Wie das Smartphone die Eltern-Kind-Beziehung stört

Veröffentlicht am 16. Januar 2019

Frustrierte Babys und gestresste Eltern: Oft greifen Mama und Papa bei jedem Pling oder Vibrieren zum Handy. Das belastet die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Denn Babys wollen gesehen werden und brauchen ein Gegenüber.

Frau mit einem Baby auf dem Bett.
Frau mit einem Baby auf dem Bett.

Handys stellen die Eltern-Kind-Beziehung vor neue Herausforderungen: Eltern, die am Spielplatz mit ihren Smartphones statt mit ihren Kindern spielen. Väter, die beim Spazierengehen mit dem Nachwuchs in ihr Handy tippen. Mütter, die während des Stillens im Internet surfen. Viele wollen die Zeit nützen, während ihr Kind (vermeintlich) mit etwas anderem beschäftigt ist.

Handy beeinflusst Eltern-Kind-Beziehung

Aber Eltern, die zu viel Zeit mit Smartphone & Co. verbringen, können einer US-amerikanischen Studie zufolge Verhaltensauffälligkeiten bei ihren Kindern fördern. Kurzum: Das Handy kann die Beziehung zwischen Eltern und Kind stören. Für die Studie wurden 181 Elternpaare mit Kindern unter fünf Jahren über sechs Monate begleitet.

Studie:

Wutanfälle und Frustration bei Kindern

Das Ergebnis: In fast allen Fällen unterbrachen digitale Geräte mindestens einmal pro Tag den Austausch zwischen Eltern und Kindern. Mit der Zahl der Unterbrechungen wurden bei den Kindern Verhaltensauffälligkeiten wie Wutanfälle, Hyperaktivität und Frustration beobachtet. Bei den Eltern kam es zu einem erhöhten Stresslevel.

Blick zum Baby statt aufs Smartphone

Gerade in Gegenwart von Babys lockt der regelmäßige Griff zum Smartphone. Frischgebackene Eltern – in der Regel nach wie vor die Mütter – verbringen während der Karenz viel Zeit zu Hause. Stichwort: Mutter-Kind-Bindung. Sie sind häufig mit dem Baby „allein“. Eine große Umstellung für viele Frauen.

Die digitale Versuchung ist groß

Soziale Medien vermitteln ihnen das Gefühl, mit der Welt in Kontakt zu bleiben. Schnell die neuen Whats-App-Nachrichten lesen. Durch die Facebook-Timeline scrollen. Einen neuen Strampler bestellen. Die digitale Versuchung ist groß und allgegenwärtig. Aber es bleibt nicht ohne Folgen, wenn Mama oder Papa weniger aufmerksam sind und das Baby seltener anschauen.

Babys wollen in Beziehung treten

Für Babys ist es frustrierend, wenn Eltern durch die ständig eingehenden Textnachrichten permanent im „Off“ sind. Oder sofort jeden Anruf annehmen. Denn dabei wird die Eltern-Kind-Interaktion abrupt abgebrochen. Aber Babys wollen in Beziehung mit ihren Bezugspersonen treten. Sie wollen gesehen und gespiegelt werden. Sie brauchen Feedback, ein Gegenüber, jemanden, der sich mit ihnen austauscht, auf ihre Gefühle, Signale und Laute reagiert. So können sie ihr Repertoire an Kommunikation und Austausch entwickeln. Gleichzeitig wird die Eltern-Kind-Beziehung gestärkt.


16 Januar 2019 | TEXT: Julia Fischer-Colbrie | Fotos: Stocksy

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