Insektenhotel: Anleitung zum selbst bauen
Nisthilfen für Wildbienen
Hohle Pflanzenstängel, zum Beispiel aus Schilf und Bambus, können Mauerbienen als kleine, aber feine Nisthilfe dienen. Dazu die Stängel einfach in leere Blechdosen stecken, sodass nichts mehr wackelt, und waagerecht befestigen. Darauf achten, dass die Öffnungen der Stängel nicht ausgefranst sind und dass die hinteren Enden durch die Halmknoten verschlossen sind.
Für bodennistende Wildbienenarten können mit Sand oder sandig-lehmiger Erde gefüllte Blumentöpfe als Nisthilfe geeignet sein. Aber Achtung: Die Töpfe sollten mindestens 30 cm tief sein. Die summenden Wildbienen sind nicht aggressiv und können aus der Nähe beobachtet werden.
Wildbienen spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung vieler Pflanzen. Zugleich gehen geeignete Nist- und Nahrungsflächen vielerorts zurück.
Statt Ordnungswut auf dem eigenen Balkon und im Garten walten zu lassen, können Sie Wildbienen unterstützen, indem Sie offene Blüten, heimische Pflanzen, Totholz, offene Bodenstellen oder sandige Bereiche auf Balkon oder im Garten anbieten. Ideal sind offene Blüten in der Nähe des Insektenhotels, die von den Wildbienen angeflogen werden können.
Um möglichst vielen Wildbienen einen Unterschlupf zu bieten, sind auch die Platzierung und die Vielfalt an eingesetzten Materialien wichtig. Achten Sie auf einen sonnig-warmen Standort, am besten nach Süd-Südosten ausgerichtet und vor Wind und Regen geschützt. Als mögliches Material fürs Insektenhotel eignet sich auch weiches Totholz, in das zum Beispiel Holzbienen selbst Gänge nagen können.
An Nisthilfen können neben Wildbienen auch natürliche Gegenspieler wie Vögel oder Parasiten auftreten. Mithilfe von Maschendrahtzaun können Sie den Bienennachwuchs vor Vögeln schützen. Greifen Sie dabei nur behutsam ein: Auch Vögel, Parasiten und andere Gegenspieler gehören zu den Lebensgemeinschaften rund um Nisthilfen.
Insektenhotel für Marienkäfer & Florfliege
Auch Marienkäfer können im Garten nützlich sein, denn sie fressen Blattläuse oder Spinnmilben. Um Marienkäfern einen Unterschlupf anzubieten, eignet sich ein einfacher Holzkasten mit Stroh. An der Unterseite Löcher anbringen, damit Marienkäfer hineinklettern können. Wenn Sie an der Kastenoberseite eine Klappe befestigen, können Sie das Stroh einfach ersetzen. Wichtig: Der Kasten sollte an einem geschützten und sonnigen Platz aufgestellt werden.
Ein weiterer Nützling, der sich ebenfalls von Blattläusen ernährt, ist die Larve der Florfliege. Entscheidend für das Insektenhotel der Florfliege ist die Größe der Behausung. Die meisten im Handel angebotenen Kästen sind zu klein für Florfliegen. Hier finden Sie eine nützliche Videoanleitung für den Bau einer Florfliegen-Nisthilfe.
Sie möchten noch mehr Gutes für Tiere tun? Erfahren Sie mehr darüber in unserem Beitrag über Jane Goodall.
Nisthilfen ersetzen keine vielfältigen Lebensräume im Garten
Ein selbst gebautes Insektenhotel kann bestimmten Insektenarten einen Unterschlupf oder Nistplatz anbieten. So können Sie bestimmten Insektenarten eine Nisthilfe anbieten und sie im Garten oder auf dem Balkon beobachten. Jedoch gelten Insektenhotels nicht als Ersatz für die biologische Vielfalt im eigenen Garten.
Es gilt die Devise: Weniger ist mehr. Flächen, die Lebensraum für Pflanzen und Insekten bieten sollen, können je nach Standort nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Verzichten Sie, wenn möglich, auf chemisch-synthetische Pestizide, mineralische Dünger und torfhaltige Blumenerde.
Erhalten Sie Strukturen wie Laub, Reisig- und Steinhaufen, Totholz oder Moos, die vielen Tieren als Unterschlupf dienen können. Statt wegzukärchern, lieber anpflanzen: Mit Buttermilch kann man sogar auf Steinmauern Moos wachsen lassen.
Das Insektenhotel soll als Ergänzung zu den natürlichen Lebensräumen betrachtet werden.
Nationalpark Garten: Beiträge zu mehr Lebensräumen für Pflanzen und Insekten
Auch kleine Flächen wie Balkon, Terrasse oder Fensterbrett können mit passenden Pflanzen und Strukturen Lebensräume für bestimmte Tier- und Pflanzenarten bieten. Die Initiative Nationalpark Garten von GLOBAL 2000 zeigt, wie das gehen kann.
Auch kleine Flächen können mit heimischen Pflanzen, Blütenangeboten und Versteckmöglichkeiten einen Beitrag zu Lebensräumen für Insekten leisten.
Intensive Flächennutzung, Versiegelung und stark gepflegte Grünflächen können Lebensräume für viele Arten verringern. Die Initiative Nationalpark Garten möchte Menschen dazu anregen, Lebensräume mit heimischen Pflanzen, Blütenangeboten und Versteckmöglichkeiten zu schaffen. Ziel der Initiative ist es, viele kleine Grünflächen zu einem Netzwerk von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere in Österreich zu verbinden.
Um den eigenen Garten, den Balkon, die Terrasse oder das Fensterbrett zum Nationalpark Garten zu machen, müssen folgende Kriterien beachtet werden:
- Keine Pestizide einsetzen.
- Auf Kunstdünger verzichten.
- Torffreie Garten- und Blumenerde verwenden.
- Nahrungsangebote für Bienen, Schmetterlinge und Co. schaffen, indem man auf heimische Pflanzen setzt und diese nicht zu häufig abmäht oder zurückschneidet.
Weitere Tipps und Tricks, um Ihren Garten in einen Naturgarten zu verwandeln, finden Sie hier.