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Eipollösung: Was tun, damit die Wehen einsetzen?

Die Geburt einleiten

Eipollösung: Was tun, damit die Wehen einsetzen?

Als Schwangere lernen wir die überraschendsten Begriffe. Eipollösung etwa: Wir klären über die mechanische Methode auf, mit der Hebammen die Geburt einleiten.
Die Eipolablösung ist eines der ältesten Verfahren, um die  Geburt einzuleiten. Dabei führt ein Arzt, eine Ärztin oder eine Hebamme einen Finger in die Vagina ein und massiert sanft den Gebärmutterhals, um die Eihaut zu lösen und so die Geburt einzuleiten. Das klingt erst einmal unangenehm, bietet der Schwangeren aber viele Vorteile.


Geburt einleiten: Was passiert bei der Eipollösung?

Die Eihaut ist die äußere Hülle der Fruchtblase. Sie ist mit dem Rand des Gebärmutterhalses verklebt. „Durch das Ablösen der Eihaut schüttet der Körper der werdenden Mama vermehrt die hormonähnliche Substanz Prostaglandin aus“, weiß Hebamme Beate Kayer. Diese bereitet die Gebärmutter auf die Geburt vor und sorgt dafür, dass der Muttermund weich wird und sich öffnet. Dadurch werden in der Folge Geburtswehen ausgelöst.


Eipollösung: Ist das schmerzhaft?

Eine Eipollösung kann sehr schmerzhaft sein. Muss aber nicht. Das unterscheidet sich von Frau zu Frau. Frauen, die mit dem zweiten Kind schwanger sind, empfinden oft keine oder kaum Schmerzen. Denn: Ihr Gewebe ist bereits vorgedehnt.

Außerdem hängt es davon ab, wie weit Ihre Schwangerschaft fortgeschritten ist: Sind Muttermund und Gebärmutter bereit für die Geburt, werden Sie die Eipolablösung voraussichtlich gut aushalten können. Aber: „Wenn der Gebärmutterhals noch sehr lang und der Muttermund komplett geschlossen ist, kann die Eipollösung sehr unangenehm sein und sollte nicht durchgeführt werden“, sagt Kayer.

„Wichtig ist hier, dass der werdenden Mutter vor dem Eingriff erklärt wird, was wir machen - und dass es weh tun kann. Und auch während der Eipolablösung gilt: sofort aufhören, wenn es für die Frau nicht erträglich ist.“ Oft beschreiben Schwangere den Prozess der mechanischen Geburtseinleitung aber als einen Vorgang, der sich aushälten lässt.

Welche Vorteile hat es, die Geburt mit Eipolablösung einzuleiten?

Die Eipollösung, die man auch Zervix-Stripping oder Eipolablösung nennt, ist ein mechanisches Verfahren. Das bedeutet, sie kommt komplett ohne Medikamente aus. Und: Es wurde nachgewiesen, dass Schwangere nach einer Eipolablösung weniger oft zusätzlich Medikamente brauchen, um die Geburt einzuleiten.
Ein großer Vorteil des Zervix-Strippings ist: Sie kann mehrmals durchgeführt werden.

Ein Manko hingegen: Bei nur etwa 25 bis 50 Prozent der Frauen, bei denen eine Eipollösung durchgeführt wird, ist sie auch erfolgreich. „Meist treten die Wehen dann innerhalb von 24 Stunden ein“, sagt Hebamme Kayer. Bei anderen bleibt die Eipollösung erfolglos. Sie kann auch unproduktive Wehen auslösen, die zwar weh tun, aber die Geburt nicht einleiten. Oder leichte Schmierblutungen, die mehrere Tage andauern können, ansonsten aber harmlos sind. 


Zervix-Stripping: Ab wann die Geburt einleiten?

Ab der 38. Schwangerschaftswoche kann die Eipolablösung erfolgreich sein. Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen aber, damit bis zur 40. Schwangerschaftswoche zu warten, wenn der Körper bereit ist für die Geburt. Dann ist der Muttermund weich und leicht geöffnet. Und die Gebärmutter liegt in einer günstigen Position. 

Die Expertin weiß: „In der Praxis wird eine Eipollösung meist erst durchgeführt, wenn der Geburtstermin überschritten ist.“ Wie bei jeder Form der Geburtseinleitung gibt es aber diverse fetale und maternale Indikationen. 


Welche anderen Methoden der Geburtseinleitung gibt es?

Um dem Baby etwas auf die Sprünge zu helfen, gibt es neben der Eipollösung auch andere medizinische Maßnahmen: 


1. Oxytocin und Prostaglandine

Hormone werden beim medikamentösen Weg der Geburtseinleitung verwendet: Entweder wird Oxytocin als Infusion verabreicht oder Prostaglandine in Form von Tabletten, Gel oder Zäpfchen. Oxytocin kennen wir als das Kuschelhormon – es löst aber auch Wehen aus. Prostaglandin ist wie bereits erwähnt eine hormonähnliche Substanz, die den Muttermund weich macht.


2. Ballon-Katheter

Auch ein Ballon-Katheter sorgt dafür, dass Prostaglandine ausgeschüttet werden und die Geburt einleiten. Er wird vaginal eingeführt und dann mit Kochsalz gefüllt. Der Ballon übt Druck aus und dehnt leicht den Muttermund. „Diese Methode kann bei Frauen angewendet werden, die früher bereits einen Kaiserschnitt hatten“, sagt die Hebamme, „Der Grund: Bei ihnen ist man medikamentös eingeschränkt.“ 

Medikamente zur Geburtseinleitung können nämlich sehr schnell sehr starke Wehen auslösen und die Kaiserschnittnarbe an der Gebärmutter überbelasten, was im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Uterusruptur führen kann.


3. Wehencocktail

Ein Wehencocktail mit Rizinusöl kann die Wehen einleiten, ist aber mit Nebenwirkungen verbunden: „Das Wirkspektrum erstreckt sich von gar keine Reaktion bis hin zu heftigem Erbrechen, Durchfall, Bauchweh und dazu die Wehen.“ Und auch weil Alkohol im Cocktail enthalten ist – was bei Schwangeren bedenklich ist – sollte ein Wehencocktail nur auf Anweisung des Arztes, der Ärztin oder der Hebamme eingenommen werden. Und auch nur im Krankenhaus, damit man die Schwangere beaufsichtigen. 


4. Eröffnung der Fruchtblase

Selten führen Ärztinnen und Ärzte, manchmal auch Hebammen, eine Eröffnung der Fruchtblase durch, die den Startschuss für die Geburt gibt. Dafür muss aber der Muttermund reif für die Geburt sein und das Köpfchen des Babys perfekt liegen.