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So gelingt ein gutes Miteinander

Was bedeutet Respekt? Er kann Ihr Leben positiv verändern!

Erfahren Sie hier, wie Sie durch die richtige Art von Respekt Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen erfüllender gestalten können.

Jeden Tag erleben wir unzählige Situationen, in denen Respekt eine Rolle spielt – auch wenn uns das in vielen Fällen gar nicht bewusst ist. Denn Respekt bedeutet viel mehr als etwa: das Aufschauen zu einer Autoritätsperson.

Was ist Respekt?

Respekt spielt sich zu einem großen Teil im gesellschaftlichen Miteinander ab. Wenn wir respektvoll miteinander umgehen, hat das großen Einfluss auf unser eigenes Leben und das unserer Mitmenschen. Kurzum: Ein respektvolles Miteinander gelingt, wenn sich alle gegenseitig in ihrer Menschlichkeit akzeptieren.

Vertikaler und horizontaler Respekt

Dabei zählt nicht der sogenannte vertikale Respekt, also das positive Bewerten der Leistungen, des Wissens oder der Fähigkeiten anderer. Vielmehr kommt es im täglichen Zusammenleben auf den horizontalen Respekt an. Horizontaler Respekt steht dafür, die andere Person als gleichwertiges Gegenüber wahrzunehmen und dabei im eigenen Tun stets deren Wünsche und Definition von Wahrheit zu berücksichtigen. Anders und kürzer formuliert: Jemandem auf Augenhöhe zu begegnen. Damit uns das gelingt, ist es nötig, genauer hinzuschauen. So sagt es auch das lateinische Wort „respicere“, von dem der Begriff „Respekt“ abstammt. Es bedeutet wörtlich übersetzt „zurücksehen auf“ oder „nochmals hinsehen“. Etwas breiter ausgelegt steht es auch für „berücksichtigen“ oder „beachten“.

Respektvoll sein heißt

Den Wert des anderen erkennen

Und das heißt laut der deutschen Respect Research Group (RRG), die Bedeutung und den Wert des Gegenübers zu erkennen. Es geht darum, sich aktiv mit einer anderen Person auseinanderzusetzen, um sie aus ihrem Bezugsrahmen heraus zu verstehen.

Den ersten Eindruck zu hinterfragen

Respekt heißt deshalb vor allem auch, sich nicht gleich aufgrund des ersten Eindrucks ein Bild von jemandem zu machen. Im alltäglichen Leben ist das gar nicht so leicht. Wie oft stecken wir Menschen in Schubladen, verurteilen und beurteilen sie innerhalb weniger Sekunden oder Minuten? Dass wir uns schnell einen ersten Eindruck machen, ist generell gut so, um mit der Komplexität der Welt umzugehen, so Psychologin und ehemalige Leiterin der RRG, Christina Mölders. „Wir brauchen solche Mechanismen, um handlungsfähig zu bleiben und schnell reagieren zu können.“ Es sei aber wichtig, diese ersten Eindrücke zu hinterfragen. „Das hat etwas mit ehrlichem Interesse zu tun“, erklärt Mölders.

Weg von der Oberfläche, hin zum Respekt

Wer hinterfragt, ist bereit, sich mit dem anderen wahrhaftig auseinanderzusetzen. Um zu ergründen, was für ein Mensch das ist, anstatt einfach nur seine Präsenz hinzunehmen. „Auf diese Weise begibt man sich weg von der Oberfläche“, sagt Mölders. Natürlich kann man sich nicht mit jeder Zufallsbekanntschaft gleich intensiv beschäftigen. „Das kann auch gar nicht der Anspruch sein“, sagt die Psychologin. Wenn man aber merkt, dass man auf jemanden negativ reagiert oder ihn unfair behandelt, sei es seine Frage des Respekts, dieser Person eine zweite Chance zu geben.

Horizontaler Respekt ist bedingungslos

Das Schöne am horizontalen Respekt: Er ist nicht wertend. „Deshalb ist er eine gute Basis, um jemandem erstmals zu begegnen“, erklärt Catharina Vogt, ebenfalls Psychologin und zweite ehemalige Leiterin der RRG. Den Unterschied zwischen vertikalem und horizontalem Respekt zu erkennen sei für viele Menschen ein Aha-Erlebnis. Denn horizon­taler Respekt ist bedingungslos, ich kann ihn jedem Menschen entgegenbringen, so Vogt. Ob das jemand beim Einkaufen im Supermarkt sei, ein Politiker oder ein Obdachloser, spiele dabei überhaupt keine Rolle. „Selbst wenn man einander im Leben kein zweites Mal begegnen sollte, wäre diese Art von Respekt eine Grundlage für die nächste Begegnung.“

Respektlosigkeit verursacht Schmerz

Wie sich das Gefühl, respektlos behandelt zu werden, auf unser Gemüt auswirkt, zeigen simple Studien. Drei Kinder spielen mit einem Ball. Aber es werfen sich immer nur zwei den Ball zu. Das dritte Kind steht tatenlos daneben und erhält ihn kein einziges Mal zugespielt. „Bei diesem Kind werden im Gehirn dieselben Regionen aktiviert, als würde es körperlichen Schmerzverspüren“, erklärt Mölders.

Empathie und Respekt lassen sich lernen

Die gute Nachricht: Den Anspruch, respektvoll zu sein, kann man lernen. Man bringt es sich quasi selbst bei, Schritt für Schritt, und mit viel Selbstreflexion. Das beginnt damit, nicht alles persönlich zu nehmen und seine Unterstellungen gegenüber anderen ruhen zu lassen. Man sollte sich nicht dauernd fragen, wer warum etwas gemacht oder nicht gemacht hat. „Wenn wir es schaffen, zwischen unserer Beobachtung, unserem Gefühl dabei und unserer Schlussfolgerung zu trennen, kommen die Aha-Erlebnisse“, weiß Vogt. Denn Respekt heißt auch: Man kann nicht immer von seinem eigenen Verständnis einer Situation ausgehen. „Wer sich dahingehend selbst prüft, hat eine gute Chance, ohne Vorurteile und mit Wohlwollen an die Sache heranzugehen“, sagt die Psychologin.

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