Navi durch den Alltag: 5 Rituale für Kinder und Eltern

Kleine Gewohnheiten bringen große Erleichterung: Rituale sind so ziemlich das Beste für Familien – und führen Kinder wie ein Navigationssystem durch den Alltag. Und so geht's.

Kinder im Anmarsch? Diese Rituale helfen im Familienalltag
Kinder im Anmarsch? Diese Rituale helfen im Familienalltag

Ritual 1: Aufstehen

Morgenmuffel brauchen in der Früh immer besonders lange. Für alles. Man kriegt sie weder aus dem Bett noch ins Badezimmer. Die Lösung: Man bereitet am Abend vor, was am nächsten Tag angezogen werden soll, und legt das Outfit griffbereit heraus. Kindern, die lieber selbst ihr Gewand für den Tag aussuchen, kann man drei unterschiedliche Oberteile hinlegen und sie wählen lassen. Alles schneller als in der Früh die gesamte Garderobe auf dem Bett aufzutürmen, bis eine Kombination Gnade vor den Kinderaugen gefunden hat.

Ritual 2: Essen

Abwechslungsreich und mit vielen Nährstoffen, so stellen sich Eltern Ernährung vor. Nudeln ohne alles – und Spinat durch die Gegend schießen, das entspricht der Vorstellung ihrer Kinder. Allzuoft wird das gemeinsame Essen somit zum Kampf. Ab einem bestimmten Alter hilft es, wenn die Kinder mitkochen. Den ganz Kleinen gibt man ein Buttermesser, um die gewürfelten Paradeiser nun auch noch zu zerquetschen. Oder man lässt sie das Gemüse waschen. Die Älteren können die Karotten schälen oder die Erdäpfel schneiden. Das Kochen braucht dadurch zwar mehr Zeit, wird aber auch bunter. Die Sprösslinge spielen Koch und Vorkoster und wissen bei Tisch dann schon genau, was sie erwartet. Das steigert die Vorfreude auf die Essenszeit und lässt mehr Zeit für Späße beim gemeinsamen Essen.

Ritual 3: Verabschieden

In jedem Kindesalter ist es eine unangenehme Situation: Mama und Papa verabschieden sich und verschwinden. Besonders bei Kindergartenkindern kommen Abschiede gleich nach Zimmeraufräumen. Die Kids wollen ihre Mama immer um sich haben, fremde Leute machen sie unsicher. Deshalb: Nachdem sie aufgewacht sind, ihnen versichern, was für ein schöner Tag sie erwartet und welche tollen Aktivitäten auf dem Tagesplan stehen. Man packt ihnen ihre Lieblingsjause ein und vor dem Kindergartentor gibt man ihnen einen Kuss. Man sagt nicht: „Brav bleiben, bis nachher.“ Sondern: „Einen schönen Tag wünsch ich dir, nach dem Fußballspielen hole ich dich wieder ab.“ Damit lenkt man die Aufmerksamkeit des Kindes auf das Positive und es kann sich unter der Zeitangabe etwas Konkretes vorstellen. Wenn sich die Eltern abends eine Auszeit gönnen und ihren Nachwuchs bei einer Babysitterin lassen, helfen den Kindern Stichworte wie „nach der dritten Geschichte“ oder „wenn ihr schon im Träumeland seid“, die Zeit bis zu ihrer Heimkehr zu überbrücken.

Ritual 4: Pflegen

Insekten fangen, im Sandkasten graben und im Gebüsch verstecken. Nach so viel Aufregung ist Körperpflege für die Kids völlig uninteressant. Für Mama und Papa nicht. Also müssen sie schauen, dass die Kinder, die abends oft komplett erschöpft sind, sich noch für die Pflegeroutine von Baden über Haarewaschen bis Zähneputzen begeistern. Hygiene wird lustiger, wenn man Spielzeug mit in die Badewanne nimmt und den Kindern sagt, dass sie ihre Dinos einseifen sollen, während man bei ihnen dasselbe macht. Während der Zahnpflege kann man ihnen ein lustiges Lied vorsingen. So bringt man die Sprösslinge zum Lachen und die sonst so mühsame Prozedur im Nu hinter sich.

Ritual 5: Schlafen

Feste Schlafenszeiten sind besser als alles Schäfchenzählen. Damit kommen Kinder nach einem Tag voller neuer Eindrücke leichter zur Ruhe. Mit spielerischen Elementen in der Bettroutine kann man den Tag recht gut ausklingen lassen. Vielleicht wickelt man sie nach dem Baden in ein Handtuch, trägt sie ins Bett und liest ihnen ihre Lieblingsgeschichte vor. Ängstlichen Kindern hilft es, wenn neben ihrem Bett ein Nachtlicht leuchtet. Oder wenn die Eltern noch einen Rundgang durchs Zimmer machen, bei dem sie alle Schranktüren und das Fenster schließen. Damit auch nachher keine Monster ins Zimmer schleichen können.


14 August 2019 | Text: Redaktion | Fotos: Stocksy

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