Er brachte uns Radfahren bei: Darum sagen wir am Vatertag Danke!
Papa ist der Beste!

Vatertag in Österreich: Deshalb sollten wir Papa mehr feiern

Woher der Vatertag in Österreich kommt und wieso wir diesen mindestens genauso groß feiern sollten wie den Muttertag? Weil auch unsere Papas einen Tag lang Anerkennung verdient haben und sich das vor allem auch für Frauen lohnt.

Kommerz hin oder her, wir freuen uns darüber, unseren Mamas einmal im Jahr mit besonderen Muttertagsgeschenken eine Freude zu machen. Am liebsten mit einem persönlichen „Danke, Mama“.

Und was ist mit unseren Papas? Um den Vatertag, der in Österreich am 14. Juni 2020 im Kalender steht, ist es dagegen verhältnismäßig ruhig. Warum ist das so? Und wieso würde es sich vor allem für uns Frauen lohnen, das zu ändern und öfter auch ein Lob an Papa auszusprechen?

Vatertag in Österreich: Warum feiern wir ihn (kaum)?

Nicht nur was das Datum betrifft steht der Vatertag erst an zweiter Stelle: Wir feiern ihn am zweiten Sonntag im Juni nach dem Muttertag. Der Feiertag wurde auch später eingeführt: In Österreich steht er seit 1956 auf dem Programm, der Muttertag schon seit 1924. Dementsprechend veraltet ist auch der Hintergrund: Da es die Mutter war, die sich in erster Linie um die Kinder und die Familie kümmert (Stichwort: Mental Load), wurde ihr dieser Tag quasi als „Ehrung“ für die geleistete Care-Arbeit gewidmet. Daran hat sich in den letzten 100 Jahren leider kaum etwas verändert.

Obwohl es nicht weniger Väter als Mütter gibt, ist der Vatertag in Österreich nach wie vor weit weniger präsent als der Muttertag. Das zeigen auch die Zahlen: So geben etwa die Wienerinnen und Wiener für Geschenke zum Vatertag um die Hälfte weniger aus als für Präsente zum Muttertag.

Vatertag: Kaum präsent dank veralteter Rollenbilder

Was sagt das über unsere heutige Gesellschaft aus? Das, was auch die Statistiken sagen: Nach wie vor sind hierzulande viel mehr Mütter als Väter für die Erziehung und Versorgung ihrer Kinder und des Haushalts, also für sogenannte Care-Arbeit, verantwortlich. Nur ein Bruchteil der Väter geht überhaupt in Väterkarenz – in Österreich sind es derzeit nur vier Prozent! Den Männern fehlen hier progressive Vorbilder. Es wäre also durchaus fortschrittlich, den Vatertag mit dem Muttertag gleichzustellen und so mit diesem Bild ein Stück weit zu brechen.

Erfinder des österreichischen Vatertags: Marketinggag UND Familienfest

Feiern wir unsere Väter, können wir damit also auch ein Bewusstsein für eine progressive Vaterrolle schaffen. Der Erfinder des österreichischen Vatertags machte es vor: Helmut Herz war bereits in den 1960er-Jahren alleinerziehender Vater. Als Werbeleiter eines Wiener Hemdenherstellers hatte er 1955 die Idee, einen Vatertag einzuführen – zwar in erster Linie, um das Textilgeschäft wieder  anzukurbeln. Sein Hintergedanke war aber auch ein sozialer: Er wollte die Väter an diesem Tag wieder näher mit ihren Kindern zusammenbringen. Gemeinsam mit SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner hat Herz dafür ein Vatertagskomitee für einen Familienfeiertag eingerichtet. Seitdem feiern wir den Vatertag in Österreich am zweiten Junisonntag.

Als Vorbild diente ihm dabei übrigens Deutschland, wo es bereits einen Vatertag gab. Allerdings: Dort wird dieser auch heute noch vielerorts nicht als Familienfest, sondern als „Herrentag“ oder „Männertag“ unter Männern gefeiert – mit viel Alkohol und Verhalten, das sicher eher traditonelle Rollenbilder festschreibr. Es wäre an der Zeit, dass wir in Österreich es anders und besser machen.

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