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Körperakzeptanz – nicht leicht, aber lohnt sich

Körperbild

Körperakzeptanz – nicht leicht, aber lohnt sich

Bei genauerer Betrachtung fällt auf: Wir alle beschäftigen uns täglich laufend mit unserem Körper. Wir hören auf seine Bedürfnisse, wir ärgern uns über seine Unzulänglichkeiten und manche von uns hassen oder lieben ihn sogar. Oft führt aber eher Körperakzeptanz zu wahrer Zufriedenheit, weil sie enorm viel Druck rausnimmt. Das gibt uns so viel mehr Energie, die wir für andere Dinge nutzen können.

Was versteht man unter Körperakzeptanz?

Körperakzeptanz ist eine Form der Selbstakzeptanz. Dabei geht es darum, seinen Körper weder zu glorifizieren noch mit ihm auf Kriegsfuß zu stehen. Stattdessen soll man seinen Körper akzeptieren, wie er ist. Das Gefühl der Akzeptanz soll zu einem entspannten, natürlichen Umgang mit dem eigenen Körper führen. Natürlich bedeutet das nicht, dass man seinen Körper nicht auch lieben darf. Allerdings löst der Selbstliebe-Trend bei vielen großen Druck aus. Zudem impliziert Selbstliebe, dass man den eigenen Körper so lieben muss, wie er ist, während Körperakzeptanz immer auch Spielraum für Veränderungen lässt.


Warum ist Körperakzeptanz wichtig?

Wir leben in einer Gesellschaft, in der internalisierte Fett- und Transfeindlichkeit sowie Rassismus und Misogynie auf der Tagesordnung stehen. Wenn man mit Diskriminierung zu kämpfen hat, fühlt es sich beinahe unmöglich an, eine wahre Liebe zum eigenen Körper zu entwickeln. Aber auch wenn es nicht immer leichtfällt, kann man ihn vielleicht zumindest akzeptieren. Denn Körperakzeptanz ist auch der erste Schritt zu einer positiven Veränderung des Körpers: Wer nicht gegen seinen Körper ankämpft, hat viel mehr Ressourcen, sich gut um ihn zu kümmern und ihn gesund zu halten.


Wie funktioniert Körperakzeptanz?

Was sich in der Theorie sehr komplex anhört, kann durch einige kleine Veränderungen im Alltag erarbeitet werden. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Selbstakzeptanz immer ein nicht-linearer Prozess ist, der mit Aufs und Abs einhergeht. Dranbleiben lohnt sich aber!

Diese Tricks helfen:


1. Dem Körper etwas Gutes tun

Dieser Punkt kann auf verschiedenste Art und Weise adaptiert werden. Dabei kann Körperpflege vieles beinhalten: Ob Sie ihrem Körper durch besonders ausgewogene Ernährung alle wichtigen Nährstoffe bieten, ihm eine Extra-Portion Flüssigkeit in Form von Wasser zuführen, ihn endlich wieder mal vom Arzt durchecken lassen oder ihn mit pflegenden Körperölen verwöhnen möchten, bleibt ganz Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, dass Sie sich Ihrem Körper bewusst widmen und ihm ganz gezielt etwas Gutes tun. Bestimmt werden Sie sich danach wohler in Ihrer Haut fühlen und sich der Körperakzeptanz annähern.


2. Reality Check

Es gibt so viele verschiedene Körperformen, wie es Menschen gibt – und das ist auch gut so. Wie langweilig wäre es, wenn wir alle gleich aussehen würden! Jeder angebliche Makel macht uns einzigartig und besonders schön. Leider vermitteln uns Instagram und Co. oft ein anderes Bild: Bildbearbeitung, das richtige Licht und ähnliche Posen lassen die Körper vieler Influencerinnen ähnlich erscheinen. Mit der Realität hat das allerdings recht wenig zu tun. Es kann also helfen, das Handy einmal beiseitezulegen und sich die echten Menschen im eigenen Umfeld, auf der Straße oder im Bus bewusst anzusehen. Das führt zu realistischeren Sehgewohnheiten.


3. Wertschätzung des Körpers

Sätze wie „Du solltest dankbar sein, dass dich dein Körper durch den Tag trägt“ oder „Es ist in Ordnung, dass dein Körper nicht perfekt ist, immerhin hast du ein Kind zur Welt gebracht“ haben ein hohes Frustrationspotenzial, weil sie ganz viele Menschen ausschließen. Nicht alle von uns werden von ihrem Körper getragen – viele Menschen leiden darunter, keinen gesunden Körper zu haben. Und ist es nur gesellschaftlich akzeptiert, wenn Menschen, die Kinder geboren haben, etwas mehr auf den Hüften haben? Tatsache ist, wir alle haben einen Körper, der uns in diesem Moment am Leben hält, und das sollten wir wertschätzen. Ob wir mit diesem Körper das Leben führen können, das wir uns erträumen, ist ein anderes Kapitel. Ohne Körper könnten wir jedoch gar kein Leben führen.


4. Positionierung gegen Bodyshaming

Bodyshaming erfolgt leider oft unbewusst und nebenbei. Wenn wir beispielsweise davon sprechen, dass wir uns dick fühlen, ist es gut möglich, dass diese Aussage bei einer anderen Person Gedanken wie „Wenn sie schon dick ist, was bin ich dann?“ auslöst. Auch wenn es keine böse Absicht ist, führt das möglicherweise zu einer Minderung der Körperakzeptanz. Lasst uns doch alle zusammenhelfen und gemeinsam aufhören, unseren eigenen Körper und den von anderen zu kommentieren. Hier kann man sich – auch in Bezug auf sich selbst – an folgende Faustregel halten: Sprich nur Dinge an, die sich innerhalb von fünf Minuten ändern lassen.


5. Tun statt Jammern für mehr Körperakzeptanz

Wieder mal über den neuen Pickel ärgern, mürrisch das platte Haar oder die Dehnungsstreifen beäugen oder die mangelnde Fitness bedauern. Oftmals ist es einfacher, sich über vermeintliche Fehler lang und breit zu beschweren, anstatt endlich zu handeln. Wenn wir unseren Körper ohne Pickel besser akzeptieren können, sollten wir die geeignete Gesichtspflege suchen. Gegen platte Haare gibt es unzählige Shampoos und Sport kann man sogar ganz einfach in den eigenen vier Wänden betreiben. Und sogar gegen Dehnungsstreifen kann man bis zu einem gewissen Grad vorgehen. Schon allein der Gedanke, dass wir etwas tun können, trägt meist schon zur Selbstakzeptanz und zum Selbstbewusstsein bei.