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Repair Cafés: Welchen Beitrag sie für die Kreislaufwirtschaft leisten
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Gegen das Wegwerfen

Repair Cafés: Welchen Beitrag sie für die Kreislaufwirtschaft leisten

Zusammenfassung In Repair Cafés werden kaputte Alltagsgegenstände wie Elektrogeräte oder Kleidung gemeinsam mit freiwilligen Helfern repariert. Diese Treffen sind meist kostenlos, abgesehen von möglichen Kosten für Ersatzteile. Repair Cafés fördern Nachhaltigkeit und verlängern die Lebensdauer von Produkten. Das Konzept stammt aus den Niederlanden. Auch in Österreich gibt es vielerorts solche Angebote. Auf der Website www.repaircafes.at kann man nach Repair Cafés in der Nähe suchen.

Diese Zusammenfassung wurde mit KI erstellt und menschlich kontrolliert

In Repair Cafés werden kaputte Alltagsgegenstände gemeinsam mit freiwilligen Reparatur-Helfern wieder einsatzfähig gemacht. Wir haben uns angeschaut, wo es sie gibt und wie das Konzept funktioniert. Außerdem haben wir mit einem Ehrenamtlichen vom RepairTeam Wien gesprochen.

Was ist ein Repair Café?

Ein Repair Café ist ein Ort, an dem in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ehrenamtliche Reparaturveranstaltungen stattfinden. Dort können Menschen gemeinsam mit Helferinnen und Helfern kaputte Alltagsgegenstände – wie z. B. Elektrogeräte, Kleidung oder kleine Möbel – reparieren, anstatt sie zu entsorgen. Es handelt sich dabei um freiwillig organisierte Konsuminitiativen, die den Besucherinnen und Besuchern auf niederschwellige Weise die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft näherbringen.

Repair Cafés tragen dazu bei, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern, Ressourcen zu schonen und Reparatur-Know-how weiterzugeben. Sie ergänzen professionelle Reparaturdienstleister und stärken das Gemeinwesen.

Wie funktioniert ein Repair Café?

Repair Cafés geben ihre Veranstaltungstermine meist auf ihrer Website oder in den sozialen Netzwerken bekannt. Während man zu einigen einfach so vorbeikommen kann, wird bei anderen im Vorhinein um eine Anmeldung gebeten, damit auch alle Besucherinnen und Besucher an die Reihe kommen.

Repariert wird in der Regel gemeinsam mit jemandem vom Team des Repair Cafés. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer kommen oft aus technischen Berufen und unterstützen mit ihrem Wissen dabei, die beschädigte oder defekte Sache wieder einsatzfähig zu machen.

Was kann man im Repair Café reparieren lassen?

Repair Cafés haben zwar Erfahrung mit der Reparatur vieler Alltagsgegenstände, allerdings werden oft gewisse Warengruppen ausgeschlossen, zum Beispiel Geräte, auf die noch Garantie gilt, oder sehr komplexe Hightech-Geräte. Am besten ist es, sich vor dem Besuch des Repair Cafés darüber schlau zu machen.

Genug von Fast Fashion? Lesen Sie unseren Beitrag zu „Visible Mending“, einer Reparaturtechnik von alten Kleidungsstücken, die aus Japan stammt und auch hierzulande immer mehr Anklang findet. Dazu erhalten Sie eine Anleitung, wie man selber nähen lernt und Nähprojekte startet.

Sind Repair Cafés kostenlos?

Die Hilfe der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist gratis, allerdings können Kosten für notwendige Ersatzteile anfallen. Repair Cafés leben von den Spenden ihrer Besucherinnen und Besucher, mit denen sie Miete und Werkzeuge bezahlen. Zudem fördern viele Gemeinden Repair Cafés, indem sie Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Und für den Fall, dass beim Reparaturversuch einmal etwas schiefgeht, vermittelt in Österreich der Verein Re-Use Austria teilnehmenden Repair Café einen kostenlosen Versicherungsschutz durch die Helvetia Versicherung (mehr dazu finden Sie unter repaircafes.at).

Mithilfe dieses Tests können Sie herausfinden, welches Ehrenamt zu Ihnen passt. Und in diesem Interview erzählt die Soziologin Eva More-Hollerweger, warum Freiwilligenarbeit so wichtig ist.

Woher stammt das Konzept der Repair Cafés?

Veranstaltungen, bei denen gemeinschaftlich repariert wird, gibt es schon länger. Richtig populär wurde das Konzept durch die niederländische Umweltjournalistin Martine Postma, die im Jahr 2009 den Begriff „Repair Café“ prägte. Über die sozialen Netzwerke verbreitete sich die Idee, etwas gegen die Wegwerfgesellschaft zu unternehmen, rasch. Postmas Stiftung „Stichting Repair Café“ betreut mittlerweile Tausende Initiativen weltweit.

Hier lesen Sie, warum Upcycling und Reparieren im Trend liegen.

Repair Cafés in Österreich

Die ersten Repair Cafés in Österreich fanden im Jahr 2013 in Salzburg und Graz statt. Heute ist die Bewegung breit regional verankert. Die Mehrheit ist ohne formale Struktur oder als Verein organisiert, vereinzelt werden Repair Cafés aber auch von Bildungseinrichtungen, Stiftungen oder privaten Unternehmen getragen.

Eine Studie des Umweltdachverbands in Kooperation mit Re-Use Austria im Auftrag der Arbeiterkammer Wien aus dem Jahr 2026 hat erhoben, dass die Anzahl der Repair-Café-Initiativen hierzulande kontinuierlich ansteigt. Zwischen 2022 und 2024 erhöhte sich ihre Anzahl von 74 auf 95, die Anzahl der Standorte stieg von 175 auf 227. Im Jahr 2024 konnten durch die erbrachten Reparaturleistungen rund 464 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.

Wo gibt es Repair Cafés?

Auf der Website des Vereins Re-Use Austria gibt es eine Österreich-Karte, wo mittels Suchfunktion Repair Cafés in der Nähe gefunden werden können.

Paul Srna vom RepairTeam Wien erzählt von seinem Ehrenamt

Paul Srna ist eins der Gründungsmitglieder des RepairTeam Wien und engagiert sich bei dessen regelmäßigen Veranstaltungen als freiwilliger Reparaturhelfer.

Herr Srna, wie lange sind Sie sich schon beim RepairTeam Wien dabei?

Ich bin eines der Gründungsmitglieder. Wir haben kurz nach der ersten Welle der Corona-Pandemie im Makerspace „HappyLab“ im zweiten Bezirk begonnen. Damals waren wir fünf Personen, mittlerweile sind wir auf 33 angewachsen, davon 27 Techniker. Ohne die vielen Unterstützer würden wir es auch nicht schaffen, unsere inzwischen acht Standorte jeweils einmal im Monat zu betreiben. Mir ist wichtig, zu betonen: Wir sind Reparaturhelfer, keine professionellen Dienstleister. Wir sind keine Konkurrenz für Reparaturunternehmen, sondern wir versuchen ehrenamtlich, den Leuten beim Reparieren zu helfen. Die Geräte, die wir uns anschauen, werden vom normalen Fachhandel oder von Reparaturbetrieben meistens nicht mehr angenommen, da die Reparaturkosten den Neupreis des Gegenstands übersteigen würden.

Wer hilft beim RepairTeam Wien mit?

Ich selbst war 40 Jahre lang in der Testabteilung des Vereins für Konsumenteninformation tätig. Die meisten von uns sind Techniker oder, wie man früher sagte, Bastler. Jeder von uns hat so seine Spezialgebiete. Da ist Teamarbeit oft sehr hilfreich. Wenn man einmal selbst nicht weiterweiß, fragt man bei den Kollegen nach. Ungefähr die Hälfte von uns ist schon in Pension, die andere Hälfte im Studium oder berufstätig. Unter den Reparaturhelfern ist nur eine Frau dabei, aber besonders wichtig sind auch unsere vier Damen, die den Besucherempfang übernehmen und die mitunter relativ langen Wartezeiten mit Kaffee und Kuchen überbrücken.

Wie finden Sie neue Helferinnen und Helfer?

Zum Glück haben wir, anders als andere Repair Cafés, bisher keine Probleme, Nachwuchs zu finden. Viele Helfer sind über die Freiwilligenmesse zu uns gestoßen. Es kommen aber auch Menschen, die unser Repair Café besucht haben, später als Freiwillige wieder zu uns, weil sie bei der guten Sache mitmachen wollen. Und dann gab es die Initiative namens „Repair Akademie“, die vom „HappyLab“ ausging. Dabei wurden acht junge Leute zu Reparateuren ausgebildet, um Start-ups gründen zu können. Zwei von ihnen sind bei uns hängen geblieben.

Welche Menschen kommen in die Repair Cafés?

Erfreulicherweise sind relativ viele junge Leute darunter. Das hängt auch ein bisschen davon ab, in welchen Bezirken das Repair Café stattfindet. Außerdem besuchen uns auch viele ältere Menschen.

Wie viel Zeit nimmt Ihr freiwilliges Engagement in Anspruch?

Die Repair Cafés selbst dauern normalerweise drei Stunden. Dazu kommt eine halbe Stunde Vorbereitungszeit, damit wir pünktlich anfangen können. In den letzten paar Monaten war ich nicht unter vier Mal, meistens sogar fünf Mal im Monat tätig. Da kommen insgesamt sicher zwischen 20 und 30 Stunden im Monat zusammen. Manchmal wird es auch deutlich mehr, aber wir im Team finden es wichtig, und deswegen ist es uns das wert. Was man nicht unterschätzen darf, ist der ganze organisatorische Aufwand dahinter. Wir motivieren uns gegenseitig, indem wir uns sagen: Wir machen nur das, was uns Spaß macht.

Was reparieren Sie am liebsten?

Ich bin, wie meine Tochter es mal so schön formuliert hat, „der Experte für eh fast alles, zumindest was das Zerlegen betrifft“. Aber Spaß beiseite: Ich darf mit einem gewissen Stolz sagen, dass wir seit zweieinhalb Jahren eine Erfolgsquote von etwa 75 Prozent gelungenen Reparaturen vorweisen können. Besonders gern widme ich mich allem, was älter ist, so ungefähr 15 bis 20 Jahre. Mein persönliches Highlight war ein transportabler Plattenspieler der österreichischen Firma Ingelen aus dem Jahr 1957, den wahrscheinlich kaum eine Servicewerkstätte angegriffen hätte. Mein zweiter Reparaturversuch war so weit erfolgreich, dass das Ding wieder ähnlich gut spielt wie es damals gespielt haben muss.

Was wünschen Sie sich für Ihr Repair Café?

Wir freuen uns immer über Spenden, um Werkzeug und Ersatzteile wie Stecker und Lampen anschaffen zu können. Generell wäre es schön, wenn es mehr Repair Cafés gäbe und eine Plattform, die wirklich alle Repair Cafés in Österreich abbildet. Und ich würde mir wünschen, dass die vorhandenen Repair Cafés besser unterstützt werden. Es gibt zwar schon Förderungen, aber es könnte natürlich immer besser sein.

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