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HPV: Fünf wichtige Fakten über das Virus, die Sie kennen sollten

Schutz vor HPV

HPV: Fünf wichtige Fakten über das Virus, die Sie kennen sollten

Humane Papillomaviren (HPV), kurz HP-Viren, sind die am häufigsten sexuell übertragbaren Viren. Meistens ist eine Ansteckung harmlos. Nur bei manchen Virus-Typen können schwere Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs entstehen. Wie Sie sich vor dem HP-Virus schützen können und wie Folgeerscheinungen behandelt werden, erklärt die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Eva Lunzer-Mühl.

Was HPV ist und wie Sie sich davor bestmöglich schützen können, erklärt die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Eva Lunzer-Mühl.

1. Was ist das HP-Virus und wie entsteht HPV?

HPV steht für Humane Papillomaviren, davon sind mehr als 200 Typen bekannt. Manche HPV-Typen befallen Zellen der Schleimhäute, rund 40 davon die Geschlechtsorgane. Diese HP-Viren können sexuell übertragbare Infektionen (STI) auslösen. Sie werden meistens beim ungeschützten Sex (erfahren Sie hier alles über Safer Sex und HIV), auch beim Oralverkehr übertragen. Sie sind so verbreitet, dass sich weltweit rund 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens damit anstecken, außer sie sind dagegen geimpft.

Männer und Frauen können sich gleichermaßen mit HPV anstecken und in seltenen Fällen schwere Erkrankungen daraus entwickeln. Schwangere Frauen, die positiv auf das HP-Virus getestet sind, übertragen es manchmal bei der Geburt auf das Kind. Laut einer aktuellen Studie von der Université de Montréal sind die Viren bei den Babys nach dem ersten halben Lebensjahr aber nicht mehr nachweisbar.

2. Wann kann HPV zu Krebs, insbesondere Gebärmutterhalskrebs führen?

Die meisten Infektionen im Genitalbereich mit HPV verlaufen ohne Beschwerden, unbemerkt und heilen von selbst wieder ab. Das liegt daran, dass das Immunsystem die Viren bekämpft und die Infektion nach einem bis zwei Jahren beseitigt ist.

Dauerhaft nachzuweisen sind die Viren nur bei einem kleineren Teil der Betroffenen: Einige HPV-Typen können harmlose Feigwarzen, das sind Warzen im Genitalbereich, verursachen. Andere HPV-Typen können die Zellen verändern. Daraus können sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren Krebsvorstufen oder Krebs entwickeln, am häufigsten Gebärmutterhalskrebs.

3. Welche Symptome treten bei einer Ansteckung mit HPV auf?

Bei den meisten HPV-Infektionen treten keine spezifischen Beschwerden auf. „Daher ist es umso wichtiger, zur regelmäßigen Vorsorge zu gehen“, erklärt die Gynäkologin. Dort werden Zellveränderungen am Gebärmutterhals kontrolliert und fallweise wird eine Gewebeprobe entnommen, um sie mikroskopisch zu untersuchen. Zusätzlich kann ein HPV-Test gemacht werden. Das heißt, dass die Proben ins Labor geschickt werden, wodurch die Viren nachgewiesen werden können.

Die Symptome von Feigwarzen sind oft Juckreiz und harte, warzenartige Hautwucherungen im Genitalbereich. Die Feigwarzen sind generell harmlos, sollten aber ärztlich abgeklärt werden. Denn häufig besteht zugleich eine Infektion mit gefährlichen Virustypen, die im äußeren Schamlippenbereich zu schweren Zellveränderungen und Krebsvorstufen führen können.

Zusatztipp: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind auch zur Früherkennung von Prostata- oder Brustkrebs wichtig. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Brust abstasten.

Im Video-Interview erzählt Dr. Eva Lunzer-Mühl mehr über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von HPV.

4. Wie können Sie sich vor HPV schützen?

Der aktuelle medizinische Wissensstand zeigt: Die HPV-Impfung verringert das Risiko für Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs um bis zu 90 Prozent. Auch das Risiko für beispielsweise Krebs an Scheide, Anus oder Penis sinkt durch die Impfung. In Österreich ist die HPV-Schutzimpfung für Kinder vom 9. bis zum 30. Lebensjahr kostenlos verfügbar. Empfohlen ist sie für alle Menschen bis zum 30. Lebensjahr, danach ist sie optional.

Beim Sex verkleinern Kondome das Risiko, sich mit den Viren anzustecken. Sie schützen zugleich vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Einen vollständigen Schutz gegen HPV bieten sie aber nicht. Auch wiederkehrende gynäkologische Untersuchungen und eine gute Körperhygiene und Intimpflege sind ratsam. „Reinigen Sie regelmäßig den Genitalbereich, Wasser ist dafür ausreichend“, rät die Gynäkologin. Männer sollten außerdem die Vorhautschmiere unter der Vorhaut laufend entfernen. Auch das Immunsystem zu stärken und auf Nikotin zu verzichten, kann eine vorbeugende Wirkung haben.

5. Ist HPV „heilbar“ und wie wird das HP-Virus behandelt?

Gegen eine HPV-Infektion existiert keine Therapie. Vorbeugung ist daher der beste Schutz. Durch das Virus entstandene Feigwarzen lassen sich jedoch gut behandeln. Sie werden entweder medizinisch entfernt oder verschwinden durch das Eincremen zu Hause mit verschriebenen Salben oder Cremen wieder. Hat das HP-Virus die Zellen verändert oder zu Krebsvorstufen geführt, kann die Entstehung von Krebs durch eine Behandlung verhindert werden. Dabei wird das veränderte Zellgewebe entfernt, danach sind meist regelmäßige Kontrollen nötig. Ist aus den Krebsvorstufen bereits Gebärmutterhalskrebs entstanden, sind die Heilungschancen durch medizinische Therapien bei früher Erkennung sehr hoch. Dennoch kann diese Krebsart tödlich enden.