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Boxen: Ein Sport für Frauen!

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Boxen: Ein Sport für Frauen!

Boxen ist eine Männerdomäne? Von wegen! Derzeit lassen immer mehr Frauen ihre Fäuste fliegen! Warum Frauenboxen so beliebt ist, wie ein typisches Training abläuft – und warum der Trend eigentlich ein Comeback ist. 
Im Alltag mussten sich Frauen schon immer durchboxen. Jetzt haben viele den Faustkampf auch als Sportart entdeckt. Und es werden immer mehr. Denn das Boxtraining hält nicht nur fit, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein – und ist eine spannende Herausforderung. Wirklich neu sind Frauen im Boxring allerdings nicht: Schon im 18. Jahrhundert war Frauenboxen beliebt. 

Die Geschichte zeigt: Boxen war schon immer Frauensache 

Der vermutlich erste offizielle Frauenboxkampf der Geschichte wurde im Jahr 1722 in London angekündigt – zwischen Elizabeth Wilkinson und Hannah Hyfield. 1911 erschien das erste deutsche Lehrbuch „Boxen. Ein Fechten mit Naturwaffen“ von Joe Edwards, der darin das Damenboxen lobte. Trotzdem scheiterten Versuche, das Frauenboxen als olympische Disziplin einzuführen.  

Zu Zeiten der Weimarer Republik wurde zunächst in Varietés geboxt – etwa auch im Wiener Prater –, wobei der Unterhaltungswert im Vordergrund stand. Aber auch Boxkämpfe in privaten Salons waren in Europa üblich. Emanzipierte Künstlerinnen wie Marlene Dietrich fingen damals mit dem Boxen an. Und in den 1930er-Jahren fanden Boxkämpfe zwischen Frauen statt, die eindeutigen Wettkampfcharakter hatten. Eine Favoritin war damals die Wienerin Lizzi Dorey.  

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Frauenboxen vielfach belächelt. Eine offizielle Anerkennung gab es erst Ende des 20. Jahrhunderts, als die Verbände begannen, größere Wettbewerbe zu organisieren. 2001 fand die erste Weltmeisterschaft statt, 2012 wurde Frauenboxen endlich eine eigenständige Disziplin bei den Olympischen Spielen – über 100 Jahre nach den ersten olympischen Boxkämpfen der Männer. 

Trendsport Boxen: Warum Frauen heute in den Ring steigen  

Beim Publikum ist Boxen eine der beliebtesten Sportarten der Welt. Wichtige Kämpfe werden via Fernsehen in mehr als 150 Länder übertragen, Legenden wie Muhammad Ali oder Mike Tyson kennt jedes Kind. Aber es gibt auch viele Gründe, die dafür sprechen, selbst mit diesem Sport zu beginnen. Für manche Boxerinnen treffen sogar alle auf einmal zu: 

Frauenboxen als Ganzkörper-Workout 

Beim Boxen trainiert man mit jedem Schlag Schultern, Arme, Brust und Rücken. Das Ducken und Ausweichen beansprucht außerdem die Tiefenmuskulatur der Körpermitte – und auch die seitlichen Bauchmuskeln kommen ganz schön dran. Darüber hinaus ist Boxen ein perfektes Workout für alle, die ihre Balance und Beweglichkeit verbessern wollen. Und: Es gilt als Grundlage für jeden Spitzensport. 

Frauenboxen als sportliche Challenge 

Schon das Training macht Spaß. Schließlich geht es nicht einfach ums „Draufhauen“, sondern vor allem um Technik und Taktik. Wie kann ich mein Gegenüber richtig einschätzen? Wann ist der beste Moment, um einen gezielten Schlag zu platzieren?  

Frauenboxen als Selbstbewusstseins-Kick 

Boxen ist auch ein Workout für die Seele. Die Sportlerinnen lernen, ihren Körper besser wahrzunehmen und trotz geringem Gewicht einen effektiven Schlag umzusetzen. Außerdem wird trainiert, mutig vorzupreschen – dadurch werden Ängste und Aggressionen abgebaut. 

Frauenboxen als Fatburner 

Rund 1.200 Kalorien verbrennt der Körper während einer Stunde Boxtraining. Bei drei Trainingsstunden pro Woche verliert man ein halbes Kilogramm reines Körperfett – ein klares K.o. für unerwünschte Kilos. Dazu kommt, dass durch das Bewegungs- und Schnellkrafttraining die Figur geformt wird. Und der Muskelaufbau sorgt für nachhaltige Erfolge. 

Boxen als Hobbysport: Wie sieht ein Training aus? 

Ein Boxtraining beginnt in der Regel mit einem Warm-up, das ziemlich schweißtreibend sein kann. Zu den typischen Aufwärmübungen gehören Seilspringen oder Zirkeltraining. Erst wenn der Körper auf Touren ist, streift man die Boxhandschuhe über und darf sich an den Sandsäcken abreagieren. Anschließend folgen zumeist noch Übungen mit Partnerinnen, für die es einiges an Mut braucht.  

Besonders gefährlich ist Amateurboxen allerdings nicht: Forscherinnen und Forscher des Stockholmer Karolinska-Instituts haben in einer langjährigen Studie herausgefunden, dass diese Sportart keine größeren Risikofaktoren birgt als Fußball oder Leichtathletik. Wer trotzdem nicht in den Ring steigen möchte, kann aber auch nur das Training mitmachen und von den vielen körperlichen Benefits des Fitness-Boxens profitieren.