Fotos als Erinnerung
Schöne Erinnerungen

3 Gründe, warum Sie öfter Ihre Fotos anschauen sollten

Vom Strand bis zum Sonnenuntergang: Im Urlaub halten wir schöne Augenblicke fest. Solche Fotos machen uns in diesem Moment glücklich – doch sie können noch mehr: Es gibt drei gute Gründe, sich diese Bilder später öfter anzuschauen.

Zugegeben: Im Urlaub ständig mit dem Smartphone vorm Gesicht herumzulaufen, um lauter Selfies vor Sehenswürdigkeiten zu schießen, hat mit achtsamem Fotografieren nichts zu tun. Doch grundsätzlich ist nichts gegen viele Urlaubsfotos einzuwenden, die ja das Glücksgefühl schöner Momente festhalten. Im Gegenteil: Sich die Fotos später anzuschauen, bringt Ihnen sogar konkrete Vorteile.

Grund 1: Fotos machen glücklicher

Ein Experiment der Universität von South California (USA) hat gezeigt: Fotografieren lässt uns schöne Momente noch positiver wahrnehmen. Für die Studie musste eine Hälfte der Teilnehmer bei einer Sightseeing-Tour fotografieren, die andere Hälfte nicht. Das Ergebnis: Situationen nahmen die Teilnehmer dann intensiver wahr, wenn sie dabei auf den Auslöser der Kamera drückten. Das bedeutet: Fotos können uns doppelt glücklich machen: einmal während der Aufnahme und ein zweites (und immer wieder reproduzierbares) Mal, wenn wir uns die Fotos vom Urlaub/unserer Hochzeit/einem Familien-Event anschauen.

 

Bilder machen also glücklich. Warum ist das so? Weil wir meistens dann auf den Auslöser drücken, wenn es gerade besonders einzigartig ist. Diese einmaligen Momente halten wir auf den Bildern fest. Beim Betrachten dieser Erinnerungen rufen wir sofort dieses angenehme Gefühl wieder in uns wach. „Es ist vielleicht dieses Gefühl von entspannt sein Dürfen, Losgelöstsein vom Alltag oder die Innigkeit mit meinem Partner oder den Kindern“, sagt die Münchner Psychotherapeutin Andrea Tretner, die in ihrer Praxis für systemische Paartherapie hat Fototherapie anbietet.

Grund 2: Fotos machen entscheidungsfreudiger

Doch Fotos haben noch viel mehr Kraft, als „nur“ schöne Erinnerungen und Gefühle hervorzurufen – und uns damit glücklich zu machen. Sie können Veränderungswünsche hervorrufen und den letzten, noch fehlenden Impuls geben, erste Schritte in die gewünschte Richtung zu setzen. Ein Beispiel: Das Bild einer schönen Landschaft kann eine Sehnsucht wecken, die dadurch wieder entfacht wird. „Grundsätzlich schauen wir durch die Linse mit einem anderen Blick auf die Dinge. Zwischen uns und der Welt halten wir die Kamera in Händen“, sagt Tretner.

Grund 3: Fotos helfen Ihrer Beziehung

Die Paartherapeutin setzt die Fototherapie auch in der Arbeit mit Paaren ein. In Übungen sollen Paare Ereignisse oder Stationen beschreiben, die in der Beziehung für sie wichtig waren. Das macht jeder für sich getrennt, der andere schaut und hört zu. Zu Hause gilt es dann, die entsprechenden Fotos dazu herauszusuchen: etwa Bilder vom Urlaub, von der Hochzeit oder vom Hausbau. Diese sieht sich das Paar dann gemeinsam in der Sitzung an.

„Es ist wirklich überraschend, welche Einblicke hier auf das Gegenüber neu gestaltet werden – mit alten Fotos, die neu bewertet, mit anderen Augen betrachtet oder vielleicht erstmalig gesehen werden“, sagt die Expertin. Auch die Erklärung des Partners, sich für ein bestimmtes Bild entschieden zu haben, plus die emotionale Beschreibung lasse beide wieder neu auf die Partnerschaft schauen. „Oftmals rückt solch eine Fotoarbeit wieder den Blick auf das Wesentliche, was ja oft im Paarkonflikt nicht mehr im Fokus steht.“

Gesammeltes Glück im Fotoalbum

Wer schöne Momente wieder hervorrufen möchte, sollte daher öfter mal das Fotoalbum zur Hand nehmen. Allerdings zeigt eine dm Umfrage: Die wenigsten tun das, denn 70 Prozent der fotografierenden Menschen legen heute ihre Bilder ausschließlich digital ab. Nur 17 Prozent lassen die Bilder entwickeln und stecken sie in Alben. 14 Prozent erstellen Fotobücher. Schade! Denn wie oft schaut man sich Bilder schon am Computer an? Und wie ungemein angenehmer ist es dagegen, ein Album aus dem Regal zu holen und in Erinnerungen zu schwelgen?

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