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Von Oolong bis Grüner Tee: Herkunft, Zubereitung und Wirkung
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Ein Tässchen zu Gemüte

Von Oolong bis Grüner Tee: Herkunft, Zubereitung und Wirkung

Ob zart und blumig, kräftig und würzig oder angenehm herb: Tee ist ein Genuss für alle Sinne. Doch was unterscheidet grünen Tee von weißem Tee? Wie wird Matcha richtig zubereitet und warum darf Oolong mehrmals aufgegossen werden? Wir stellen fünf besondere Teesorten vor und verraten, woher sie stammen, was in ihnen steckt und wie sie ihr volles Aroma entfalten.

Grüner Tee: Der Klassiker aus Asien

Grüner Tee wird in vielen asiatischen Ländern seit Jahrhunderten getrunken. Die Geschmacksvielfalt reicht von mild und grasig bis hin zu herb und leicht nussig. Nach der Ernte werden die Teeblätter erhitzt, um die Oxidation zu stoppen. So behalten sie ihre grüne Farbe und einen großen Teil ihrer charakteristischen Inhaltsstoffe. Schwarzer und grüner Tee stammen übrigens von derselben Pflanze.

Grüner Tee mag es nicht zu heiß. Je nach Sorte empfiehlt sich eine Wassertemperatur von etwa 60 bis 80 Grad °C. Pro Tasse genügt in der Regel ein Teelöffel loser Tee. Nach ein bis zwei Minuten Ziehzeit ist er bereit zum Genießen.

Die Teesorte enthält Koffein sowie Polyphenole, darunter Catechine. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und können dazu beitragen, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Das Koffein macht munter und kann die Konzentration fördern.

Matcha: Grünes Pulver mit Tradition

Leuchtend grün, fein gemahlen und längst ein Dauerfavorit in unseren Cafés: Matcha ist ein Grüntee, dessen gesamte Teeblätter zu einem feinen Pulver gemahlen werden. Vor der Ernte werden die Teepflanzen beschattet. Das beeinflusst die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und trägt zum Geschmack sowie zur kräftig grünen Farbe bei. Matcha stammt ursprünglich aus China, wo die Idee entstand, Teeblätter zu feinem Pulver zu mahlen. Die heutige Form der Herstellung wurde jedoch in Japan perfektioniert.

Matcha enthält Koffein und antioxidative Pflanzenstoffe wie Catechine. Über die richtige Zubereitung von Matcha gibt es ganze Bücher und Kurse. Ganz wesentlich ist aber: Niemals mit kochendem Wasser aufgießen! Das zarte Pulver verträgt am besten eine Temperatur von 70 bis 75 Grad °C.

Keine alberne Attitüde, sondern ein sinnvolles Detail: Das Pulver durch ein feines Sieb in die Tasse geben. So werden Klümpchen vermieden und beim Aufschlagen entsteht ein feiner Schaum.

Oolong: Zwischen Grün und Schwarz

Ein Tee, viele Geschmacksnuancen: Oolong vereint die Eigenschaften von grünem und schwarzem Tee. Je nach Herstellung schmeckt er blumig und frisch, cremig und mild oder kräftig geröstet. Das Geheimnis liegt im Oxidationsgrad: Oolong wird teilweise oxidiert und liegt damit geschmacklich zwischen Grün- und Schwarztee. Bei mehreren Aufgüssen verändert sich das Aroma immer wieder.

Ursprünglich stammt Oolong aus China, insbesondere aus der Provinz Fujian. Auch Taiwan ist für seine hochwertigen Oolong-Tees bekannt. Die Teeblätter werden nach der Ernte gezielt oxidiert und anschließend erhitzt. Je nach Sorte werden sie gerollt, gedreht oder geröstet.

Für einen klassischen Aufguss eignet sich heißes Wasser mit einer Temperatur von 80 bis 95 Grad °C. Die Ziehzeit beträgt je nach Sorte ein bis drei Minuten.

Weißer Tee: Die zarte Seite

Fein, blumig und leicht süßlich, mitunter mit einer dezenten Note von Honig oder Heu: Für die Herstellung von weißem Tee werden vor allem junge Knospen und zarte Blätter verwendet, die nur minimal verarbeitet werden. Weißer Tee hat seinen Ursprung in der chinesischen Provinz Fujian. Ihren Namen verdankt die Teesorte dem silbrig-weißen Flaum, der die jungen Knospen umgibt.

Die Blätter werden traditionell vor allem gewelkt und getrocknet. Durch diese schonende Verarbeitung bleibt der feine Charakter des Tees erhalten. Weißer Tee entfaltet sein Aroma am besten bei einer Temperatur von 70 bis 85 Grad °C. Je nach Sorte lässt man ihn zwei bis fünf Minuten ziehen. Hochwertige Tees können auch mehrmals aufgegossen werden.

Auch Weißer Tee enthält Koffein und antioxidative Pflanzenstoffe, darunter Catechine. Er kann deshalb anregend wirken. Wie bei anderen echten Teesorten variiert der Koffeingehalt je nach Blattmaterial und Zubereitung. Weißer Tee ist also nicht automatisch koffeinärmer als Grüner oder Schwarzer Tee.

Chai: Würziger Genuss mit indischen Wurzeln

Wärmend, würzig und herrlich aromatisch: Masala Chai ist ein mit Gewürzen zubereiteter Tee, der ursprünglich aus Indien stammt. Die Mischung aus Schwarztee, Kardamom, Zimt, Ingwer, Nelken und weiteren Gewürzen schmeckt je nach Rezept kräftig, süßlich oder leicht scharf. Mit Milch wird daraus der beliebte Chai Latte.

Das Wort „Chai“ bedeutet schlicht „Tee“. Seine genaue Zusammensetzung variiert von Region zu Region, eine feste Rezeptur gibt es nicht.

Für Masala Chai werden Schwarztee und Gewürze gemeinsam in Wasser aufgekocht oder ziehen gelassen. Anschließend werden je nach Rezept Milch und Süßungsmittel hinzugefügt.

So gelingt der perfekte Tee:

Der Frische-Trick

Da ist doch noch ein Rest Wasser im Wasserkocher, kann man den nicht für die nächste Kanne nutzen? Nein, sagen die Profis. Bei jedem Aufkochen entweichen gelöste Gase wie Sauerstoff. Das Wasser (und damit der Tee) schmeckt dann „flacher“. Deshalb frisches, kaltes und vor allem möglichst kalkarmes Wasser verwenden (evtl. filtern) – davon profitieren vor allem gute Tees.

Von Blatt zu Staub

Wer Tee in Teebeuteln für grundsätzlich minderwertig hält, könnte falsch liegen. Deshalb ruhig mal öffnen: Ist da eine Art Staub und kleinteiliger Bruch zu sehen? Das ist tatsächlich schlecht. Liegen aber ganze Blätter in einem geräumigen Pyramidenbeutel, ist ein gutes Aroma möglich. Bei losem Tee gilt: Er sollte einheitlich große Blätter und eine natürliche, kräftige Farbe haben und nicht fahlgrau sein.

Gute Nachbarn?

Lose Tees sehen ja toll aus in Glasgefäßen – aber Licht, Luft und Wärme sind Feinde des guten Aromas. Also nach dem Kaufen zügig in gut schließende Dosen umfüllen und kühl und dunkel aufbewahren. Und bitte nicht in einem Schrank mit Kaffee und Gewürzen lagern, Tee nimmt sehr gerne fremde Aromen an.

Der Zieh-Zauber

Wie wir im Westen Tee kochen? Wenig Tee wird mit viel Wasser einmal überbrüht und zieht dann eher länger. Deutlich besser ist die chinesische Art: Mehr Tee (z. B. 6–8 g) in einem kleinen Kännchen mit wenig Wasser (ca. 120 ml) übergießen und kurz ziehen lassen – je nach Tee zwischen 10 Sekunden und 2 Minuten, siehe Packung oder Profi-Auskunft beim Kauf. In Ruhe genießen. Und dann bis zu sechsmal innerhalb einer Tee-Session aufgießen.

Jeder Aufguss darf tendenziell etwas länger ziehen als der vorherige, jede Stufe löst andere Aromen, von blumig über vollmundig bis mineralisch. Diese Technik eignet sich vor allem für hochwertigen Oolong, grünen, weißen und Jasmin-Tee, aber auch für hochwertigen Schwarztee.

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