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KI und Dating: Das sagt eine Beziehungsexpertin dazu
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Neue Romantik?

KI und Dating: Das sagt eine Beziehungsexpertin dazu

Zusammenfassung Dating-Apps nutzen zunehmend KI, um Profile zu optimieren und Matches zu verbessern. Laut Beziehungsexpertin Mag. Anna Thaler kann KI schüchternen Menschen helfen, die Hürde zu senken, sich zu zeigen. Authentizität ist jedoch entscheidend für echte Bindung und KI könnte diese gefährden. Während KI Denkanstöße geben und bei der ersten Kontaktaufnahme unterstützen kann, bleibt die menschliche Intuition unerlässlich. KI-Partnerschaften bieten vermeintliche Sicherheit, echter menschlischer Kontakt und die Chance auf Wachstum fehlen jedoch. Um zu erkennen, dass man es mit einem Chatbot zu tun hat, ist ein früher persönlicher Austausch wichtig. KI kann nützlich sein, ersetzt aber nie echte menschliche Begegnungen.

Diese Zusammenfassung wurde mit KI erstellt und menschlich kontrolliert

KI-Funktionen in Dating-Apps, KI-Unterstützung beim Nachrichtenschreiben und Gefühlscheck mit ChatGPT: Wir klären mit einer Beziehungsexpertin, wann KI beim Dating sinnvoll ist, warum dadurch die Authentizität gefährdet wird und welche Auswirkungen künstliche Intelligenz auf das moderne Dating hat.

Mag.a Anna Thaler ist Paarberaterin und Beziehungscoachin mit Praxis in Gmunden am Traunsee. Sie bietet Unterstützung bei allen Themen rund um Paarbeziehung und Liebe. ACTIVE BEAUTY beantwortet sie Fragen zur Rolle der künstlichen Intelligenz beim Dating.

1. In beliebten Dating-Apps wie Tinder, Bumble und Co. gibt es inzwischen überall KI-Funktionen, die das Online-Dating erleichtern sollen. Beispielsweise zur Optimierung des eigenen Profils inklusive Bildern. Wie sehen Sie diese Entwicklung, Frau Mag.a Thaler?

Diese Entwicklung zeigt meiner Meinung nach vor allem, wie stark das Dating heute von Selbstoptimierung geprägt ist. Die meisten Menschen fühlen sich beim Online-Dating sehr unsicher: „Wie sehe ich aus?“, „Welches Bild soll ich nehmen?“, „Bin ich überhaupt interessant?“ – das sind sehr nachvollziehbare Unsicherheiten, bei denen KI wie ein Retter in der Not wirken kann. Zumindest reduziert künstliche Intelligenz die Hürde, sich zu zeigen, indem sie für bessere Fotos, attraktivere Kommentare und mehr Matches sorgt. Aus psychologischer Sicht kann das gerade schüchternen oder bindungsunsicheren Menschen helfen. Denn jeder möchte gesehen, emotional bestätigt und gewählt werden.
Grundsätzlich ist das in der heutigen Zeit also eine sehr nachvollziehbare Entwicklung. Schwierig wird es aber dann, wenn das Profil mehr eine optimierte Version der eigenen Person ist als dass es mit der echten Persönlichkeit zu tun hat. Denn Attraktivität und Bindung entstehen nicht durch Perfektion, sondern durch Kongruenz, also wenn Auftreten, Energie, Sprache und Persönlichkeit zusammenpassen. Glücklicherweise registriert unser Nervensystem sehr schnell, ob etwas authentisch wirkt oder inszeniert ist.

2. Die KI soll den Algorithmus für das Finden von Matches auch unterstützen, um Swipe-Fatigue zu vermeiden. Hat sich hier aus Ihrer Sicht etwas verbessert?

Technisch kann ich diese Frage leider nicht beantworten. Ich vermute aber, dass die Anbieter von Dating-Apps hier sehr viel investieren, da sie ihre Nutzer mit allen Mitteln in der App halten möchten. Die Swipe-Fatigue ist für den Menschen vor dem Bildschirm aber durchaus sinnvoll: Sie schützt durch Abschalten vor innerer Überreizung und Überflutung. Unser Nervensystem ist nämlich nicht dafür gemacht, permanent zwischen unzähligen Bildern bzw. Partnern zu wählen.

3. Beim Dating entstehen oft Gefühle oder Situationen, die sich nicht so leicht einordnen lassen. Ist es eine gute Idee, ChatGPT in solchen Fällen um Rat zu fragen?

Das kann ich mir durchaus vorstellen. ChatGPT kann bei guter Beschreibung der Situation Denkanstöße geben, Dynamiken sichtbarer machen oder dabei helfen, Gefühle zu benennen. Viele Menschen nutzen mittlerweile KI als Reflexionshilfe. Warum also nicht auch in einer Dating-Situation, die oft von Aufregung und Stress geprägt ist? Das kann etwas Ruhe, Struktur und Orientierung in den Moment bringen. Letztendlich zählen aber natürlich nicht die Analysen der KI, sondern die menschlichen Empfindungen: Intuition, Körpergefühl und zwischenmenschliche Erfahrung.



4. Kann sich überhaupt eine Annäherung zwischen Menschen ergeben, wenn ihre Handlungen und Textnachrichten ständig mithilfe von KI analysiert werden?

Vermutlich nur oberflächlich, denn für echte Nähe braucht es einen Zustand von Entspannung und emotionaler Offenheit. Wenn man permanent analysiert und optimiert, kann sich das Nervensystem nie wirklich entspannen, sondern bleibt in Alarmbereitschaft. Dadurch befindet man sich in einer Art permanenten Selbstüberwachung, in der keine wirkliche Verbindung hergestellt werden kann. Außerdem gehen Authentizität, Spontanität und sämtliche natürliche menschliche Signale verloren, die das Gegenüber jedoch braucht, damit Anziehung entstehen kann. Für eine Verbindung müssen beide Nervensysteme wechselseitig Sicherheit und Resonanz vermitteln und spüren. Dabei dürfen Lebendigkeit, Missverständnisse, Unsicherheit und Humor nicht fehlen.

5. Manche tun sich bei der Kontaktaufnahme über Dating-Apps schwer, weil sie keine Idee haben, was sie schreiben sollen. Ist in solchen Fällen etwas gegen KI-Unterstützung einzuwenden?

Ich denke nicht, denn für viele Menschen ist die erste Kontaktaufnahme wirklich herausfordernd. KI kann dabei entlastend und unterstützend wirken, die Hemmschwelle senken und dadurch Stress reduzieren und das Nervensystem beruhigen. Das ist auf jeden Fall hilfreich. Natürlich sollte man die Kommunikation aber nicht zur Gänze delegieren. Auch hier gilt: Menschen spüren intuitiv, ob hinter den Nachrichten Echtheit und Interesse stehen und ob sich die Persönlichkeit zeigt. Wichtig ist erneut die emotionale Erreichbarkeit: Kleine Unsicherheiten und individuelle Eigenheiten können viel anziehender und sympathischer wirken als Perfektion.

6. Warum ist Authentizität so wichtig beim Kennenlernen? Und wie steht die KI hier im Weg?

Menschen, die eine Bindung zueinander aufbauen, brauchen emotionale Resonanz vom Gegenüber, also ein „Sich-Gefühlt-Fühlen“. Im Umgang mit einem anderen Menschen überprüft unser Nervensystem ständig, ob wir uns sicher fühlen und diese Resonanz hergestellt werden kann. Das passiert auf einer unbewussten Ebene, die vom Verstand nicht beeinflussbar ist. Dieses Vertrauen und die notwendige Verlässlichkeit entstehen jedoch nicht primär über Worte, die ja die einzige Ausdrucksmöglichkeit der KI sind. Sie entstehen durch Stimmigkeit und Kongruenz mit dem anderen – also dem Zusammenpassen von Körpersprache, Verhalten, Worten, Inhalten und emotionaler Energie. Die Worte können also noch so „perfekt“ sein – das Greifbare, Menschliche ist wesentlich.

7. Was sagen Sie dazu, dass viele Menschen heutzutage lieber KI-Boyfriends oder -Girlfriends haben?

Aus psychologischer Sicht ist das sehr interessant. Viele Menschen sehnen sich nach Nähe und Beziehung, haben aber gleichzeitig große Angst vor Verletzung, Enttäuschung oder Zurückweisung. KI-Partner bieten da eine vermeintlich sichere Lösung: Sie sind immer verfügbar, reagieren prompt und freundlich und überfordern das Nervensystem nie durch Kritik oder Streit. Gerade bei unsicheren Bindungsprägungen oder Bindungsangst mag das für manche verlockend klingen. Was dabei neben der körperlichen, menschlichen und echten Komponente aber fehlt, sind gemeinsames Wachstum und Entwicklung, die nur durch Unterschiedlichkeiten, Herausforderungen und „menschliche Ecken und Kanten“ entstehen können. Wenn in einer KI-Partnerschaft alles in dauerhafter Harmonie und nur nach den Wünschen des menschlichen Partners passiert, kann dieser keinerlei Frustrationstoleranz entwickeln. Das heißt, mit Unstimmigkeiten gut umgehen zu können und sich selbst dabei reguliert zu halten. Diese Fähigkeit ist aber entscheidend, um ein reifes, erwachsenes und sozial gesundes Leben zu führen. KI-Partnerschaften mögen durchaus sinnvoll gegen die Vereinsamung wirken, sind aber für mich keine Alternative zu echten Beziehungen mit Menschen.

„Beziehungen sind doch im Endeffekt immer mühsam!“

8. Wie merkt man, dass man auf der App mit einem Chatbot schreibt?

Ich glaube, das hat jeder von uns schon erlebt, der nur kurz mit einem Chatbot eines Kundenservicecenters interagiert hat. Ich würde diese Kommunikation als sehr schnell, glatt, ausweichend und unpersönlich beschreiben. Umso wichtiger ist es deshalb, sich im Dating-Prozess möglichst früh persönlich auszutauschen – durch Telefonate oder Treffen.

9. Was wäre Ihre Empfehlung für den richtigen Umgang mit KI beim Dating?

KI kann in den ersten Etappen des Datings durchaus ein hilfreiches Werkzeug sein. Sie ersetzt aber niemals eine echte menschliche Begegnung oder Verbindung. Zu Beginn des Datings steht verständlicherweise der Wunsch, möglichst attraktiv auf das Gegenüber zu wirken. Dabei kann man sich ja ein wenig helfen lassen. Viel entscheidender ist allerdings, was danach kommt: Wie fühlt sich das Zusammensein an? Wie geht es meinem Körper dabei? Bin ich unter Daueranspannung oder kann ich mich nach der ersten Aufregung entspannen? Kann ich mich nach einer gewissen Zeit so zeigen, wie ich bin? Gibt es Raum für Humor und Spontanität? Und am wichtigsten: Fühle ich mich in der Gegenwart dieses Menschen sicher und authentisch? All das geht nur im „real life“ und ganz ohne KI.

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