Vielen Mädchen und Frauen ist es peinlich, an der Kassa mit einer Packung Tampons gesichtet zu werden. Sie befürchten, während der Regel rote Flecken auf der Hose zu haben. Oder sie gehen nicht schwimmen, weil sie ihre Tage haben. Kurzum: Sie schämen sich für ihre Periode. Dabei sollte es heute normal sein, offen über die Menstruation zu reden und sich etwa über Fakten rund um die Regel auszutauschen oder über passende Hygienehelfer. Und so der Regel einen fixen und ganz selbstverständlichen Platz in der Gesellschaft zu geben.

Aufhören, sich für die Periode zu schämen

Glücklicherweise gibt es mittlerweile Mädchen und Frauen, die offen über ihre Periode reden. In den sozialen Medien motivieren sie mit Hashtags wie #letstalkperiod, #endperiodshame oder #periodpositive. Manche Frauen feiern die Periode sogar, der Hashtag dafür lautet #periodproud. Unlängst hat auch die deutsche Komikerin Carolin Kebekus mit ihrem Song „Viva la Menstruation“ im Stil der Band Rammstein für Gesprächsstoff gesorgt. Diese Aktionen sind wichtig. Denn erst wenn das Tabu endlich gebrochen wird, müssen sich Mädchen und Frauen nicht mehr für ihre Regel schämen. Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass die Menstruation ein Thema ist, bei dem beide Geschlechter verdruckst herumreden?

Wie Unwissenheit zu Period Shaming führt

Mädchen und Burschen wird von Anfang an zu wenig Wissen darüber vermittelt, was die Menstruation ist, wofür sie dient oder wie man Regelschmerzen (die im schlimmsten Fall sogar die Krankheit Endometriose bedeuten können) behandelt. Die Folge? Mädchen sind ängstlich und Buben angeekelt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 von Erdbeerwoche, einem Anbieter für nachhaltige Frauenhygiene, zeigt: 60 Prozent der Mädchen haben eine negative Einstellung zu ihrer Menstruation. Ein Großteil der Buben findet das Thema unwichtig und peinlich.

Tipp: Auf ready-for-red.at können sich Jugendliche interaktiv über die Regel informieren.

Warum die Periode ein Tabu-Thema ist

Wenn Jugendlichen weder in der Schule noch mit der Familie oder später mit dem eigenen Partner über die monatliche Regeblutung reden, kann sich keine positive Haltung dazu entwickeln. Aus Mädchen werden Frauen. Aber das Gefühl, dass die Tage irgendwie sonderbar sind, bleibt. Auch die Werbung trägt ihren Teil dazu bei: Bei TV-Spots für Binden oder Tampons sieht man niemals Blut. Sondern immer nur eine sterile blaue Flüssigkeit, die mit der tatsächlichen Monatsblutung so viel zu tun hat wie Neugeborene mit Durchschlafen. Und: Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt, dass die Periode schon immer als schmutzig und unrein galt.