Papa und Sohn liegen auf dem Sofa und umfassen je mit beiden Händen das Gesicht des anderen.
Das verrät eine Ärztin:

Immunsystem stärken beim Kind: Mit diesen Tipps klappt’s

Ihr Kind ist dauernd krank? Dagegen haben wir etwas: Tipps, wie Sie das Immunsystem vom Kind stärken und Krankheiten sowie Allergien vorbeugen. Spoiler: Viel kuscheln hält gesund!

Das Immunsystem des Kindes ist anders als das von Mama und Papa, denn es muss sich erst ausbilden können. Darum sind Kinder prinzipiell anfälliger als Erwachsene: „Drei bis vier Infekte pro Jahr, meist aber banale, sind bei Kindern normal“, sagt Dr. Michaela Lehmann. Sie ist TEM-Ärztin, Homöopathin und Kneipp-Ärztin im Curhaus Bad Kreuzen – dem ersten Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin. „Die Kinder müssen da leider durch, denn nur so lernen die Gedächtniszellen des Immunsystems dazu.“ Diese merken sich die entsprechenden Antigene und können beim nächsten Mal schnell auf sie reagieren.

Aber Eltern können mithelfen, das Immunsystem vom Kind zusätzlich zu stärken, auch, damit später wenig bis keine Allergien entstehen. Wie das geht, verrät Dr. Lehmann.

Das stärkt alle Kinder: Tipps für Eltern

  1. Wassertreten: „Das kann man schon sehr früh beginnen, auch mit kleineren Kindern. Füllen Sie in ein Schaffel ca. 18 Grad warmes Wasser. Dann lassen Sie die Kinder vorsichtig mit den Zehen zuerst hineinsteigen. Kinder mögen das in der Regel sehr gerne. Eine Minute lang reicht vollkommen.“ Baut man Wassertreten regelmäßig in den Alltag ein, kann diese Methode die Immunitätslage verbessern. „Es sorgt für vermehrte Durchblutung – auch der Schleimhäute. Das Immunsystem kann gut aktiv werden, denn die zelluläre Abwehr über die Immunzellen wird aktiver.“
  2. Hygienewahn vermeiden: Wenn Eltern keine Bakterien im Umfeld des Kindes zulassen, wird das Immunsystem nicht stimuliert. Es braucht aber Antigene, damit es aktiv wird. „Je mehr man davon ausspart, desto weniger kann es allergisch reagieren. Das Immunsystem reagiert dann stattdessen auf Reize, die eigentlich keine übertriebene Reaktion benötigen.“ Im Klartext: Je steriler Kinder aufwachsen, desto eher entwickeln sie Allergien, wie Heuschnupfen. Eine Umgebung, in der auch Schmutz erlaubt ist, hilft dagegen bei der Allergieprävention.
  3. Bewegung an der frischen Luft: Spielen und Toben in freier Natur ist das Beste für das kindliche Immunsystem. Draußen kommt es nicht nur mit allerhand Keimen in Berührung, die Bewegung hält den Kinderkörper fit.

Beim Kleinkind: Das stärkt das Immunsystem

  1. Ausreichend Schlaf: Bei Babys und Kleinkindern sollten Sie darauf achten, dass sie etwa zwölf Stunden Schlaf am Tag bekommen. Denn sie brauchen mehr Schlaf als Erwachsene und größere Kinder.
  2. Berührungen und Massagen: Berührungen sind ganz wichtig für die Entwicklung des Kindes und damit für ihr Immunsystem. Eine gute Bindung zu den Eltern ist essenziell, weil das Kind in jeder Hinsicht gestärkt wird – übrigens auch die Psyche. „Um sich in Balance zu fühlen, spielen Berührungen eine große Rolle. In der Psychoneuroimmunologie wird dieser Zusammenhang erforscht: Je wohler wir uns fühlen, desto besser arbeitet das Immunsystem“, weiß die Expertin. Wichtig: Babys sollten viel von Mama und Papa gehalten werden, ein Tragetuch kann dabei helfen. Förderlich für ein starkes Immunsystem sind auch Massagen: Eine Fußreflexzonenmassage kann man zum Beispiel bei der Babymassage gut einbauen.
  3. Extra Schutz durch Muttermilch: Weil die Muttermilch schon Antikörper mitgibt, stärkt sie das Immunsystem und bietet dem Kind einen guten Schutz in der Stillphase. Das eigene Immunsystem des Babys ist zwar auch schon während des Stillens aktiv, wird aber erst nach dem Stillen richtig gefordert.

Beim Schulkind: Diese Booster wirken

  1. Ernährung: Möglichst naturbelassen, also wenig industriell verändert, saisonal und regional soll sie sein. Viel vitaminreiches Obst und Gemüse stärken den Körper des Kindes. Das ist eine gute Basis.
  2. Guter Schlaf-Wach-Rhythmus: Schulkinder benötigen genügend Schlaf, weiß die TEM-Ärztin. „Etwa zehn Stunden sind sinnvoll, damit sich der Körper ausreichend regenerieren kann.“ Die Kinder sollten dazu abends möglichst wenig Zeit am Handy verbringen, das stört sonst den Schlafrhythmus.
  3. Saunieren: In die Sauna können Sie Schulkinder schon mitnehmen – eine gute Möglichkeit, um das Immunsystem zu stärken. „Das Kind entscheidet was es für gut empfindet – wenn es nur fünf Minuten möchte, ist das okay.“ Und denken Sie daran, nach dem Saunagang zu kühlen.
  4. Hausmittel: „Es gibt ganz viele Möglichkeiten, das Immunsystem vom Kind mit Hausmitteln zu stärken – zum Beispiel mit Zwiebelsaft. Schneiden Sie dafür Zwiebeln klein und geben Sie braunen Zucker oder Honig dazu. Das Ganze lassen Sie über Nacht ziehen, dann bildet sich ein Sirup, den man den Kindern löffelweise geben kann“, rät Dr. Lehmann. Das hilft auch bei einer Erkältung. Oder kochen Sie immunstärkenden Tee aus Thymian, am besten ein wenig mit Honig gesüßt, da Thymian für Kinder recht bitter schmeckt. Beim Experimentieren mit heimischen Kräutern aus dem Kräutergarten können Kinder herausfinden, was speziell ihnen guttut. Achtung: Bei Kindern unbedingt darauf achten, dass Sie keine scharfen ätherischen Öle wie Menthol oder Kampfer geben. Diese können Krämpfe im Kehlkopf auslösen.

Corona: Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen zur Immunstärkung

Nach wie vor ist Abstandhalten die wichtigste Vorbeugung. Eltern sind dabei Vorbilder: Wenn Kinder sehen, draußen halten wir Abstand, fällt es ihnen leichter, ebenso zu agieren. Innerhalb der Familie sind Berührungen und Kontakt natürlich erlaubt und erwünscht.

Auch die richtige Handhygiene ist wichtig: „Am besten eine halbe Minute mit Seife waschen. Desinfektion kann man ergänzend hinzunehmen, aber wenn das Händewaschen richtig durchgeführt wird, ist das ausreichend.“

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