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Just kiss me: So viel verrät ein Kuss

Warum küssen wir uns?

Just kiss me: So viel verrät ein Kuss

In unseren Köpfen dreht sich alles nur ums… Küssen! Oder zumindest sehr viel. Doch woher kommt der Kuss eigentlich? Und was bedeutet es, wenn wir jemanden küssen?
 

Die Dynamiken in der Liebe und in zwischenmenschlichen Beziehungen sind manchmal schwer zu begreifen. Dennoch wissen wir mittlerweile, was Frauen und Männer in der Partnerschaft wirklich wollen und warum getrennt schlafen nicht das Ende der Beziehung ist.

Doch nicht mehr küssen? Da schaut es schon etwas anders aus! Küssen ist essentiell für eine Beziehung und gehört für viele auch beim Sex unverzichtbar dazu. Doch warum küssen sich Menschen und woher kommt der Kuss?

Ein Kuss sagt mehr als tausend Worte?

Heute gibt es eigentlich nur mehr den Begrüßungs-, Abschieds- und Liebeskuss. Vor ein paar Jahrhunderten hat ein Kuss noch viel mehr ausgesagt: Im Mittelalter etwa zeigte ein Kuss die Abhängigkeit zwischen Herren und Untergebenen, im Christentum wie auch im Kommunismus hatte der Kuss als Gebärde der Ehrfurcht, Verbundenheit und Solidarität große Bedeutung. Auch bei den Römern zeigte ein Kuss den gesellschaftlichen Status: Sklaven wurden nicht geküsst, ein Kuss ohne Zunge war Zeichen der Anerkennung und Begegnung auf Augenhöhe.

Heute hat der Kuss mit Ritualen, politischen oder ideologischen Gründen nicht mehr viel zu tun. Er ist hauptsächlich Ausdruck zärtlicher Liebe, Zuneigung und Verlangen. Doch wo kommt der Kuss ursprünglich her? Darüber zerbrechen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch heute die Köpfe.

Der Ursprung des Kusses: Woher kommt das Küssen?

Die Theorien sind zahlreich: Die einen gehen davon aus, dass der Kuss nur die Weiterentwicklung des Beschnüffelns und Beleckens des Hinterteils ist. Mit unserem aufrechten Gang sei das quasi nach oben zu unseren Mündern gewandert. Die anderen glauben, das Küssen habe seinen Ursprung im Bedürfnis, an der Brust der Mutter gestillt zu werden – und dieses Verlangen begleitet uns das ganze Leben.

Eine andere Theorie besagt, das Küssen komme von der Nahrungsweitergabe von Mund zu Mund, wie das bei Urvölkern oft praktiziert wurde. Bei Schimpansen ist diese Art der

Fütterung weit verbreitet. Aus dieser fürsorglichen Geste soll irgendwann eine Liebesgeste entstanden sein. „Humbug!“ sagen andere Studien. Denn weltweit ist nur bei 46% der Bevölkerung küssen ganz normal – einige Kulturen empfinden es sogar als eklig.

Warum küssen wir uns jetzt wirklich?

Was für viele Forscherinnen und Forscher am meisten Sinn macht: Das Küssen ist ein biologisches Hilfsmittel bei der Partnerwahl. Geruch und Geschmack beim Küssen verraten uns unterbewusst den biologisch perfekten Partner. Dabei soll sich die Genetik des Kusspartners möglichst von der eigenen unterscheiden: Die Biologie möchte maximale Genvielfalt, die besser mit Krankheiten umgehen kann und eine hohe Lebenserwartung verspricht.

Dass wir beim Küssen den idealen Partner für unsere Nachkommen aussuchen, erklärt auch die sexuelle Sprengkraft eines Kusses. Der Zusammenhang zwischen Sex und Küssen ist besonders für Frauen sehr wichtig: Mehr als 80% der Frauen halten Sex ohne Küssen für unmöglich. Für Männer ist ein Kuss nicht ganz so wichtig, die Mehrheit kann sich Sex ohne Küssen vorstellen. Zudem würden doppelt so viele Männer auch eine schlecht küssende Partnerin nicht von der Bettkante stoßen.

Was passiert beim Küssen im Körper?

 

Kalorienverbrauch beim Küssen

Ein normaler Kuss verbraucht pro Minute etwa 6,4 Kalorien. Je nach Situation kann dieser Wert jedoch auch weitaus höher ausfallen: Wer viel Leidenschaft investiert, kann bis zu 20 Kalorien pro Minute verbrennen. Ein Workout zum Verlieben!

Küssen ist gesund

Die Wissenschaft fand heraus, dass Vielküsser länger leben – und zwar ganze fünf Jahre! Das Küssen stärkt das Herz und kurbelt das Immunsystem ordentlich an. Küssen soll sogar gegen Heuschnupfen und Erkältungen helfen. Ein weiterer Bonus: Der vermehrte Speichelfluss beugt Karies und Parodontose vor.

Hormonparty

Beim Knutschen werden Glückshormone frei und gleichzeitig vertschüssen sich Stresshormone wie Cortisol. Zusätzlich stärkt das Kuschelhormon Oxytocin mit seiner beruhigenden und befriedigenden Wirkung das Bindegefühl zwischen den Küssenden.

Die Nerven tanzen

Ein Kuss aktiviert 146 Muskeln und beschäftigt mehr als 100 Milliarden Nervenzellen. Aufgrund der außergewöhnlich vielen feinen Nervenfasern sind die Lippen so sensibel – und deshalb fühlen sich Küsse auch so gut an.

Überraschende Vorteile

Kaum zu glauben: Statistiken haben tatsächlich ergeben, dass Vielküsser mehr Erfolg im Beruf und weniger Unfälle im Straßenverkehr haben. Außerdem lässt uns Knutschen jünger aussehen: Küssen kurbelt die Durchblutung an und strafft so die Haut!