Wellness für daheim: die Wirkung ätherischer Öle nutzen

Veröffentlicht am 31. März 2019

Ein Profi verrät alles über ätherische Öle: Wie sie wirken, worauf beim Kauf zu achten ist, wie sie gemischt werden und welche Anwendungen es gibt.

Unterschiedlich große Gefäße mit flüssigem Inhalt.
Unterschiedlich große Gefäße mit flüssigem Inhalt.

Was sind ätherische Öle eigentlich? Man könnte es vereinfacht so erklären: Pflanzen sind schlau. Sie produzieren duftende, ätherische Öle, um sich gegen Schädlinge, Bakterien, Viren und Pilze zu wehren. Nicht nur die Kräuter und Blüten selbst, sondern auch wir Menschen können davon profitieren. Und zwar, indem die ätherischen Öle durch Destillation aus den Pflanzen herausgelöst werden.

Die Duftstoffe gelangen über die Nase in das Gehirn. Im limbischen System, wo auch Erinnerungen und Gefühle verwaltet werden, entfalten die ätherischen Öle ihre Wirkung.

Sandra Haslinger, Aromapraktikerin in Oberösterreich

Jedes ätherische Öl wirkt mehrfach

Ätherische Öle haben bis zu 400 erforschte Inhaltsstoffe. Somit hat jedes Öl mehrere unterschiedliche Eigenschaften.

Die Wirkung von ätherischen Ölen

  1. BERGLAVENDEL hat einen beruhigenden, angstlösenden und ausgleichenden Effekt.
  2. PFEFFERMINZE und ROSMARIN sind aktivierend, konzentrationsfördernd und anregend.
  3. THYMIAN wirkt stark gegen Bakterien und wird von in Aromatherapie ausgebildeten Ärzten gern als Antibiotikum eingesetzt.
  4. MELISSE empfiehlt sich bei Fieberbläschen und Herpes-Viren.
  5. ROSENGERANIE setzt Pilzen zu und wirkt ausgleichend.
  1. FRUCHTSCHALEN und FRÜCHTEN („Fru-Note“); Beispiel: Fenchelöl, Orangenöl
  2. BLÜTEN und BLÄTTERN („Flo-Note“); Beispiel: Salbei- oder Melissenöl
  3. WURZELN, HÖLZERN und HARZEN („Ra-Note“); Beispiel: Sandelholz oder Weihrauchöl

Werden ätherische Öle nicht einzeln verwendet, sondern vermischt, gilt folgende Faustregel: Ein Teil Ra-Noten, zwei Flo-Noten und drei Teile Fru-Noten. Die Komposition duftet dann ausgewogen und harmonisch.

Ätherische Öle sind hoch konzentriert, deshalb reicht schon eine kleine Menge. Sie werden nie pur auf die Haut gegeben. Für Körperanwendungen vermischt man sie mit hochwertigen, naturbelassenen Pflanzenölen wie Mandel- oder Jojobaöl, um sie besser auftragen zu können.

Bestimmte Öle sind für Menschen mit empfindlicher Haut, für Personen mit Atemwegserkrankungen und speziell für Kinder nicht empfehlenswert. Denn in manchen Fällen können Nebenwirkungen auftreten. Deshalb gilt: Die ätherischen Öle mit Bedacht auswählen. Wer sich unsicher ist, fragt am besten bei einem ausgebildeten Aromapraktiker nach. Die Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche AromapraktikerInnen (VAGA) listet auf ihrer Website eine Übersicht mit zertifizierten Aromapraktiker in ganz Österreich auf.

So geht’s: Anwendung ätherischer Öle

Duft-Kick

Für unterwegs: Ein kleines Flascherl ätherisches Öl in der Handtasche haben und zwischendurch daran riechen. Besonders erfrischend: Rosmarin, Pfefferminze, Bergamotte, Wacholder, Orange, Grapefruit oder Zitrone.

Körperöl

Den Körper nach dem Duschen in der Früh mit einem Körperöl (1-2 Tropfen ätherisches Öl kommen auf 10 ml Hautöl) einreiben.

Aromamassage

Das Körperöl mit großflächigen Streichungen in den Körper einarbeiten. So kann es gut einziehen und seine Wirkung optimal entfalten.

Aromabad

Fünf bis zehn Tropfen Aromaöl mit einer Tasse Milch, etwas Honig oder Meersalz mischen und dem Badewasser zugeben.

Inhalation

Bei Schlappheit und Müdigkeit wirkt eine Trockeninhalation mit einem ätherischen Öl aktivierend. Dazu einen Tropfen des Öls auf ein unbeduftetes Taschentuch geben, an die Nase halten und mehrmals tief einatmen.

Sandra Haslinger ist Dipl. Gesundheits- und Krankenschwester, Aromapraktikerin

Sandra Haslinger ist Dipl. Gesundheits- und Krankenschwester, Aromapraktikerin, Reikimeisterin und bodyART Trainerin in Oberösterreich. Sie betreibt eine eigene Aromapraxis und gibt unter anderem Grundlagenkurse in Aromapflege und -therapie. Haslinger ist Vorstandsmitglied der Vereinigung für Aromapflege und gewerbliche AromapraktikerInnen (VAGA).


31 März 2019 | Text: Maria Kapeller | Fotos: Stocksy, privat

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