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Raucherentwöhnung und Co.: So funktioniert Hypnose
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Endlich mit dem Rauchen aufhören

Raucherentwöhnung und Co.: So funktioniert Hypnose

Der Wille ist da, doch die Zigarette bleibt. Warum Rauchen aufhören so schwerfällt – und wie Hypnose helfen kann, alte Muster nachhaltig zu durchbrechen. Dr. Elke Rühl verrät im Interview, was hinter der Methode steckt, wie sie im Gehirn wirkt und weshalb sie sich besonders für die Raucherentwöhnung eignet.
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Dr. Elke Rühl führt mit ihrem Ehemann Wolf Dietrich Seidl eine Praxis für Akupunktur und Hypnotherapie in Rosenheim, Deutschland, mit Schwerpunkt auf Rauchentwöhnung.
Während der Hypnose befindet man sich in Trance.

Frau Dr. Rühl, wie würden Sie Hypnose in einfachen Worten erklären?

Hypnose ist ein Zustand vertiefter Aufmerksamkeit und Entspannung. Das Bewusstsein ist dabei nicht ausgeschaltet, sondern gezielt fokussiert. Man kann es sich wie einen inneren Aufmerksamkeitsfilter vorstellen: Äußere Ablenkungen treten in den Hintergrund, während der Zugang zu inneren Bildern, Gefühlen und Erinnerungen leichter wird.

Was passiert während einer Hypnose – sowohl im Gehirn als auch im subjektiven Erleben der Person?

Während der Hypnose verändert sich die Gehirnaktivität. Bereiche, die für Konzentration und Vorstellungskraft zuständig sind, werden aktiver, während kritische Bewertungsprozesse im präfrontalen Kortex zurücktreten. Subjektiv erleben Menschen Hypnose oft als eine Art Trance, die sich von normalem Wachzustand, Entspannung oder Schlaf unterscheidet. Sie fühlen sich ruhig, fokussiert und offen für positive Veränderungen, sind aber keineswegs bewusstlos oder willenlos.

Worin unterscheidet sich Hypnose von Entspannung, Meditation oder Schlaf?

Hypnose unterscheidet sich deutlich von Entspannung, Meditation oder Schlaf. Während Entspannung und Meditation oft mit einer bewussten Steuerung der Aufmerksamkeit verbunden sind und der Geist meist wach bleibt, ist Hypnose ein Zustand, in dem das Bewusstsein auf bestimmte Suggestionen fokussiert wird. Dadurch lassen sich Verhaltensmuster und Einstellungen leichter verändern. Schlaf hingegen ist ein unbewusster Zustand ohne bewusste Wahrnehmung. Hypnose ist das genaue Gegenteil: ein Zustand erhöhter innerer Aufmerksamkeit und Empfänglichkeit. Diese Besonderheit macht Hypnose besonders geeignet für die Raucherentwöhnung, da sie es ermöglicht, tief verwurzelte Gewohnheiten und Überzeugungen gezielt anzusprechen und umzuprogrammieren.

Was macht Hypnose bei der Raucherentwöhnung so effektiv?

Rauchen ist meist tief im Unterbewusstsein verwurzelt – als Gewohnheit, Stressbewältigung oder emotionaler Ausgleich. Hypnose ermöglicht es, genau dort anzusetzen und hinderliche Überzeugungen gezielt anzusprechen und umzuprogrammieren. Unsere Erfahrung zeigt, dass Hypnose in Kombination mit Akupunktur und Phytotherapie besonders effektiv ist, um Menschen beim Aufhören zu unterstützen.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, damit Hypnose wirksam sein kann?

Die wichtigste Voraussetzung ist Eigenmotivation. Neben dem klaren Wunsch, rauchfrei zu werden, braucht es Bereitschaft, sich auf die Hypnose einzulassen, Vertrauen in den Prozess und die Offenheit, Veränderungen auch im Alltag umzusetzen.

Für wen ist Hypnose zur Raucherentwöhnung eher ungeeignet?

Wer nicht wirklich aufhören möchte oder dem Prozess sehr skeptisch gegenübersteht, wird weniger profitieren. Hypnose ist keine „Zauberlösung“, sondern ein gemeinsamer Weg, der Offenheit und Mitarbeit erfordert.
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Wie läuft eine typische Hypnose-Sitzung zur Raucherentwöhnung ab?

Der Prozess beginnt mit einem ausführlichen Vorgespräch von etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Dabei wird mithilfe eines Fragebogens ein individuelles Raucherprofil erstellt. Dabei werden verschiedene wichtige Aspekte beleuchtet, wie beispielsweise die körperliche und psychische Abhängigkeit, die Stärke der Eigenmotivation und die aktuellen Lebensumstände. Zudem wird erfasst, welchem Rauchertyp der Patient zuzuordnen ist, wobei es sich in der Regel um Mischtypen handelt. Darauf aufbauend wird eine maßgeschneiderte Hypnotherapie entwickelt, die genau auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen des Einzelnen abgestimmt ist. Das Raucherprofil habe ich persönlich entwickelt. Es basiert auf fundierten wissenschaftlichen Kriterien und Untersuchungen. Dadurch entsteht ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal für unsere Praxis, das unseren ganzheitlichen und individuellen Therapieansatz unterstreicht. Nach etwa einer Woche folgt die eigentliche Hypnosesitzung, die ungefähr eine Stunde dauert. Vorab erhält die Patientin oder der Patient wahlweise auf einem USB-Stick oder einer CD eine Tiefenentspannung als Übung, die zu Hause eingeübt werden kann, um den Trancezustand leichter erreichen zu können. Durch diese Einübung des Trancezustands im Vorfeld ist es uns möglich, das Therapieziel, die Raucherentwöhnung, mit nur einer einzigen Sitzung zu erreichen.
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Welche Phasen durchläuft eine Hypnose-Sitzung?

Die Hypnose-Sitzung selbst gliedert sich in die Phase des Hineingleitens in die Trance, die eigentliche Arbeit mit Suggestionen zur Raucherentwöhnung und ein Nachgespräch, in dem offene Fragen geklärt und die nächsten Schritte besprochen werden.

Viele Menschen haben Angst, in Hypnose die Kontrolle zu verlieren. Was sagen Sie diesen Menschen?

Diese Sorge ist ein häufiges Missverständnis. In Hypnose bleibt man jederzeit bei vollem Bewusstsein und behält die Kontrolle. Niemand ist willenlos oder fremdgesteuert. Hypnose ist keine Fremdsteuerung, sondern eine Zusammenarbeit zwischen Therapeut oder Therapeutin und Patient oder Patientin, bei der diese aktiv mitwirken und nur solche Suggestionen annehmen, die mit den eigenen Werten und Zielen übereinstimmen. Niemand wird gegen seinen Willen etwas tun oder sagen müssen.

Was passiert, wenn jemand als „nicht hypnotisierbar“ gilt?

Das kommt äußerst selten vor. Oft hilft eine Anpassung der Methode oder etwas Übung. Wichtig ist, die individuelle Persönlichkeit und aktuelle Lebenssituation zu berücksichtigen, um den passenden Zugang zu finden.

Neben der Raucherentwöhnung: Bei welchen weiteren Themen wird Hypnose eingesetzt?

Hypnose wird unter anderem bei Stress, Ängsten und Phobien, Schlafproblemen, Prüfungsangst sowie zur Unterstützung bei Gewichtsreduktion eingesetzt. Richtig angewandt, kann sie Menschen auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden wirkungsvoll begleiten.

Endlich Nichtraucher dank Hypnose: Ein Erfahrungsbericht

Zigaretten begleiteten Bianca über 30 Jahre lang. Seit eineinhalb Jahren ist sie Nichtraucherin – dank Hypnose. Ihre Geschichte…

„Ich habe geraucht, seit ich ein Teenager war. Nur während und nach meiner Schwangerschaft habe ich insgesamt für sechs Jahre pausiert. Dann bin ich langsam wieder hineingerutscht: Ich traf mich einmal pro Woche mit einer Freundin zum Essen, sie rauchte, ich stand daneben. Eine paffen wird schon nicht schlimm sein, dachte ich. Schon war ich wieder süchtig. Vor einigen Jahren stellte ich auf E-Zigaretten um. Weniger Geruch, angeblich gesünder. Doch genau das wurde mir zum Verhängnis. Plötzlich rauchte ich überall: im Auto, in der Wohnung, nicht mehr nur draußen. Am Ende war es so schlimm, dass ich nachts aufwachte, aufstand und rauchte. Wenn ich abends unterwegs war, rauchte ich sowohl E-Zigaretten als auch herkömmliche Zigaretten. Mir wurde klar: Das ist nicht gut. Ich will da raus. Eine Arbeitskollegin erzählte mir von der Rauchentwöhnung durch medizinische Hypnose. Sie hatte nach nur einer Sitzung in einer Privatpraxis für Akupunktur und Hypnotherapie aufgehört. Schon der erste Anruf dort gab mir ein gutes Gefühl. Dr. Elke Rühl erklärte mir, wie die Hypnose abläuft: Zunächst erfolgt eine Ohr-Akupunktur, anschließend wird man in Trance versetzt. Darauf folgen Hypnotherapie, Ausleitung und das Aufwecken. Nach nur einer Sitzung sollte ich rauchfrei sein. Eine Woche vor der Sitzung fand ein Vorgespräch statt. Dabei wurde ein Raucherprofil erstellt: Wie viel ich rauche, zu welchen Zeiten, in welchen Situationen – und ob ich mir ein Leben ohne Zigaretten vorstellen kann. Mir wurde gesagt, dass ich ein schwieriger Fall sei. Gleichzeitig erklärte man mir: Wenn es bei mir funktioniert, dann so, dass ich das Rauchen einfach vergesse. Die eigentliche Hypnose sollte der Ehemann der Ärztin, Wolf-Dieter Seidl, unter ihrer fachlichen Anleitung durchführen. Für zu Hause erhielt ich einen Stick mit einer 20-minütigen sogenannten Leer-Hypnose. Damit sollte ich üben, möglichst häufig selbstständig in Trance zu gehen. Dann war es so weit: Akupunkturnadeln, gedämpftes Licht, eine warme Rotlichtlampe, eine Liege und eine Decke. Seidls Stimme klang ruhig und vertraut, während er Sätze sagte wie: ‚Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einer Treppe mit fünf Stufen …‘ Irgendwann war ich in Trance – es fühlte sich an, als wäre ich eingeschlafen. Von der Hypnose bekam ich kaum etwas mit. Als ich wieder aufwachte, fühlte ich mich gut. Auf dem Weg zum Auto dachte ich: Okay, dann rauche ich jetzt wohl nicht mehr. Und so war es. In den ersten Tagen tauchte der Gedanke an Zigaretten zwar gelegentlich auf, ließ sich aber schnell wieder verdrängen. Ein kurz darauf folgender Urlaub half zusätzlich, alte Muster zu durchbrechen. Heute macht es mir nichts aus, wenn jemand neben mir raucht – auch mein Partner tut das weiterhin.“


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