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Falsch negativer Schwangerschaftstest: <br>Vier Gründe
Text: Paula Rausch

Verlässlich?

Falsch negativer Schwangerschaftstest:
Vier Gründe

Die meisten Frauen, die schon einmal vermutet haben, schwanger zu sein, kennen das Herzrasen während der endlos langen Minuten, bis der Schwangerschaftstest ein Ergebnis anzeigt. Negativ – bei den einen löst es Enttäuschung aus, bei den anderen vielleicht Erleichterung. Aber wie verlässlich ist das Ergebnis eines Schwangerschaftstests?

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?

Ein Schwangerschaftstest weist das Schwangerschaftshormon Beta-HCG (= Beta-Humanes Choriogonadotropin) im Urin nach. Dieses Hormon wird bereits kurz nach der Empfängnis in der Plazenta gebildet. In den ersten Wochen der Schwangerschaft verdoppelt sich der HCG-Wert ungefähr alle 48–72 Stunden. Ein handelsüblicher Schwangerschaftstest kann das Hormon am Tag des Ausbleibens der Periode mit einer Verlässlichkeit von 90 bis 99 Prozent nachweisen. Wenn der Test ein positives Ergebnis anzeigt, kann davon ausgegangen werden, dass dieses korrekt ist. Falls der Schwangerschaftstest negativ sein sollte, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis falsch ist, etwas größer. Das liegt daran, dass zum Testzeitpunkt möglicherweise noch nicht genügend HCG im Urin nachweisbar war.

Worauf sollte man beim Durchführen eines Schwangerschaftstests achten?

Wenn Ihr Schwangerschaftstest also negativ war, Sie aber glauben, doch schwanger zu sein, ist das prinzipiell möglich. Vor allem, wenn Sie typische Schwangerschaftsanzeichen feststellen, lohnt es sich, noch einmal einen Test zu machen. In diesem Fall gibt es einige Punkte, die Sie beachten können, um ein falsch negatives Ergebnis zu vermeiden. Wir haben vier Tipps für Sie.

1. Den passenden Testzeitpunkt beachten

Klar, Sie möchten am liebsten sofort wissen, ob ein Baby unterwegs ist. In diesem Fall lohnt es sich jedoch, sich noch etwas in Geduld zu üben. Machen Sie den Schwangerschaftstest frühestens am Tag Ihrer ausbleibenden Periode. Zwar gibt es sogenannte Frühtests, die bereits einige Tage vorher ein positives Ergebnis liefern können, diese zeigen aber wesentlich öfter ein falsch negatives Ergebnis an. Außerdem endet eine von drei Schwangerschaften in einer Fehlgeburt und sehr viele davon bereits vor dem Ausbleiben der Periode. Auch deshalb ist es ratsamer, erst am Tag der Fälligkeit der Menstruation zu testen: Es erspart Ihnen möglicherweise unnötigen Stress.

2. Zur richtigen Tageszeit testen

Wenn nun endlich der Tag Ihrer Periode gekommen ist und diese ausbleibt, ist es sinnvoll, einen Schwangerschaftstest zu machen. Wichtig ist aber, ihn gleich nach dem Aufstehen mit Morgenurin durchzuführen. Der Grund: Nachts trinken Sie weniger und gehen seltener auf die Toilette. Dadurch ist die HCG-Konzentration im Urin morgens höher. Achten Sie auch darauf, vor dem Test nicht noch größere Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Auch das könnte das Ergebnis verfälschen.

3. Packungsbeilage genau beachten

Jeder Schwangerschaftstest verfügt über eine Packungsbeilage, in der exakt erklärt wird, wie dieser anzuwenden ist. Die Handhabung ist sehr unkompliziert, Sie sollten sich aber genau an die Anweisungen halten. Achten Sie vor allem darauf, dass Sie den Teststreifen nicht zu lange in den Urin halten, da dadurch das Ergebnis verfälscht werden könnte. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, gibt es mittlerweile digitale Tests, die Ihnen sogar anzeigen, wie lange Sie auf den Test urinieren sollen.
Wichtig ist auch, dass Sie das Testergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters ablesen. Die Dauer bis zum Testergebnis unterscheidet sich von Marke zu Marke.

4. Nicht zu viel hineininterpretieren

Aber ist da nun eine ganz leichte zweite Linie oder ist es nur ein Schatten? Als wäre das Ganze nicht schon nervenzerreißend genug, kann es sein, dass der Schwangerschaftstest kein eindeutiges Ergebnis anzeigt. Prinzipiell gilt: Wenn eine zweite Linie zu erkennen ist (auch, wenn sie nur blass ist), kann der Test als positiv gewertet werden. Falls Sie sich dennoch nicht sicher sind, machen Sie am besten ein bis zwei Tage später noch einmal einen Test. Wenn Sie schwanger sind, sollte die HCG-Konzentration in Ihrem Urin bis dahin bereits deutlich höher sein und das Ergebnis dadurch eindeutiger. Auch hier gilt: Digitale Schwangerschaftstests zeigen immer ein eindeutiges Ergebnis an.

Wann zum Arzt bei negativem Schwangerschaftstest?

Unregelmäßigkeiten des Zyklus sind ganz normal und meist liegt ihnen keine Erkrankung zugrunde. Wenn Ihre Periode sich also ein paar Tage verspätet und Ihr Schwangerschaftstest negativ ist, kann es sein, dass Sie in letzter Zeit einfach nur etwas gestresst waren. Falls Ihre Menstruation allerdings über eine Woche ausbleibt, ist es ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren. Ärzte und Ärztinnen können das Schwangerschaftshormon auch im Blut nachweisen, was noch zuverlässiger ist als ein Urintest. Außerdem haben Gynäkologen und Gynäkologinnen die Möglichkeit, eine Schwangerschaft mithilfe eines Ultraschalls festzustellen bzw. auszuschließen.
In ganz seltenen Fällen kann es auch sein, dass eine unbemerkte Schwangerschaft bereits weit fortgeschritten ist (lesen Sie dazu unseren Beitrag "Gibt's das wirklich: Schwanger trotz Periode") und ein Schwangerschaftstest deshalb das Ergebnis „negativ“ anzeigt. Nach der 12. Schwangerschaftswoche nimmt der HCG-Wert nämlich wieder ab.
Allgemein gilt: Auch wenn es vielleicht schwerfällt, machen Sie sich möglichst wenig Stress – in wenigen Tagen werden Sie bestimmt mehr Klarheit haben.