Raucherentwöhnung und Co.: So funktioniert Hypnose
Der Wille ist da, doch die Zigarette bleibt. Warum Rauchen aufhören so schwerfällt – und wie Hypnose helfen kann, alte Muster nachhaltig zu durchbrechen. Dr. Elke Rühl verrät im Interview, was hinter der Methode steckt, wie sie im Gehirn wirkt und weshalb sie sich besonders für die Raucherentwöhnung eignet.
Inhaltsverzeichnis
- Frau Dr. Rühl, wie würden Sie Hypnose in einfachen Worten erklären?
- Was passiert während einer Hypnose – sowohl im Gehirn als auch im subjektiven Erleben der Person?
- Worin unterscheidet sich Hypnose von Entspannung, Meditation oder Schlaf?
- Was macht Hypnose bei der Raucherentwöhnung so effektiv?
- Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, damit Hypnose wirksam sein kann?
- Für wen ist Hypnose zur Raucherentwöhnung eher ungeeignet?
- Wie läuft eine typische Hypnose-Sitzung zur Raucherentwöhnung ab?
- Welche Phasen durchläuft eine Hypnose-Sitzung?
- Viele Menschen haben Angst, in Hypnose die Kontrolle zu verlieren. Was sagen Sie diesen Menschen?
- Was passiert, wenn jemand als „nicht hypnotisierbar“ gilt?
- Neben der Raucherentwöhnung: Bei welchen weiteren Themen wird Hypnose eingesetzt?
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Dr. Elke Rühl führt mit ihrem Ehemann Wolf Dietrich Seidl eine Praxis für Akupunktur und Hypnotherapie in Rosenheim, Deutschland, mit Schwerpunkt auf Rauchentwöhnung.
Frau Dr. Rühl, wie würden Sie Hypnose in einfachen Worten erklären?
Hypnose ist ein Zustand vertiefter Aufmerksamkeit und Entspannung. Das Bewusstsein ist dabei nicht ausgeschaltet, sondern gezielt fokussiert. Man kann es sich wie einen inneren Aufmerksamkeitsfilter vorstellen: Äußere Ablenkungen treten in den Hintergrund, während der Zugang zu inneren Bildern, Gefühlen und Erinnerungen leichter wird.Was passiert während einer Hypnose – sowohl im Gehirn als auch im subjektiven Erleben der Person?
Während der Hypnose verändert sich die Gehirnaktivität. Bereiche, die für Konzentration und Vorstellungskraft zuständig sind, werden aktiver, während kritische Bewertungsprozesse im präfrontalen Kortex zurücktreten. Subjektiv erleben Menschen Hypnose oft als eine Art Trance, die sich von normalem Wachzustand, Entspannung oder Schlaf unterscheidet. Sie fühlen sich ruhig, fokussiert und offen für positive Veränderungen, sind aber keineswegs bewusstlos oder willenlos.Worin unterscheidet sich Hypnose von Entspannung, Meditation oder Schlaf?
Hypnose unterscheidet sich deutlich von Entspannung, Meditation oder Schlaf. Während Entspannung und Meditation oft mit einer bewussten Steuerung der Aufmerksamkeit verbunden sind und der Geist meist wach bleibt, ist Hypnose ein Zustand, in dem das Bewusstsein auf bestimmte Suggestionen fokussiert wird. Dadurch lassen sich Verhaltensmuster und Einstellungen leichter verändern. Schlaf hingegen ist ein unbewusster Zustand ohne bewusste Wahrnehmung. Hypnose ist das genaue Gegenteil: ein Zustand erhöhter innerer Aufmerksamkeit und Empfänglichkeit. Diese Besonderheit macht Hypnose besonders geeignet für die Raucherentwöhnung, da sie es ermöglicht, tief verwurzelte Gewohnheiten und Überzeugungen gezielt anzusprechen und umzuprogrammieren.Was macht Hypnose bei der Raucherentwöhnung so effektiv?
Rauchen ist meist tief im Unterbewusstsein verwurzelt – als Gewohnheit, Stressbewältigung oder emotionaler Ausgleich. Hypnose ermöglicht es, genau dort anzusetzen und hinderliche Überzeugungen gezielt anzusprechen und umzuprogrammieren. Unsere Erfahrung zeigt, dass Hypnose in Kombination mit Akupunktur und Phytotherapie besonders effektiv ist, um Menschen beim Aufhören zu unterstützen.Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, damit Hypnose wirksam sein kann?
Die wichtigste Voraussetzung ist Eigenmotivation. Neben dem klaren Wunsch, rauchfrei zu werden, braucht es Bereitschaft, sich auf die Hypnose einzulassen, Vertrauen in den Prozess und die Offenheit, Veränderungen auch im Alltag umzusetzen.Für wen ist Hypnose zur Raucherentwöhnung eher ungeeignet?
Wer nicht wirklich aufhören möchte oder dem Prozess sehr skeptisch gegenübersteht, wird weniger profitieren. Hypnose ist keine „Zauberlösung“, sondern ein gemeinsamer Weg, der Offenheit und Mitarbeit erfordert.
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Wie läuft eine typische Hypnose-Sitzung zur Raucherentwöhnung ab?
Der Prozess beginnt mit einem ausführlichen Vorgespräch von etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Dabei wird mithilfe eines Fragebogens ein individuelles Raucherprofil erstellt. Dabei werden verschiedene wichtige Aspekte beleuchtet, wie beispielsweise die körperliche und psychische Abhängigkeit, die Stärke der Eigenmotivation und die aktuellen Lebensumstände. Zudem wird erfasst, welchem Rauchertyp der Patient zuzuordnen ist, wobei es sich in der Regel um Mischtypen handelt. Darauf aufbauend wird eine maßgeschneiderte Hypnotherapie entwickelt, die genau auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen des Einzelnen abgestimmt ist. Das Raucherprofil habe ich persönlich entwickelt. Es basiert auf fundierten wissenschaftlichen Kriterien und Untersuchungen. Dadurch entsteht ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal für unsere Praxis, das unseren ganzheitlichen und individuellen Therapieansatz unterstreicht. Nach etwa einer Woche folgt die eigentliche Hypnosesitzung, die ungefähr eine Stunde dauert. Vorab erhält die Patientin oder der Patient wahlweise auf einem USB-Stick oder einer CD eine Tiefenentspannung als Übung, die zu Hause eingeübt werden kann, um den Trancezustand leichter erreichen zu können. Durch diese Einübung des Trancezustands im Vorfeld ist es uns möglich, das Therapieziel, die Raucherentwöhnung, mit nur einer einzigen Sitzung zu erreichen.
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