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Diabetische Fußpflege: Tipps vom Profi

Gesunde Füße

Diabetische Fußpflege: Tipps vom Profi

Unsere Füße tragen uns Tag für Tag durchs Leben. Dafür haben sie sich die gebührende Aufmerksamkeit verdient. Das gilt vor allem für Menschen mit Diabetes, deren Haut anfälliger für Verletzungen ist. Was die medizinische Pediküre bringt und warum sie so wichtig ist.
Bei unserer täglichen Beauty-Routine kümmern wir uns intensiv um unser Gesicht: Hier wird gereinigt, gecremt, geschminkt und mit Masken Gutes getan. Von so viel Hingabe können unsere Füße meist nur träumen. Dabei ist die Pflege der Zehen, Fußballen und Fersen nicht weniger wichtig, und gerade an Blessuren wie Hühneraugen sollte man mit Profi-Hilfe herangehen, um schöne Füße zu bekommen. Welch großen Einfluss Füße auf unser Wohlbefinden haben, zeigt nicht zuletzt die Fußreflexzonenmassage.
 
Und auch Menschen mit Diabetes sollten sich besonders gut um ihre Füße kümmern und sich regelmäßig eine professionelle Pediküre gönnen. Das hat außer dem kosmetischen Wohlfühlfaktor auch einen medizinischen Hintergrund. Warum diabetische Fußpflege so wichtig ist, weiß dm friseur- und kosmetikstudio-Leiterin Evelyn Huber.

So wichtig ist Fußpflege bei Diabetes

Bei der Stoffwechselerkrankung Diabetes wird in der Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin produziert. Die Folge: Die Aufnahme von Glukose ist in die Zellen gestört und der Blutzuckerspiegel chronisch zu hoch. „Aufgrund dessen kann es im Laufe der Krankheit zu Durchblutungsstörungen und Nervenschäden kommen. Diese führen zu einer schlechteren Wundheilung und einer sensorischen Wahrnehmungsstörung“, sagt Evelyn Huber. 
 
Sprich: Das Schmerzempfinden ist eingeschränkt, Druckstellen oder kleine Verletzungen an den Füßen können Diabetes-Kranke nicht mehr wahrnehmen. Umso wichtiger ist die diabetische Fußpflege beim Profi, am besten alle vier bis sechs Wochen.


Was ist diabetische Fußpflege?

In den dm friseur- und kosmetikstudios wird außer der kosmetischen Pediküre auch diabetische Fußpflege angeboten. Diese umfasst einerseits die klassischen Schritten der Pediküre wie Fußbad, Entfernen der Hornhaut und Kürzen der Nägel, andererseits eine spezielle Fußanalyse sowie Testungen an den Füßen, die Aufschluss über die Empfindlichkeit der Füße geben. 
 
„Wir prüfen mit speziellen Geräten wie einer Stimmgabel die Tiefensensibilität oder mit einem Tip-Therm-Stift den Temperatursinn, was uns Hinweise auf bereits vorhandene Nervenschäden gibt“, sagt Evelyn Huber.
 

7 Schritte der medizinischen Pediküre bei Diabetes

  1. Gestartet wird mit einem fünfminütigen Fußbad bei 35 Grad mit pflegenden Ölen. Länger sollte es nicht dauern, damit die Haut nicht unnötig aufgeweicht wird.
  2. Danach folgt die professionelle Analyse der Füße. 
  3. Nach den Tests wird die Hornhaut vorsichtig entfernt. „Bei Druckstellen ist es wichtig, die Hornhaut nicht komplett zu entfernen, um ein Wundlaufen zu vermeiden“, sagt Expertin Huber.
  4. Die Nägel schneidet der Prodi gerade und nicht zu kurz, damit sie nicht einwachsen. Die Ecken werden mit einer Feile abgerundet, überschüssige Nagelhaut wird entfernt.
  5. Anschließend pflegt ein spezielles Nagelöl, das die Nägel vor dem Austrocknen schützt.
  6. Um einer möglichen Pilzinfektion vorzubeugen, trägt die Kosmetikerin einen Mykoselack auf. Inhaltsstoffe wie Amoralfin wirken dabei pilzabtötend.
  7. Zum Abschluss werden die Füße eingecremt und wohltuend massiert.


Wie können Diabetes-Kranke ihre Füße selber pflegen?

Sich alle sechs Wochen eine Pediküre beim Profi zu gönnen, ist schon vorbildlich. Doch die tägliche Pflege zu Hause ist nicht weniger wichtig! Achten Sie deshalb nach dem Duschen immer darauf, auch die Zehenzwischenräume gut abzutrocknen, damit es zu keinen Pilzinfektionen kommt. 
 
Weiters empfiehlt Evelyn Huber ein bis zwei Fußbäder pro Woche sowie die Füße täglich einzucremen, damit die Haut schön weich bleibt. Hygienesprays sind ebenfalls ein gutes Hilfsmittel, das auf den Füßen, aber auch in den Schuhen zur Anwendung kommen sollte. Apropos Hygiene: Desinfizieren Sie Nagelschere und Feilen regelmäßig, damit sich keine Bakterien festsetzen, die bei offenen Stellen zu Entzündungen führen können.


Gymnastik für starke Nerven in den Füßen

Machen Sie regelmäßig Übungen mit Ihren Füßen. Fünf Minuten täglich sind dabei schon genug. Das stärkt die Fußmuskulatur, beugt diabetischer Neuropathie, einer diabetesbedingten Nervenschädigung, vor und verbessert die Durchblutung in den Beinen.
  • Zum Aufwärmen heben Sie einige Male abwechselnd Ferse und Vorderfuß an.
  • Rollen Sie die Füße auf einem Tennis- oder Noppenball hin und her. Das massiert und lockert die Fußsohlen.
  • Benutzen Sie die Füße zum Greifen von Gegenständen. Sie müssen sich nicht immer bücken, um etwa einen heruntergefallenen Bleistift wieder aufzuheben.
  • Oder zerreißen Sie eine Zeitung mit den Füßen in kleine Schnipsel. Krallen Sie sich im nächsten Schritt die Schnipsel mit den Zehen und legen Sie diese auf einen Haufen.