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Vaseline: Alles über Wirkung und Nebenwirkungen

Wie gut ist Omas Hausmittel wirklich?

Vaseline: Alles über Wirkung und Nebenwirkungen

Schon Großmutter wusste: Es gibt kaum ein Beauty-Problem, das Vaseline und Melkfett nicht in den Griff bekommen. Was Oma nichts wusste: Den Pflege-Klassiker auf der Haut anzuwenden, sollte man nur in Maßen.

Trockene Haut, die schuppt und juckt, ist im Winter keine Seltenheit. Rissige Lippen und Hände ebenfalls nicht. Und auch die Haare verlieren jetzt oft ihren Glanz. Was hilft? Wundermittel, die so simpel wie wirkungsvoll sind und seit jeher zum Standartsortiment von dm gehören: Vaseline und Melkfett.

Woraus besteht Vaseline?

Und worin unterscheiden sich die beiden Produkte? Vaseline entsteht als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Erdöl. Die salbenartige Creme besteht damit hauptsächlich aus Paraffinen. Vaseline wird als Basis für Melkfett verwendet. Letzteres ist quasi ein Gemisch aus Vaseline und angereicherten Inhaltsstoffen wie z.B. Bienenwachs, Kamille, Calendula oder Ringelblume.

Vaseline & Melkfett: Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen

Vaseline hat eine sehr fetthaltige Struktur, die sich wie ein dicker Mantel auf die Haut legt. Der Effekt: Die Haut fühlt sich nicht nur weich und satt an, sondern wird durch die feste Schicht auch vor dem Verdunsten von Feuchtigkeit geschützt. Gerade im Winter ist Feuchtigkeitsverlust der Auslöser für viele Beauty-Probleme. Melkfett wirkt ähnlich wie Vaseline, enthält darüber hinaus aber noch weitere Pflegestoffe und Vitamine, die die Haut gezielt unterstützen.

Gibt es gesundheitliche Bedenken?

Abgesehen von der nicht unproblematischen Öko-Bilanz von Erdöl, werden immer wieder gesundheitliche Bedenken gegen Vaseline und Melkfett laut. Der Grund: In beiden Produkten konnte bei manchen Produkten ein sehr hoher Gehalt aromatischer Kohlenwasserstoffe (kurz „MOHA“ = Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) nachgewiesen werden, die potenziell krebserregende Substanzen enthalten könnten. Es konnte nachgewiesen werden, dass MOHA unmittelbar in die Haut eindringen können. Allerdings weiß die Forschung derzeit nicht, welche der Bestandteile der Mineralöle die Haut durchdringen und in welcher Menge.

Nach derzeitigem Wissenstand geht zwar keine Gesundheitsgefahr von mineralölhaltiger Vaseline & Co aus. Lediglich bei Lippenpflege raten Verbraucherschützer davon ab, Produkte mit MOHA-Inhaltsstoffen zu verwenden: Denn dabei werde bei der Anwendung einiges an Inhaltsstoffen oral aufgenomme.

Austrocknende Wirkung bei Langzeitanwendung

Ein weiteres Risiko: Vaseline und Melkfett können die Haut bei langfristiger Anwendung austrocknen. Grund ist ein Gewöhnungseffekt. Die Haut gewöhnt sich nach und nach an die zugeführte Fettschicht und drosselt dadurch die Produktion eigener Hautfette. Die Folge: Wird auf Vaseline oder Melkfett verzichtet, fehlt es der Haut an Schutz. Feuchtigkeit kann im Nu aus den Zellen verdunsten und Trockenheit, Schuppen oder Juckreiz auslösen.

Kann ich die Produkte trotzdem anwenden?

Wegwerfen muss Vaseline nach heutigem Kenntnisstand niemand. Wer dennoch das Risiko meiden möchte – etwa bei der Lippenpflege -, setzt stattdessen auf ausgewiesene Natur- und Bio-Kosmetik, die ohne Erdöl arbeitet.

Vaseline & Melkfett: So helfen sie Haut und Haar im Winter

  1. Rissige Hände und raue Füße

    Im Winter sind trockene Stellen an Händen und Füßen keine Seltenheit. Was hilft: Eine großzügige Schicht Vaseline oder Melkfett auftragen, Baumwollsocken bzw. Handschuhe anziehen und das Ganze über Nacht einwirken lassen.

  2. Tränende Auge

    Eisiger Wind bringt unsere Augen schnell zum Tränen. Durch den Feuchtigkeitskontakt wird die Haut um die Augen rot und gereizt. Dieser Effekt lässt sich lindern, wenn man eine dünne Schicht Vaseline auf die betroffenen Stellen gibt, ehe man das Haus verlässt.

  3. Spröde Lippen

    Die Haut an den Lippen kann keine eigenen Fette produzieren, weshalb sie auf Wind und Kälte besonders empfindlich reagiert. Eine dünne Schicht Vaseline oder Melkfett macht die Lippen im Nu wieder weich und geschmeidig. Außerdem zaubert die Fettschicht einen wunderhübschen Glanz auf das Lächeln. Achtung: Wegen desd nachgewiesenen Austrocknungseffekts nicht zu häufig anwenden.

  4. Trockene Haare

    Fliegende Haare? Spliss? Trockene Kopfhaut? Im Winter kennen wir diese Symptome nur zu gut. Aber auch hier können Vaseline und Melkfett Abhilfe schaffen: Einfach einen winzigen Klecks in die Haarlängen und auf die Kopfhaut geben und schon ist das Problem gelöst.

  5. Juckende Schienbeine

    Raue Haut den Scheinbeinen entsteht durch reibende Kleidung und mangelnde Hydro-Versorgung der Zellen. Eine dünne Vaseline- oder Melkfettschicht kann dieses Problem lösen, sollte aber bitte nur im Notfall verwendet werden. Die dünne Haut an den Schienbeinen unterliegt dem oben geschilderten Gewöhnungseffekt nämlich schnellt. Besser: Regelmäßig mit normaler Hydro-Pflege arbeiten.

  6. Schöne Wimpern

    Wimpern sind letztlich auch nur Härchen. Und als solche brechen sie bei Kälte und Trockenheit leicht ab. Gibt man ein wenig Vaseline auf ein Wattestäbchen und streicht die Wimpern damit vorsichtig vor dem Schlafengehen ein, beugt man nicht nur dem Abbrechen vor, sondern zaubert auch einen hübschen Glanz in den Augenaufschlag.