Maneki neko - die Winkekatze - ist ein japanischer Glücksbringer und sorgt für positive Gedanken.
Glück fängt im Kopf an!

Positive Gedanken: 3 Wege, wie wir sie zulassen

Wir machen uns viel öfter negative Gedanken als positive. Woran das liegt und wie wir das ändern können, hat uns eine Psychologin verraten.

Wussten Sie, dass niemand von uns die Welt so sieht, wie sie wirklich ist? „Von all den Sinnesreizen, die auf uns einströmen, können wir nur 0,05 Prozent bewusst verarbeiten“, weiß Psychologin Christine Hoffmann. Es stimmt also nicht, dass Realisten oder gar Pessimisten einen realitätsnäheren Blick auf die Welt haben als Optimisten. Sie denken nur anders darüber.

„Vereinfacht betrachtet, nehmen wir die Welt immer durch einen Schleier an Gedanken wahr. Menschen mit positiven Gedanken fokussieren eher auf Schönes und Bewahrenswertes, andere mit negativen Gedanken sehen weiteren Grund für Ärger“, sagt Hoffmann. Jeder von uns neigt dazu mehr in eine Richtung zu denken.

Aber: Eben genau diese Art und Weise, wie wir denken – also ob eher positiv oder eher negativ – haben wir in der Hand und so können wir das lästige Gedankenkarusell stoppen. Und das sollten wir, denn positive Gedanken können unseren Blick auf die Welt und auf uns selbst im besten Sinne verändern.

Positiv denken: Warum fällt uns das schwer?

Grundsätzlich neigen wir dazu, eher negativ zu denken. Das hängt auch mit unseren Gefühlen zusammen und den sogenannten Primäremotionen: Angst, Wut, Traurigkeit und Freude – und von diesen vieren ist Freude die einzige positive Primäremotion. Plus die drei unangenehmen übertreffen alle die Freude. Heißt in der Praxis: Wir verspüren keine Freude mehr, wenn eine der drei anderen Emotionen ausgelöst wird.

Warum lohnt sich positives Denken?

1. Negativdenker sind faule Denker

Ein weiterer Grund, dass uns negatives Denken leichter fällt, ist die Evolution. „Das menschliche Gehirn ist evolutionär in einer Zeit entstanden, in der Menschen noch ums pure Überleben gekämpft haben. Daher ist es insbesondere darauf spezialisiert, unser Überleben zu sichern. Mit Bedrohlichem beschäftigen wir uns automatisch.“ Wer den Fokus auf Schönes und Bewahrenswertes legen möchte, muss dagegen aktive Willenskraft und Energie einsetzen. Expertin Hoffmann: „Pessimismus kann also auch als Ausdruck kognitiver Faulheit verstanden werden.“ Wenn Sie das nächste Mal einen Pessimisten folgenden Satz sagen hören ‚Optimisten reden sich die Welt schön‘, können Sie kontern mit: ‚Pessimisten sind nur zu faul, positiv zu denken.‘

2. Sudern macht dick

Oder Sie kontern mit ‚Ständiges Jammern macht dick.‘ Auch das ist wahr, sagt Hoffmann: „Menschen, die vermehrt negativ denken, haben ein erhöhtes Risiko für Übergewicht. Sudern, Raunzen und Mosern tun der Figur also gar nicht gut. Denn: Negative Gedanken belasten nicht nur die Psyche sondern auch den Körper. “ Wenn wir in negativen Gedankenspiralen feststecken, wird außerdem das Stresshormon Cortisol ausgestoßen. Das schwächt das Immunsystem und erhöht den Blutdruck. Und daraus wiederum können schwerwiegende Krankheiten wie Herzleiden und Diabetes entstehen.

3. Meine Art zu denken bestimmt meinen Selbstwert

Und noch einen weiteren wichtigen Grund gibt es, dass wir uns mehr positive Gedanken machen sollten: Die Gedanken über mich selbst bestimmen meinen Selbstwert. Wer sich selbst also wertschätzt, steigert die Wahrscheinlichkeit von anderen wertgeschätzt zu werden. Und: Wir wirken sympathischer.

So lassen wir positive Gedanken in unser Leben

1. Den Fokus auf Schönes legen

Wie aber schaffen wir es die negative Gedankenspirale zu durchbrechen? Wir müssen unsere Gedanken ganz bewusst ändern: „Die meisten Menschen fühlen sich ihren Gedanken gegenüber hilflos ausgeliefert. Doch wir können jederzeit einen Gedanken loslassen und bewusst einen anderen produzieren.“, weiß Christine Hoffmann. Und dabei geht es weniger darum, sich die Welt schön zu reden, als den Fokus auf Schönes zu legen.

„Ein praktisches Beispiel: Wenn ich meine Oberschenkel hässlich finde, sollte ich mir nicht sagen ‚Meine Oberschenkel sind schön‘. Stattdessen sollte mir überlegen, was ich denn an mir schön finde.“ Oder: Wenn ich im Büro sitze, meine Lieblingskollegin aufgrund der Corona-Beschränkungen im Homeoffice arbeitet und ich sie vermisse, sollte ich mir nicht einreden: Manchmal redet sie eh zu viel und deshalb ist das ganz gut, dass sie nicht da ist. Sondern stattdessen sollte ich den Fokus auf etwas anderes legen und denken: Was gibt es denn heute Schönes? Scheint die Sonne? Treffe ich mich nachher noch mit einer Freundin? Oder habe ich vergangene Nacht etwas besonders Schönes geträumt?

2. Negative Gedanken umformulieren

Wenn sich ein negativer Gedanke immer wieder in uns wiederholt – etwa „Was werden denn die anderen denken?“ -, sollten wir diesen Gedanken einfach zu Ende denken und so herausfinden, was die anderen im worst case denken werden. Und wenn die fiktive Antwort der anderen etwa lautet „Das finden wir nicht gut“, dann für mich den Satz umformulieren in: Es ist wichtig, dass ich gut finde was ich mache. Oder wenn ich denke ‚Niemand mag mich‘ kann ich umformulieren in: Ich mag mich.

Von allgemeinen Formulierungen wie ‚Ich bin schön‘ oder ‚Alles wird gut‘ rät Hoffmann ab: „Allgemeine Affirmationen finde ich nur dann gut, wenn man sie für sich selbst formuliert. Ein Satz wie ‚Ich bin wertvoll‘ ist nur gut, wenn er wirklich hilft. Bei manchen ist ‚Ich bin okay‘ viel treffender formuliert. Einfach, weil wir alle unterschiedlich sind.“

3. Mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen

Ganz wichtig, wenn wir positive Gedanken in unser Leben lassen wollen: Aufs Hier und Jetzt fokussieren – also mit allen Sinnen unsere Umgebung wahrnehmen. Was rieche ich gerade, was höre, was sehe ich? So füllen wir die 0,05% an Sinnenreizen, die wir bewusst verarbeiten, mit dem Besten, was unsere Umwelt hergibt.

Mag. Christine Hoffmann ist Arbeitspsychologin, Coach und Yogalehrerin. Sie bietet von ihrer Praxis in Wien aus psychologisches Coaching, Impulsvorträge und Seminare an. Eigens entwickelt hat sie Glücksyoga – indem sie Elemente der positiven Psychologie mit Yoga verknüpfte.

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