Active Beauty
„Vier minus drei“: Alles zum neuen Kinofilm von Adrian Goiginger
Lesedauer: min
Berührend

„Vier minus drei“: Alles zum neuen Kinofilm von Adrian Goiginger

Der Bestseller „Vier minus drei“ der österreichischen Autorin Barbara Pachl-Eberhart wurde unter der Regie von Adrian Goiginger verfilmt und kommt am 6. März in die heimischen Kinos. ACTIVE BEAUTY hat dazu die wichtigsten Infos.

„Vier minus drei“: die wichtigsten Facts zum Film

„Vier minus drei“ ist der fünfte Kinofilm des erfolgreichen österreichischen Filmemachers Adrian Goiginger. Während die früheren Filme des gebürtigen Salzburgers stark von seiner eigenen Biografie geprägt sind, beschreitet der Regisseur in seinem aktuellen Werk neue Wege. „Vier minus drei“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Barbara Pachl-Eberhart. Die Autorin schildert darin, wie sie nach dem Verlust ihrer Familie wieder zurück ins Leben findet.

„Vier minus drei“ startet am 6. März in den heimischen Kinos und hat eine Laufzeit von 120 Minuten. Prominent ist nicht nur der Regisseur, sondern auch die Besetzung mit der „Buhlschaft“ Valerie Pachner und Robert Stadlober in den Hauptrollen sowie Stefanie Reinsperger und Hanno Koffler in weiteren Rollen.


„Vier minus drei“: die Handlung

Barbara (Valerie Pachner) und ihr Mann Heli (Robert Stadlober) führen mit ihren beiden Kindern Fini und Thimo ein liebevolles, turbulentes Leben. Beide Eltern sind Clowns. Während Heli gerne der hohen Kunst frönen würde, von Auftritten in Deutschland oder Frankreich träumt und im Alltag Kinder und Haushalt schupft, verdient Barbara als Krankenhaus-Clownin den Familienunterhalt – mitunter ein Streitpunkt in ihrer Beziehung, denn Heli ist der Meinung, Barbara verschwende ihr Talent und halte ihn davon ab, seine Träume zu verwirklichen.

Aus diesem Alltag wird Barbara durch einen plötzlichen Schicksalsschlag gerissen. Auf dem Heimweg von der Arbeit erhält sie einen Anruf ihrer Freundin Sabine (Stefanie Reinsperger): Es habe in der Nähe einen Unfall mit einem gelben Clown-Bus gegeben. Bei Barbara schrillen sofort die Alarmglocken, auch wenn sie es zuerst nicht wahrhaben will. Dann die Gewissheit: Es war der Bus, den Heli und sie zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten. Heli, der am Steuer saß, ist tot, auch ihr Sohn Thimo kann nicht mehr gerettet werden. Barbaras Hoffnung klammert sich an ihre schwerstverletzte Tochter Fini. Doch vergebens.

Nach der Beerdigung ihrer Familie flüchtet sich Barbara in Erinnerungen und schnellen Sex nach einer Disconacht. Nicht allen gefällt diese Art der Trauerbewältigung, und vor der Protagonistin liegt eine wahre Achterbahn der Gefühle. Nach und nach erkennt sie, dass das Leben weitergeht und wie heilsam es ist, sein Herz wieder für neue Menschen zu öffnen. „Ich will lachen und ich werde auch lachen“, sagt sie zu ihrer Freundin Sabine. Denn Lachen und Leichtigkeit ist auch das, was sie als Clownin ausmacht und was sie letztendlich durch diese schwere Zeit trägt.
Trailer von "Vier minus drei"
Der neue Kinofilm von Adrian Goiginger

So war der Dreh von „Vier minus drei“

Adrian Goiginger wurde auf das Buch „Vier minus drei“ von Barbara Pachl-Eberhart aufmerksam, als sein zweites Kind gerade geboren worden war. „In einer ersten Reaktion war mir die Geschichte einer Frau, die mit einem Schlag Mann und Kinder verliert, zu heftig“, sagt er im Interview mit dem Filmverleih Polyfilm. Doch sofort kam ihm auch in den Sinn, wer den Bestseller in ein Drehbuch verwandeln könnte: Senad Halilbašić, den Goiginger schon von anderen Drehbüchern kannte. „Erst durch Senads erste Drehbuchfassung und seine Perspektive auf die Geschichte ist mir bewusst geworden, dass es vielmehr um die Hoffnung und das Leben nach dem Unfall geht, als um das Erzählen einer Tragödie. Das hat mir Lust gemacht, diesen Film zu machen“, erzählt Goiginger.

In allen Phasen des Filmprojekts war Barbara Pachl-Eberhart eng eingebunden. Bereits beim Buchvertrag ihres Bestsellers „Vier minus drei“, der 2010 veröffentlicht wurde, hatte es ein paar Anfragen zu Verfilmungen gegeben, die letztendlich nicht umgesetzt wurden. „Es brauchte erst ein Kaliber wie Adrian Goiginger in Kombination mit Drehbuchautor Senad Halilbašić. Ich bin sehr froh, denn es ist ihnen unheimlich gut gelungen“, sagt die Autorin.

Auch die Hauptdarstellerin Valerie Pachner lernte Barbara Pachl-Eberhart kennen, allerdings erst wenige Wochen vor Drehbeginn. Die Schauspielerin wollte sich zuerst die Rolle selbst erarbeiten, bevor sie die echte Frau hinter der Figur trifft. „Wir erzählen ja keine direkte Biografie, es ging nicht darum, jemanden zu imitieren“, so Pachner. Eine noch lebende Person zu spielen, hat für sie einen besonderen Reiz: „Das geht stets mit einem großen Verantwortungsgefühl gegenüber der Person einher.“

Der Dreh selbst war laut den Aussagen des Regisseurs sehr emotional. „Ich habe nie zuvor auf meinen Sets so viele Menschen weinen sehen“, blickt Goiginger auf die Zeit zurück. Besonders in Erinnerung ist ihm der Dreh des Begräbnisses geblieben, welches zu einer der Schlüsselszenen des Films wurde. In der Vorbereitung hatte er viel originales Videomaterial von der Trauerfeier, an der auch zahlreiche Clowns aus Barbaras und Helis Freundes- und Bekanntenkreis teilnahmen, gesichtet. „Bei einem Testscreening habe ich hinter mir ein paar junge Frauen lachen gehört und ich war irritiert. Ich habe mich umgedreht und gesehen, dass sie gleichzeitig auch ganz verheult waren, und das hat mich bestätigt: Lachende Tränen war genau die Reaktion, die ich mir gewünscht hatte“, berichtet Goiginger.

Warum wir „Vier minus drei“ sehen sollten

„Vier minus drei“ ist kein Film, den man sich wegen der Spannung ansieht – es ist bekannt, wie der Lebensweg von Barbara Pachl-Eberhart nach dem Verlust ihres Mannes und ihrer Kinder weiterging. Ihr autobiografisches Buch avancierte zum Bestseller. Heute arbeitet Pachl-Eberhart unter anderem in der Trauer- und Sterbebegleitung sowie als Schreibcoachin. Sie heiratete erneut, brachte 2017 ihre Tochter Erika zur Welt und ist seit 2025 in dritter Ehe verheiratet.

Es ist also kein Mitfiebern, sondern vor allem ein Mitfühlen und Teilhaben an der Gefühlswelt einer Frau, die ein unglaublich schmerzhaftes Schicksal meistert. Ein Aspekt, der auch die Hauptdarstellerin faszinierte: „Mich hat generell interessiert, wie jemand nach so einem Schicksalsschlag so einen Weg gehen kann“, sagt Pachner. „Die andere Sache, die mich interessiert hat, war die Clown-Ebene. Die Frage, was Kunst machen kann, wie Kunst einem in solchen Momenten helfen kann.

Das Clown-Sein eröffnet den Zuseherinnen und Zusehern einen Einblick in eine ganz eigene Welt. „Das besonders Spannende an Barbara Pachl-Eberharts Geschichte ist, dass ihre Clown-Philosophie, die Dinge immer auch von ihrer Kehrseite zu betrachten, die sie und ihr Mann Heli gelebt und praktiziert haben, so sehr auf die Probe gestellt wird“, sagt Goiginger. Hierin steckt auch für Pachl-Eberhart der Kern des Films: „Für mich ist das Schönste von allem, dass der Film auch Helis Leben und Helis Art zu Leben, Helis Sicht auf das Leben, zeigt.“

„Vier minus drei“ ist eine Geschichte des Schmerzes, des Verlusts, aber vor allem auch der Hoffnung und der Liebe zum Leben.
Leider haben wir keine Ergebnisse für Ihre Suche gefunden. Bitte versuchen Sie es mit anderen Suchbegriffen.