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Vitamin D: 3 Fakten zum Immunsystem-Booster

Abwehrreaktion

Vitamin D: 3 Fakten zum Immunsystem-Booster

Die Sonne kitzelt uns im Frühling immer öfter nach draußen. Und das ist wichtig, um Vitamin D zu tanken. Trotzdem leiden auch im Frühling viele von uns unter einem Mangel am Sonnenvitamin.

Vitamin D ist für die Immunabwehr unverzichtbar, fand ein dänisches Forscherteam um Carsten Geisler von der Uni Kopenhagen heraus. Anders gesagt: Wir brauchen Vitamin D für ein normal funktionierendes Immunsystem. Weil die Sonne in der kalten Jahreszeit aber kürzer und schwächer scheint, bekommen wir vom Herbst bis in den Frühling hinein nicht genügend Sonne ab.

Doch auch im Frühjahr leiden viele von uns an einem Vitamin-D-Mangel. Sollten wir den Mangel also mit Tabletten und Tropfen ausgleichen? „Das kommt darauf an“, sagt Dr. Martin Spinka, Spezialist für Traditionelle Europäische Medizin und Kurarzt im Curhaus Bad Kreuzen.

Warum Vitamin D eigentlich ein Hormon ist, warum unser Immunsystem ohne es quasi den Geist aufgibt und wann Sie substituieren sollten: Wir haben die Antworten.

So wirkt Vitamin D aufs Immunsystem

Ist genügend Vitamin D im Körper vorhanden, ist unser Immunsystem leistungsfähiger. Vitamin D wirkt positiv auf die Makrophagen (Fresszellen) und die Gedächtniszellen des Immunsystems, sagt die Salzburger TCM-Ärztin Dr. Ursula Kaufmann.

Die Studie aus Dänemark fand heraus: Nur wenn Vitamin D in ausreichender Menge vorhanden ist, werden die sogenannten Killerzellen der Immunabwehr aktiv. Diese erkennen und vernichten von Krankheitserregern befallene Zellen. Ein wichtiger Job in der Immunabwehr – wenn nicht der wichtigste. Des Weiteren hilft das Vitamin unserem Körper beim Einbau von Kalzium in Knochen und Zähnen und versorgt die Muskulatur mit genügend Kalzium.

Das Sonnenvitamin bekommen wir übrigens genau so: über die Sonne. Beziehungsweise unser Körper bildet es in Wirklichkeit selbst – mithilfe von Sonneneinstrahlung. Und das ist übrigens der Grund, warum Vitamin D eigentlich eine Hormon-Vorstufe ist, kein Vitamin. Zwar können wir Vitamin D auch mit der Nahrung aufnehmen, etwa über fetten Fisch oder Eigelb. Allerdings deckt unsere Nahrung nur einen Bruchteil unseres Bedarfs an Vitamin D. Sonne ist also unbedingt notwendig.

Darum raten Ärzte ihren Patientinnen und Patienten mit Vitamin-D-Mangel, oft ins Freie zu gehen und Sonne zu tanken. Vor allem im Winter, aber auch im Herbst und Frühjahr, leiden trotzdem viele von uns an einem Mangel. Rund 80 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, schätzt Medizinerin Kaufmann. Denn: Die Sonne scheint in der kalten Jahreszeit kürzer und schwächer. So gelangt in Österreich etwa von Oktober bis März nicht genügend UV-B-Strahlung zur Erdoberfläche und der Körper kann nicht ausreichend Vitamin D produzieren.

Tabletten oder Tropfen: Ist Vitamin-D-Substitution im Winter und im Frühjahr notwendig?

Das kommt drauf an: Vitamin-D-Mangel kann für ‚subdepressive Zustände‘ im Herbst und Winter verantwortlich sein, darum sollten wir uns um eine ausreichende Versorgung mit dem Sonnenvitamin kümmern. Aber: nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel nachgewiesen ist. „Ein Vitamin-D-Mangel kann mittels Blutabnahme und Analyse im Labor gut, sicher und schnell festgestellt werden“, sagt Dr. Spinka.

Wer keinen Mangel hat, braucht auch im Winter keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Liegt dagegen ein Mangel vor, gehen Mediziner laut Spinka wie folgt vor: „Messen und gegebenenfalls substituieren und die Sache ist wieder im Lot.“ Ob Ihr Vitamin-D-Mangel mit Tabletten oder Tropfen behoben wird, entscheiden die Expertinnen und Experten.

Wichtig: Eine Vitamin-D-Substitution sollten Sie in jedem Fall vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen und nicht eigenmächtig handeln. Denn eine Überdosierung kann sich wiederum negativ auf die Immunabwehr auswirken.

Welche Folgen hat eine Überdosierung?

Eine Überdosierung von Vitamin D kann das Immunsystem schwächen (Stress übrigens auch) – genau das, was man nicht will. Auch deshalb noch einmal der dringende Appell, nicht einfach eigenmächtig Vitamin D-Tropfen oder -Tabetten einzunehmen, ohne dies mit Arzt oder Ärztin abgesprochen zu haben.

Eine Vitamin-D-Vergiftung tritt zum Glück selten auf, weil sie hauptsächlich durch eine starke Überdosierung von Präparaten verursacht wird. Aber sie ist nicht zu unterschätzen: Nierenschäden, Herzryhtmusstörungen und andere schwere Leiden können laut Robert Koch Institut bei einer Vergiftung mit Vitamin D auftreten. „Da Vitamin D im Körper gespeichert werden kann, ist neben einer akuten auch eine schleichende Überdosierung möglich“, schreibt das Institut.

Hinzu kommt: Wie viel Vitamin D jeder von uns braucht, kann sich individuell stark unterscheiden. Denn ein jeder von uns produziert unterschiedlich viel davon. Wie viel Vitamin D Ihr Körper herstellt, hängt von einigen Faktoren ab – Wohnort, Alter und Lebensgewohnheiten sind nur drei davon.