mit dem Gefühlszentrum in unserem Gehirn in Kontakt. „Zwischen dem Magen-Darm-Trakt und dem Gehirn gibt es mehr Nervenverbindungen als im Rückenmark“, sagt Elisabeth Schartner, Fachärztin für Innere Medizin im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien. Darm und Gehirn sind ständig miteinander in Interaktion. Dieser Austausch funktioniert etwa über das komplexe Nervensystem des Darms mit seinen rund 500 Millionen Nervenzellen oder über das Immunsystem, aber auch über die Billionen Darmkeime, das Mikrobiom. Somit kann sich der Darm auf unsere Emotionen auswirken – und umgekehrt.

Kann Stress Darmprobleme auslösen?

Angst und Stress können tatsächlich Darmprobleme auslösen und verstärken. Wenn Sie zum Beispiel Durchfall oder Blähungen haben und deshalb nervös, ängstlich und verstimmt werden, wirkt sich das wiederum auf den Darm aus. Sie richten Ihre ganze Konzentration auf Ihre Eingeweide, sind verunsichert und befürchten womöglich, an einer Krankheit zu leiden. Ein klassischer Fall für den Reizdarm. Laut der Süddeutschen Zeitung haben, je nach Schätzung, zwischen zwei und zwanzig Prozent eine problematische Beziehung zu Darm und Verdauung. Nicht immer steckt dahinter aber eine Krankheit. Kein Wunder, sagt Expertin Schartner, denn: „Allein dadurch, dass Sie sich viele Gedanken machen, kann eine negative Spirale in Gang kommen. Wenn Sie sich selbst stressen, zu sehr in Ihren Körper hinein hören und jedes Bauchzwicken registrieren, lenken Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf den Darm.“ Das Organ reagiert gereizt auf die von Ihnen ausgesendeten Ängste. Die dadurch entstehenden Schmerzen verstärken die Angst. Ein Teufelskreis.