Gruselige Halloween-Kostüme: Was macht die Faszination des Bösen und die Lust an der Veränderung aus?
In andere Rollen schlüpfen

Gruselige Halloween-Kostüme: Die dunkle Seite in uns

Hexen, Zombies, Serienmörder: Zu Halloween trifft man auf viele finstere Gestalten. Also zumindest Menschen, die gerne in gruselige Halloween-Kostüme und dunkle Rollen schlüpfen. Doch was macht die Faszination des Bösen und die Lust an der Veränderung aus?

Gruselige Halloween-Kostüme sind nicht zwingend eins zu eins das Abbild unserer tiefsten, verborgenen Wünsche – keine Angst! Aber sie lassen uns einen Ausflug zu unserer dunklen Seite machen. Und manchmal macht Veränderung ganz einfach Spaß!

Das Leben ist ein Rollenspiel

Schon Kinder lieben Rollenspiele, um sich auszuprobieren und in andere hineinzudenken. Soziale Fähigkeiten und Empathie werden so spielerisch erlernt. Schüchterne fühlen sich im Superman-Kostüm plötzlich stark, angepasste Charaktere versuchen im Punk-Outfit die Welt zu verändern – oder eben ihre Persönlichkeit. Vor allem ist es oft spannend, sich in „das Böse“ zu verwandeln, denn alles Ungewöhnliche hat seinen Reiz. Warum sollten sich nicht auch Erwachsene sozial „weiterbilden“, indem sie etwa in gruselige Halloween-Kostüme schlüpfen?

Die Faszination des Bösen und der Ursprung

Ob es gruselige Halloween-Kostüme, blutige Horrorfilme oder lebensmüde Basejumps sind: Nervenkitzel erzeugt ein Gefühl von Euphorie – im Kleinen wie im Großen. Denn nachdem das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet wurde, folgen Endorphine und somit Glück. Seit Anbeginn der Menschheit geht Aggressivität, Macht oder Dominanz auch mit einer Endorphin-Ausschüttung einher. Wer beispielsweise bei der Mammutjagd besonders draufgängerisch war, wurde schneller zum Stammesoberhaupt, bekam die schönsten Frauen und die Verbreitung der Gene war gesichert. „Böse“ zu sein hatte also auch evolutionäre Vorteile.

Aus dem Alltag ausbrechen

Existenzielle Rollen werden durch das Leben vorgegeben: In der Familie ist man das Kind, die Mutter, der Bruder usw. Und auch soziale Rollen begleiten uns durchs Leben und sind nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar. Dann gibt es noch zwischenmenschliche Absprachen, bei denen man in Beziehungen, Freundschaften oder der Arbeit eine gewisse Rolle übernimmt. Mal aus dem Rollen-Hamsterrad auszubrechen, ist da wie ein kleiner Befreiungsschlag. Dabei auch noch gesellschaftliche Konventionen kurz hinter sich zu lassen – noch besser. (Böse) Kostüme verschaffen uns kurzzeitig ein neues, komplett anderes Ich.

Gruselige Halloween-Kostüme für klare Fronten

Gut und Böse wird bei Halloween-Kostümen meist klar unterschieden. Entweder ist man der gefürchtete Serienmörder oder der rosa Hoppelhase. Das Gute daran: Man hat eine fixe Rolle, die konkrete Eigenschaften mit sich bringt. Das wiederum macht das gesellschaftliche Miteinander gleich ein bisschen unkomplizierter: Man muss nicht wie im realen Leben aufpassen, wer man ist und ein bisschen von diesem und jenem sein – es werden keine diffusen Erwartungen an einen gestellt: Man hat ganz klar eine (böse) Rolle.

Perfektion ist langweilig

Perfekte Menschen, die ihr märchenmäßiges Leben – nicht nur auf Instagram & Co. – ständig zur Schau stellen, sind irgendwann genauso langweilig wie unerbittliche Weltverbesserer. Aber langweilig wäre nur das eine: Kann es tatsächlich sein, dass jemand nie Fehler macht, immer Recht hat, alles weiß und dabei nur das Beste für alle will? Ist etwas zu perfekt, um wahr zu sein, kann es erst recht Unbehagen auslösen. Und es stellt sich die Frage: Habe ich es vielleicht doch mit einem Hochstapler zu tun? Dann wären wir wieder bei der dunklen Seite.

Gruselige Halloween-Kostüme hin oder her …

… das Gute braucht das Böse: Denn was wäre James Bond ohne Bösewicht, Gandalf ohne Sauron, Schneewittchen ohne die Hexe – und was wäre eine sternenklare Herbstnacht ohne gruselige Halloween-Kostüme?

Teilen: Artikel bei Facebook teilen Artikel bei Whatsapp teilen Artikel URL kopieren
Anzeige
Anzeige
Anzeige