Wenn das Strecken zur Qual wird: Rückenschmerzen können auch psychische Ursachen haben.
Haltung bewahren

Woher kommen Rückenschmerzen und welche Rückenübungen helfen?

Kopf hoch, Brust raus und atmen! Wer sich aufrecht hält und positiv denkt, steuert damit sein Wohlbefinden und bekämpft Rückenschmerzen und deren Ursache. Denn Körper und Psyche beeinflussen einander mehr, als wir denken.

Es gibt Redewendungen, die man ruhig wörtlich nehmen kann. Wer „Rückgrat beweist“, steht häufig nicht nur für eine Sache ein, sondern auch besonders gerade da. Ähnliches gilt für Menschen, die „vor Stolz fast platzen“. Kinn hoch, Brust raus: Diese Kombination entsteht bei ihnen ganz von alleine. Völlig anders sieht die Sache aus, wenn man „den Kopf hängen lässt“ oder „die Last der Welt auf seinen Schultern trägt“: Wer da keine Rückenübungen in seinen Alltag einbaut, steht am Ende oft mit Rückenschmerzen da.

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) geht seit jeher davon aus, dass sich Emotionen auf den Körper auswirken und umgekehrt. Die Wechselwirkung zwischen psychischer Verfassung und unserem Körper konnte bereits wissenschaftlich belegt werden. Es reicht aber schon, sich selbst und seine Umgebung zu beobachten: Emotionen wie Wut, Trauer und Freude spiegeln sich nicht nur in der Mimik, sondern auch in der Körperhaltung.

4 psychische Ursachen für Rückenschmerzen

 

  1. Traurigkeit

    Traurigkeit ist eine weitverbreitete Ursache für Rückenschmerzen, denn sie kann dazu führen, dass sich die Wirbelsäule krümmt. Man sackt in sich zusammen. Und das wiederum wirkt sich laut TCM negativ auf Körper, Seele und Geist aus. „Ist der Rücken aufrecht, kann Qi, die Lebensenergie, frei fließen. Dadurch wird auch die Wirbelsäule mit frischer Energie versorgt. Steht man hingegen regelmäßig zu sehr im Hohlkreuz oder in einer gebeugten Haltung, blockiert das den Qi-Fluss. Das kann zu psychischen sowie körperlichen Problemen führen: zu depressiven Verstimmungen, Verdauungsproblemen, zu Rücken-, Kopf-, Bauch- oder Gelenkschmerzen“ sagt Angela Cooper, Leiterin der Qigong Akademie Cooper.

  2. Stress

    Verspannungen sind häufig eine Begleiterscheinung von übermäßigem Stress, weiß Martina Sommer-Goldammer, Physiotherapeutin und Gründerin des Gesundheitszentrums YogaPraxis. „Stress wirkt sich auch auf die sensiblen Strukturen des Bewegungsapparates aus.“ Übrigens: Ihr Herz kann auch negative Gefühle wie Stress in gute und positive Empfindungen umprogrammieren.

  1. Verunsicherung in der Kindheit

    Oft wird schon in der Kindheit oder im Jugendalter der Grundstein für Rückenschmerzen im späteren Leben gelegt. Auch bei Kindern können psychische Faktoren eine Ursache für Rückenschmerzen sein: „Während des Wachstums und besonders in der Schulzeit können durch Verunsicherung bezüglich Körpergröße, Brustwachstum oder Hautunreinheiten archaische Haltungsmuster zum Selbstschutz aktiviert werden“, sagt Allgemeinmediziner und Osteopath Andreas Goldammer. „Das Herz, die Kehle werden durch die nach vorn gezogenen Schultern ,beschützt‘. Nach außen erscheint es eher wie ein Sich-klein-Machen oder Sich-verstecken-Wollen.“ Auf der anderen Seite lösen positive Erfahrungen eine Leichtigkeit im Brust- und Bauchraum aus und lassen Menschen geradezu über sich selbst hinauswachsen. Auch wichtig: Wie Mädchen ein positives Körperbild lernen.

  2. Das Muskelgleichgewicht

    Die äußere Haltung und das Wohlbefinden hängen stark vom Muskelgleichgewicht ab. Die aufrechte Körperposition beeinflusst die psychische Stimmung positiv. Die Art und Weise, wie wir stehen, sitzen, gehen oder liegen, hat also deutliche Auswirkungen auf unsere Gemütslage. Es gibt viele Studien, die zeigen: Die persönliche Stimmung lässt sich stark durch einfache Bewegungen oder simple Positionswechsel verändern.

Wie wir im Alltag Rückenschmerzen vorbeugen können

  • Lenken Sie Ihre Konzentration so oft wie möglich auf schöne Momente.
  • Denken Sie daran: Die äußere Haltung beeinflusst auch die innere Haltung, daher:
  • Legen Sie Ihre Hand in anstrengenden Momenten auf den Bauch, um die Atmung zu entspannen. So verspannen sich die Schultern nicht.
  • Für einen Ausgleich vom vielen Sitzen sorgen vor allem Oberkörperrotationen wie Drehen und Schwingen sowie regelmäßige Pausen. Und: Wecheln Sie zur ungewohnten Hand beim Bedienen der Computermaus!
  • Eine gute Ausgleichsbewegung für die Brustwirbelsäule ist der Twist in Rückenlage: Die Beine anwinkeln und zur Seite ablegen, Kopf in die Richtung der Knie drehen und die Arme weit öffnen. Die Schultern sinken dabei nach hinten in die Unterlage zurück.
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