Alternative Heilmethoden gibt es viele und auch immer mehr Patienten, die sich von der klassischen Schulmedizin abwenden. Warum? Weil die Alternativen versprechen, eine „sanfte“ und „nachhaltige“ Wirkung zu haben und zu heilen. Außerdem fühlt man sich in manchen Arztpraxen wie eine Nummer, die bloß abgearbeitet wird.

Hinzu kommt: Manchmal wollen wir nicht länger Tabletten schlucken oder haben Angst vor einer riskanten Operation – und wollen medizinisch etwas Neues ausprobieren. Etwas, wo wir uns als Mensch fühlen und als Patientin eine individuelle Behandlung bekommen. Aber was? Homöopathie, TCM oder gar Naturheilkunde? Was wirklich wirkt, darüber hat die Ärztin und ehemalige Homöopathin Natalie Grams ein Buch geschrieben. Wir haben die wichtigsten Informationen daraus zusammengefasst:

Pflanzenheilkunde: Nur Humbug oder wirkt es echt?

In der Naturheilkunde wird hauptsächlich mit Heilpflanzen gearbeitet und weitgehend auf pharmazeutische Arzneimittel verzichtet. Die Selbstheilungskräfte des Körpers sollen mit natürlichen Mitteln aktiviert und unterstützt werden.

Und tatsächlich gibt es einige Pflanzen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist: Johanniskraut hilft bei leicht depressiver Verstimmung, Silymarin (wird aus den Früchten der Mariendistel gewonnen) bei Hepatitis und Ingwer bei Übelkeit während der Chemotherapie. Es werden aber auch viele Mittel als natürliche Arznei vertrieben, deren Wirksamkeit (noch) fragwürdig ist.

Wichtig: Wenn Sie Heilpflanzen nutzen möchten, informieren Sie sich gut über die richtige Dosierung sowie Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Arzneien. Johanniskraut etwa wird nachgesagt, dass es die Wirkung der Anti-Baby-Pille schwächt. Und: Klären Sie eine längerfristige Einnahme vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.