Adenomyose: Alles über die chronische Erkrankung
Diese Zusammenfassung wurde mit KI erstellt und menschlich kontrolliert
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Adenomyose?
- Was ist der Unterschied zwischen Adenomyose und Endometriose?
- Wie häufig kommt Adenomyose vor?
- Welche Symptome verursacht Adenomyose?
- Wie schlimm ist Adenomyose?
- Wie wird Adenomyose diagnostiziert?
- Wie läuft die Behandlung einer Adenomyose ab?
- Welche Schmerzmittel werden verschrieben?
- Ist Adenomyose heilbar?
- Kann ich mit Adenomyose schwanger werden?
- Hilft eine Hormonspirale bei Adenomyose?
- Leben mit Adenomyose: Warum Austausch wichtig ist
Was ist Adenomyose?
Bei einer Adenomyose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, in die Muskelschicht der Gebärmutter ein. Es verhält sich ähnlich wie die Schleimhaut selbst und reagiert auf hormonelle Veränderungen im Menstruationszyklus. Die Folge sind Entzündungen, Schmerzen und oft auch stärkere Blutungen.
Was ist der Unterschied zwischen Adenomyose und Endometriose?
„Beide Erkrankungen können starke Regelschmerzen, Unterbauchbeschwerden und verstärkte Blutungen verursachen – trotzdem handelt es sich nicht um dasselbe. Bei der Endometriose wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an den Eierstöcken, am Bauchfell, an der Blase oder am Darm. Bei der Adenomyose befindet sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe dagegen innerhalb der Muskelwand der Gebärmutter. Die Gebärmutter kann dadurch vergrößert und druckempfindlich sein. Typisch sind sehr schmerzhafte, lange oder starke Monatsblutungen. Beide Erkrankungen können auch gleichzeitig auftreten“, erklärt Frau Dr. Lunzer-Mühl.
Wie häufig kommt Adenomyose vor?
Schätzungen zufolge ist etwa jede fünfte Frau davon betroffen. Am häufigsten wird die Erkrankung zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr diagnostiziert. Da viele Frauen lange Zeit keine Diagnose erhalten, geht man davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen höher ist.
Welche Symptome verursacht Adenomyose?
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen.
Typische Anzeichen sind:
- starke oder verlängerte Menstruationsblutungen
- ausgeprägte Regelschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- vergrößerte und druckempfindliche Gebärmutter
- Müdigkeit und Erschöpfung durch starken Blutverlust
- Eisenmangelanämie
- unerfüllter Kinderwunsch
Wie schlimm ist Adenomyose?
Adenomyose ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann die Lebensqualität jedoch erheblich einschränken. Viele Betroffene berichten, dass sie aufgrund der Schmerzen in ihrem Alltag, im Beruf oder in ihrer Freizeit eingeschränkt sind. Hinzu kommt, dass starke Blutungen zu Eisenmangel und Erschöpfung führen können. Auch psychisch kann die Erkrankung belastend sein, insbesondere dann, wenn Betroffene über Jahre hinweg keine Erklärung für ihre Beschwerden erhalten. „Aus unserer Arbeit in der Selbsthilfegruppe ,Adenomyose & Endometriose' wissen wir, dass gerade zum Thema Adenomyose noch sehr viel Informationsbedarf besteht“, berichtet Alexandra Haber (www.adenometriose.at).
Wie wird Adenomyose diagnostiziert?
„Dank moderner Bildgebung, insbesondere spezialisierter Ultraschalluntersuchungen oder MRT, wird Adenomyose heute häufiger erkannt als noch vor einigen Jahren“, erklärt Alexandra Haber. Starke Regelblutungen, die von ausgeprägten Schmerzen begleitet werden, sollten in jedem Fall in einer gynäkologischen Praxis abgeklärt werden. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto schneller kann eine passende Behandlung begonnen werden.
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Wie läuft die Behandlung einer Adenomyose ab?
Die Behandlung richtet sich vor allem danach, wie stark die Schmerzen und Blutungen sind, ob aktuell ein Kinderwunsch besteht, wie ausgeprägt die Adenomyose ist und ob zusätzlich beispielsweise eine Endometriose oder Myome vorliegen. „Bei leichten Beschwerden können zunächst Schmerzmittel und Medikamente gegen starke Blutungen eingesetzt werden. Häufig kommen anschließend hormonelle Behandlungen infrage, etwa eine Hormonspirale, eine Gestagenpille oder eine kombinierte Antibabypille. Die Hormone sollen die Monatsblutung abschwächen oder unterdrücken und dadurch Schmerzen und Blutverlust reduzieren“, so die Gynäkologin. „Bei sehr starken Beschwerden, die auf Medikamente nicht ausreichend ansprechen, können auch operative oder andere gebärmuttererhaltende Verfahren besprochen werden. Welche Methode geeignet ist, muss sehr individuell entschieden werden – besonders bei bestehendem Kinderwunsch. Die Entfernung der Gebärmutter ist die endgültige Behandlungsmöglichkeit, kommt aber normalerweise erst infrage, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und andere Therapien nicht ausreichend geholfen haben“, so Frau Dr. Lunzer-Mühl weiter.
Welche Schmerzmittel werden verschrieben?
„Häufig werden sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Wirkstoffe wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Sie lindern Schmerzen und hemmen gleichzeitig die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe, die an Regelschmerzen beteiligt sind. Auch Paracetamol kann zur Schmerzlinderung verwendet werden, wirkt allerdings nicht entzündungshemmend. Welches Präparat geeignet ist, hängt unter anderem von Vorerkrankungen, anderen Medikamenten und der Stärke der Beschwerden ab. NSAR sind beispielsweise bei bestimmten Magen-, Nieren- oder Gerinnungsproblemen nicht für jede Patientin geeignet. Deshalb sollten Wirkstoff, Dosierung und Einnahmedauer ärztlich abgestimmt werden. Bei sehr starken oder regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen sollte nicht nur die Schmerzmedikation gesteigert werden. Dann ist es wichtig, auch die zugrunde liegende Erkrankung gezielt zu behandeln“, so die Expertin.
Ist Adenomyose heilbar?
Medikamente und hormonelle Therapien können die Beschwerden häufig deutlich reduzieren, entfernen die Adenomyose jedoch nicht vollständig. Nach dem Absetzen können Schmerzen oder starke Blutungen deshalb wieder auftreten. „Als endgültig heilende Behandlung gilt die operative Entfernung der Gebärmutter. Sie ist jedoch keineswegs für jede Patientin notwendig oder sinnvoll und beendet die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Häufig lassen sich die Symptome über längere Zeit auch ohne eine solche Operation gut kontrollieren. Nach den Wechseljahren bessern sich die Beschwerden bei vielen Betroffenen, weil die hormonelle Aktivität abnimmt,“ erklärt die Gynäkologin.
Kann ich mit Adenomyose schwanger werden?
„Ja. Viele Frauen mit Adenomyose werden auf natürlichem Weg schwanger und bekommen gesunde Kinder. Eine Adenomyose bedeutet nicht automatisch Unfruchtbarkeit. Sie kann eine Schwangerschaft allerdings bei manchen Patientinnen erschweren“, so die Ärztin. Je nach Ausprägung kann Adenomyose die Einnistung eines Embryos beeinträchtigen und mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten oder bestimmte Schwangerschaftskomplikationen verbunden sein. Die wissenschaftlichen Daten beruhen überwiegend auf Beobachtungsstudien, sodass sich das persönliche Risiko daraus nicht genau vorhersagen lässt. Bei Kinderwunsch sollte die Behandlung deshalb frühzeitig mit einer gynäkologischen Fachärztin oder einem Facharzt besprochen werden. Dabei werden neben der Adenomyose auch das Alter, die Eierstockreserve, die Eileiter, die Samenqualität des Partners und mögliche Begleiterkrankungen berücksichtigt.
Hilft eine Hormonspirale bei Adenomyose?
„Ja, eine Levonorgestrel-Hormonspirale kann bei Adenomyose sehr wirksam sein. Sie gibt direkt in der Gebärmutter ein Gestagen ab. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut dünner, die Regelblutung meist schwächer und Regelschmerzen können deutlich abnehmen. Sie gehört daher zu den häufig eingesetzten Behandlungen bei schmerzhafter oder starker Menstruation durch Adenomyose“, so Frau Dr. Lunzer-Mühl. Und weiter: „In den ersten Monaten sind unregelmäßige Blutungen oder Schmierblutungen möglich. Bei einer sehr großen oder stark verformten Gebärmutter kann außerdem das Risiko erhöht sein, dass die Spirale verrutscht oder ausgestoßen wird. Ob sie im individuellen Fall geeignet ist, lässt sich meist anhand der Beschwerden und einer Ultraschalluntersuchung beurteilen. Wichtig: Solange die Hormonspirale liegt, dient sie gleichzeitig als Verhütungsmittel. Bei einem unmittelbar bestehenden Kinderwunsch ist sie daher keine passende Therapie.“
Leben mit Adenomyose: Warum Austausch wichtig ist
Viele Betroffene fühlen sich mit ihren Beschwerden allein gelassen. Selbsthilfegruppen wie adenometriose.at können eine wichtige Stütze sein. Dort finden Frauen verlässliche Informationen und die Möglichkeit, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.Für mehr Aufmerksamkeit rund um die Themen Adenomyose und Endometriose setzen sich auch Prominente ein, darunter die Schauspielerin Amy Schumer. Sie berichtete, dass sie seit ihrer ersten Menstruation im Alter von etwa elf Jahren den Großteil jedes Monats unter starken Schmerzen litt. Lange nahm jedoch niemand ihre Beschwerden ernst.
Erst als sie 2019 nach mehreren IVF-Behandlungen ihren Sohn per Kaiserschnitt zur Welt brachte, wurde das wahre Ausmaß ihrer Erkrankung sichtbar. Während der Operation entdeckte eine Chirurgin, was über Jahrzehnte unbemerkt geblieben war. „Es sieht aus, als wäre in Ihrem Körper eine Bombe explodiert“, sagte sie. Zu den Befunden gehörten eine sogenannte Schokoladenzyste am linken Eierstock – eine mit altem Blut gefüllte Zyste, die ihren Namen ihrer schokoladenartigen Färbung verdankt –, ein durch Verwachsungen abgeschnürter Blinddarm, 33 Endometriose-Herde sowie Adenomyose.
„Ich war so erleichtert, als ich endlich die Diagnose bekam. Ich war keine Dramaqueen, ich war nicht faul – ich hatte diese schreckliche Krankheit“, erzählte Schumer später. Nach ihrem langen Leidensweg entschied sie sich 2021 für die Entfernung der Gebärmutter und des Blinddarms. Für sie war dieser Schritt ein Wendepunkt: „Seitdem fühle ich mich wie ein neuer Mensch. Ich habe wieder Energie und Kraft und kann mit meinem Sohn spielen.“