Wussten Sie, dass niemand von uns die Welt so sieht, wie sie wirklich ist? „Von all den Sinnesreizen, die auf uns einströmen, können wir nur 0,05 Prozent bewusst verarbeiten“, weiß Psychologin Christine Hoffmann. Es stimmt also nicht, dass Realisten oder gar Pessimisten einen realitätsnäheren Blick auf die Welt haben als Optimisten. Sie denken nur anders darüber.

„Vereinfacht betrachtet, nehmen wir die Welt immer durch einen Schleier an Gedanken wahr. Menschen mit positiven Gedanken fokussieren eher auf Schönes und Bewahrenswertes, andere mit negativen Gedanken sehen weiteren Grund für Ärger“, sagt Hoffmann. Jeder von uns neigt dazu mehr in eine Richtung zu denken.

Aber: Eben genau diese Art und Weise, wie wir denken – also ob eher positiv oder eher negativ – haben wir in der Hand und so können wir das lästige Gedankenkarusell stoppen. Und das sollten wir, denn positive Gedanken können unseren Blick auf die Welt und auf uns selbst im besten Sinne verändern. Übrigens: Nicht nur positives Denken, auch positive Charaktereigenschaften können wir erlernen.

Positiv denken: Warum fällt uns das schwer?

Grundsätzlich neigen wir dazu, eher negativ zu denken. Das hängt auch mit unseren Gefühlen zusammen und den sogenannten Primäremotionen: Angst, Wut, Traurigkeit und Freude – und von diesen vieren ist Freude die einzige positive Primäremotion. Plus die drei unangenehmen übertreffen alle die Freude. Heißt in der Praxis: Wir verspüren keine Freude mehr, wenn eine der drei anderen Emotionen ausgelöst wird. (Übrigens: Wie Sie lernen Gefühle zuzulassen, lesen Sie hier.)