Am liebsten würden manche ständig die neuesten Neuigkeiten erfahren. Andere schotten sich dagegen völlig ab und lassen keine Nachrichten mehr an sich ran, um nicht durchzudrehen. Beides sind Extreme – aber was ist das richtige Maß an Corona-News? Und wie viel sollten wir den Kindern sagen? Wir haben Psychologin und Coach Christine Hoffmann genau das gefragt.

Woher kommt der Drang, alle Corona-News zu verfolgen?

Sicherheit ist ein zentrales Grundbedürfnis von uns Menschen, weiß Psychologin Christine Hoffmann. Dazu zählt der Wunsch nach Vorhersagbarkeit: Wir wünschen uns, bis zu einem gewissen Grad die Zukunft vorhersagen zu können, weil wir uns dadurch sicherer fühlen. Denn dann können wir zumindest sicher sagen, was kommt. Covid-19 verunsichert die Menschen stark, weil sie eben nicht wissen, was uns alles noch erwartet.

Corona-News: 7 Tipps für das richtige Maß

  1. Wie oft sollten wir uns informieren?

    Gibt es ein Maß, das für alle gilt? Nein, sagt Expertin Hoffmann, es gibt leider keine Rezepte oder Empfehlungen: „Es hängt stark davon ab, welches Gefühl in einem entsteht, wenn man sich informiert hat.“ Fühlen Sie sich informiert und nach dem Lesen der Corona-News sicherer? Weil Sie nun alles wissen, was es zu wissen gibt – dann können Sie sich ruhig öfter informieren.

    Viel häufiger ist es aber so: Nach den neuesten Corona-News sind wir bedrückter als zuvor. Dann sollten wir unseren Medienkonsum kritisch hinterfragen und wie wir damit umgehen. Überlegen Sie: Wie kann ich gut für mich sorgen – und meine bedrückte Stimmung nach der Informationsaufnahme in etwas Positives umwandeln?

  2. Was tun, wenn uns die Corona-Lage stresst?

    Unsere Wahrnehmung ist stark durch den Fokus in den Medien geprägt – und dadurch eher negativ: Wir lesen viel mehr über Kriege und Morde und aktuell die steigenden Opferzahlen von Covid-19, als über schöne Dinge. Sie haben den Eindruck, gerade wenig Kraft und persönliche Energie für solche Nachrichten zu haben? Dann schotten Sie sich ruhig ab und lassen Sie Dinge sein, die Ihnen nicht guttun.

    Wer gerade sehr wenig Energie hat und wem es schlecht geht, kann sich auch Hilfe holen: Der Berufsverband österreichischer PsychologInnen hat im Zuge des Coronavirus eine kostenlose Helpline eingerichtet. Von Montag bis Freitag, 09 bis 16 Uhr, beraten ausgebildete Psychologinnen und Psychologen gratis unter der Telefonnummer 01/504 8000.