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Johanniskraut: Die Heilpflanze für Haut und Seele

Heilkraft aus der Natur

Johanniskraut: Die Heilpflanze für Haut und Seele

Wenn die Natur für gute Laune sorgt: Das gelb blühende Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend – und nicht nur das. Die Pflanze kann noch viel mehr als nur schön sein. 
Man entdeckt es an Wald- und Wegrändern, an Bachufern, auf Waldlichtungen oder in trockenen Wiesen: Das Echte Johanniskraut, lateinisch Hypericum perforatum, ist eine heimische  Wildpflanze, die in den Tagen um die Sommersonnenwende gelb zu blühen beginnt. Der Schweizer Arzt und Forscher Paracelsus hinterließ Schriften über die Wirkungsweise der Heilpflanze und nannte seine Lieblingspflanze aufgrund ihres Aussehens „Perforata“. Denn hält man die Blütenblätter gegen das Licht, sehen sie perforiert aus.

Was man sieht, sind jedoch winzige, lichtdurchlässige Drüsen, in denen Harz und ätherische Öle eingelagert sind. Die dunklen Punkte enthalten den rötlichen Farbstoff Hypericin. Und genau dieser Wirkstoff beeinflusst das menschliche Nervensystem, indem er das Gleichgewicht der Botenstoffe im Hirn wiederherstellt. Doch Johanniskraut kann noch viel mehr. 


Was Sie über die Heilpflanze Johanniskraut wissen sollten

Der sogenannte „Sonnenkönig der Pflanzenwelt“ wird nicht nur gegen depressive Verstimmungen eingesetzt. Wir haben Anja Fischer, diplomierte TEH-Kräuterpraktikerin, Bloggerin und Autorin, gefragt, was das pflanzliche Antidepressivum so besonders macht und wie es eingesetzt wird.

Welche gesundheitlichen Wirkungen hat Johanniskraut?

Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend und hilft unterstützend bei Überanstrengung, Stress und Unruhe sowie leichten bis mittelschweren Depressionen. „Schon die mittelalterliche Heilkundlerin Hildegard von Bingen hat es die Arnika der Nerven genannt“, sagt Anja Fischer. 


Welche Anwendungsmöglichkeiten von Johanniskraut gibt es?

Das Kraut kann laut der Kräuterexpertin als Tee, Tinktur, Salbe oder in Form von Präparaten angewendet werden. Neben seiner stimmungsaufhellenden Wirkung kommt es unter anderem auch bei Rekonvaleszenz, Appetitlosigkeit, Kreislaufstörungen, nervösen Herzbeschwerden, Krämpfen im Magen-Darm-Bereich, Reizdarm oder bei Durchfall zum Einsatz.
 
Aus den Knospen und Blüten wird das sogenannte Rotöl hergestellt. Es wirkt schmerzlindernd, wärmend und muskelrelaxierend. Als Wundheilmittel war es schon zu Paracelsus’ Zeiten im Einsatz, und so wird es auch heute noch bei Schnitt- und Schürfwunden, Prellungen, Verstauchungen, leichten Verbrennungen, rheumatischen Schmerzen, Hexenschuss oder Gelenksentzündungen angewendet. Es wirkt hautpflegend, entzündungshemmend und antibakteriell.


Welche Inhaltsstoffe kommen in Johanniskraut vor?

Johanniskraut enthält unter anderem Hyperforine, Hypericine, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherische Öle. Hyperforin ist für die antidepressiven, antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften von großer Bedeutung. Hypericine verleihen dem Johanniskraut seine rote Färbung und entfalten im Zusammenspiel mit den entzündungshemmenden Flavonoiden ihre antidepressive Wirkung. Gerbstoffe fördern die Wundheilung. Ätherische Öle haben eine wohltuende und beruhigende Wirkung.


Worauf ist bei der Einnahme unbedingt zu achten?

Da Gegenanzeigen und Wechselwirkungen auftreten können, ist es ratsam, die genaue Dosierung oder Anwendung mit einer Ärztin oder einem Arzt bzw. einer Apothekerin oder einem Apotheker zu besprechen. „Auch bei einer längeren Einnahme ist Vorsicht geboten“, sagt Anja Fischer.

Johanniskraut besitzt eine aktivierende Wirkung auf den Stoffwechsel und regt die Leberfunktion an, wodurch die Ausscheidung körperfremder Substanzen unterstützt wird. „Johanniskraut-Präparate können daher die Wirkung anderer Arzneimittel, die gleichzeitig eingenommen werden, verstärken oder abschwächen.“
 
Möglicherweise gibt es auch Wechselwirkungen mit der Antibabypille, wodurch die Wirkung des Verhütungsmittels reduziert werden kann. Bei den traditionell niedrigeren Teedosierungen wurden keine Wechselwirkungen beobachtet.


Was sollte man über das Johanniskraut noch wissen?

Johanniskraut wirkt phototoxisch. Eine Überdosierung in Kombination mit Sonnen- oder auch künstlichem UV-Licht kann photoallergische Reaktionen wie Rötung, Juckreiz, Austrocknung, Schuppenbildung, Ödeme bis hin zur Blasenbildung hervorrufen. Die Empfindlichkeit ist je nach Hauttyp unterschiedlich. Salben oder Tinkturen sollten daher eher nachts aufgetragen werden.