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Selbstliebe: Diese 5 Schritte empfiehlt die Psychologin
Text: Stephanie Lindner Sylvia Wasshuber-Haas

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Selbstliebe: Diese 5 Schritte empfiehlt die Psychologin

Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze, befand Oscar Wilde. Falls Sie sich damit noch ein wenig schwertun: Selbstliebe kann man lernen. Eine Psychologin verrät, worauf es ankommt.

Keine Beziehung im Leben ist wichtiger als die Liebe zu uns selbst. Dennoch heißt es für unsere eigenen Bedürfnisse oft: hinten anstellen! Wenn wir Selbstliebe lernen, können wir selbstbestimmt ein glückliches und zufriedenes Leben gestalten, sagt die Diplom-Psychologin Dr. Katharina Tempel in Ihrem Buch über Selbstliebe: „Gib dir die Liebe, die du verdienst“. Weitere Tipps dazu gibt die Psychologin als Glücksdetektiv auf YouTube und in ihrem Blog.

Selbstliebe lernen: Mit diesen 5 Schritten klappt es!

1. Schritt zur Selbstliebe: Einstellung ändern

Unser neues Lebensmotto für mehr Selbstliebe lautet: Ja, ich darf! Ab jetzt machen wir viel öfter, was uns guttut. Ein ziemlich radikaler Schritt, besonders für Frauen. Das weibliche Selbstverständnis wird dadurch einfach einmal auf den Kopf gestellt. Denn es geht nicht (nur) um die innere Erlaubnis für noch einen Schokokeks, sondern um eine positive Einstellung zu sich selbst und eine Abkehr vom halb ferngesteuerten Durchs-Leben-Rennen als ewige Alleinbetreuerin und Zuständige für die gesamte Beziehungsarbeit, auch Mental Load genannt. Ich muss ja nur noch schnell diese Abrechnung machen und dann noch die Mails checken, auf die Pause verzichte ich, und dann muss ich das Regal durchsortieren...
Nein, müssen wir nicht. Vielmehr dürfen (und sollen) wir ohne schlechtes Gewissen fürsorglich mit uns umgehen, genießen und auch Nein sagen lernen – sprich, wir dürfen uns ein entspannteres Dasein zugestehen, appelliert Katharina Tempel. Denn wenn wir nur noch funktionieren, verpassen wir unser Leben.

2. Schritt zur Selbstliebe: Blick nach innen richten

Die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten, verlernt man allzu schnell. Schließlich sind wir Weltmeisterinnen darin, unsere täglichen Routinen nicht zu hinterfragen – auch wenn diese uns gar nicht guttun. Ein erster Schritt, um Selbstliebe zu lernen: regelmäßig innehalten und in sich hineinhorchen. Notfalls ein- oder zweimal am Tag den Handywecker stellen und fünf Minuten Auszeit nehmen – inklusive der Deaktivierung aller elektronischen Störenfriede. Ein bisschen Digital Detox tut uns sehr gut und hilft uns dabei, wieder mehr Verbindung mit uns selbst und unseren Bedürfnissen herzustellen.

Selbstliebe-Übung: Am besten gelingt das mit einer kleinen Meditation: Augen schließen, auf den Atem fokussieren und aufkommende Gedanken und Gefühle wahrnehmen. Auch das gute alte Tagebuch kann als Reflexions-Tool herhalten – und als Sammelstätte für inspirierende Gedanken.

3. Schritt zur Selbstliebe: Meine Bedürfnisse erfüllen

Manchmal ignorieren wir unsere unerfüllten Bedürfnisse recht geschickt. Äußern tun sie sich dann durch schlechte Laune und Gereiztheit. Daher sollten wir uns beim Innehalten auch folgende Selbstliebe-Fragen stellen: Was bräuchte ich jetzt? Einen Song von meiner Playlist, einen kurzen Spaziergang, einen Powernap auf dem Sofa? Und dann einfach machen, sobald es sich einrichten lässt. Eine hübsch dekorierte Box kann als Selbstliebe-Kiste fungieren, die unsere Favoriten für schnelles Wohlbefinden bereithält – von der Kuscheldecke bis zum Aromaöl.

Selbstliebe-Übung: Weniger punktuellen Bedürfnissen kommt man durch den Umweg-Trick auf die Schliche: Einfach Sätze ergänzen wie „Mein Partner sollte doch … (z.B. mir öfter sagen, wie attraktiv er mich findet)“ oder „Wenn meine Kollegin doch … (z.B. nicht ständig in mein Büro reinschneien würde)“ usw.

4. Schritt zur Selbstliebe: Den eigenen Wert anerkennen

Selbstliebe lernen heißt auch, sich wertzuschätzen, und zwar nicht nur die Schokoladenseiten, sondern auch die sogenannten Schwächen. Die Erkenntnis darf lauten: An mir ist alles richtig! Auch wenn Sie nicht das propagierte Idealgewicht (Zeit für Körperakzeptanz) haben, die „perfekte Mama“ sind oder die Chefin an Ihrem letzten Bericht herumgedoktert hat: so what?! Für notorische Pessimistinnen unter uns mag positives Denken ja schwierig sein, aber in eigener Sache setzen wir jetzt die rosa Brille auf – und legen sie am besten nie wieder ab. Als Einstieg könnten Sie spontan jeweils fünf Dinge aufschreiben, die Sie an Ihrem Äußeren und Ihrem Charakter mögen. Darunter auch solche, die für andere auf den ersten Blick nicht so liebenswert erscheinen mögen.

Selbstliebe-Tipp: Selbstwertschätzung und Selbstakzeptanz sind eine gute Basis für Freundschaften beziehungsweise eine Partnerschaft. Wir sind nicht von der Liebe und Akzeptanz anderer abhängig, weil wir uns selbst genug Selbstliebe und Selbstfürsorge zukommen lassen. Beziehungen zu anderen Menschen sind dadurch unbelasteter und freudvoller, weil nicht dauernd die eigenen Erwartungen enttäuscht werden.

5. Schritt zur Selbstliebe: Verantwortung für das eigene Glück übernehmen

Wessen Aufgabe ist es, mich glücklich zu machen? Gemeine Frage, oder? Auch wenn wir meinen, die Daseinsberechtigung unseres Partners oder unserer Kids liege in der Vermehrung unseres Wohlbefindens: Fehlanzeige, da müssen wir schon selbst ran. Statt unser Glück abhängig von unseren oft ahnungslosen Liebsten zu machen, packen wir mit einer altbekannten Faustregel lieber selbst an: Love it, change it or leave it. Sind wir mit einem Element unseres Lebens unzufrieden, etwa mit der uns stets kritisierenden Freundin, können wir entweder unsere Einstellung ändern, die Dynamik verbessern oder uns notfalls ganz davon befreien. Freundschaften dürfen auch beendet werden, wenn sie einem nicht mehr guttun.